Das Klima des tropischen Regenwaldes

Das Klima des tropischen Regenwaldes ist ganzjährig warm und feucht. Die Temperatur liegt konstant bei etwa 25 bis 27 Grad, große jahreszeitliche Schwankungen fehlen. Es fallen meist mehr als 2.000 Millimeter Niederschlag pro Jahr, oft in nachmittäglichen Gewittern. Weil sich Tag und Nacht stärker unterscheiden als Sommer und Winter, spricht man von einem Tageszeitenklima.

Das gleichförmige, warmfeuchte Klima ist die eigentliche Ursache für die enorme Fülle des Regenwaldes. Wo Wärme und Wasser das ganze Jahr über reichlich vorhanden sind, kann Vegetation ohne Ruhephase wachsen. Anders als in Mitteleuropa bestimmen hier nicht Sommer und Winter den Rhythmus, sondern der Wechsel von Tag und Nacht.

Wie warm ist es im Regenwald?

Im tropischen Tieflandregenwald liegt die Temperatur ganzjährig bei rund 25 bis 27 Grad Celsius. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und dem kühlsten Monat beträgt oft nur zwei bis drei Grad, geringer als die Spanne zwischen Tag und Nacht. Nachts kühlt es meist nur auf etwa 20 bis 22 Grad ab. Diese thermische Konstanz ist ein Kennzeichen der äquatornahen Lage, wo die Sonne das ganze Jahr über hoch am Himmel steht und die Tageslänge kaum schwankt.

Wie viel regnet es im tropischen Regenwald?

Der Niederschlag ist hoch und über das Jahr verteilt. Immerfeuchte Regenwälder erhalten meist zwischen 2.000 und 4.000 Millimeter Regen pro Jahr, in besonders exponierten Lagen deutlich mehr. Zum Vergleich: In Deutschland fallen im Mittel nur etwa 700 bis 800 Millimeter. Charakteristisch ist, dass kein Monat wirklich trocken bleibt. Die hohe Verdunstung über dem Wald und die daraus entstehenden Wolken sorgen für einen weitgehend selbsttragenden Wasserkreislauf, der eng mit der Bedeutung des Regenwaldes fürs Klima verknüpft ist.

Was bedeutet Tageszeitenklima?

Weil die Jahreszeiten kaum ausgeprägt sind, unterscheidet sich der Tagesverlauf stärker als der Jahresverlauf. Der Morgen beginnt oft klar und vergleichsweise kühl. Im Laufe des Vormittags heizt sich die Luft auf, die Verdunstung steigt, und am frühen Nachmittag türmen sich Quellwolken auf. Es folgen kräftige Schauer oder Gewitter, danach klart es wieder auf. Dieser regelmäßige Rhythmus wiederholt sich Tag für Tag und wird als Tageszeitenklima bezeichnet. Die Luftfeuchtigkeit bleibt dabei durchgehend hoch, häufig über 80 Prozent.

Wie liest man ein Klimadiagramm des Regenwaldes?

Ein Klimadiagramm einer äquatornahen Station zeigt zwei typische Merkmale. Die Temperaturkurve verläuft nahezu waagerecht auf hohem Niveau, ein Zeichen für das fehlende Auf und Ab der Jahreszeiten. Die Niederschlagsbalken sind das ganze Jahr über hoch und übersteigen die Temperaturkurve deutlich, sodass keine Trockenzeit erkennbar ist. Bei Monsun- und Feuchtwäldern hingegen sinken die Niederschlagsbalken für einige Monate ab und markieren eine echte Trockenzeit. Diese klimatischen Unterschiede erklären, warum sich die Stockwerke des Regenwaldes und die Pflanzenwelt je nach Region unterscheiden.

KlimafaktorTropischer Regenwald
Jahresmitteltemperaturetwa 25–27 °C
Jahresschwankungoft nur 2–3 °C
Tagesschwankunggrößer als die Jahresschwankung
Jahresniederschlagmeist 2.000–4.000 mm
Luftfeuchtigkeithäufig über 80 %
Trockenzeitim immerfeuchten Typ keine, im Monsuntyp mehrere Monate

Wie schafft der Wald sein eigenes Klima?

Der Regenwald ist nicht nur ein Ergebnis des Klimas, er gestaltet es aktiv mit. Durch Verdunstung über die Blätter gibt die Vegetation täglich riesige Wassermengen an die Luft ab. Diese Feuchtigkeit bildet Wolken und fällt als Regen wieder auf den Wald zurück, ein erheblicher Teil des Niederschlags stammt so aus dem Wald selbst. Zugleich beschatten die Kronen den Boden und halten die Luft darunter kühl und feucht. Das dichte Blätterdach dämpft Temperaturschwankungen, sodass im Inneren des Waldes ein besonders ausgeglichenes Mikroklima herrscht. Fällt der Wald, geht auch diese selbsttragende Feuchtigkeitspumpe verloren, das Gebiet wird trockener und heißer.

Warum gibt es im Regenwald keine Jahreszeiten?

Nahe dem Äquator steht die Sonne ganzjährig hoch, und die Tageslänge schwankt kaum. Deshalb bleiben Temperatur und Sonneneinstrahlung über das Jahr nahezu gleich, ausgeprägte Jahreszeiten fehlen.

Regnet es im Regenwald jeden Tag?

In immerfeuchten Regenwäldern fällt an den meisten Tagen Regen, häufig als nachmittägliches Gewitter. Monsunwälder haben dagegen eine mehrmonatige Trockenzeit mit deutlich weniger Niederschlag.

Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit im Regenwald?

Die relative Luftfeuchtigkeit liegt meist dauerhaft über 80 Prozent und kann in den unteren Stockwerken nahezu Sättigung erreichen. Das schwüle Klima ist ein Kennzeichen des Regenwaldes.

Kühlt es nachts im Regenwald stark ab?

Nein. Die Nachttemperatur sinkt meist nur auf etwa 20 bis 22 Grad. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist zwar größer als der zwischen den Jahreszeiten, bleibt aber moderat.

Das Klima wirkt auf alles ein, von den Böden im Regenwald bis zur Verbreitung. Wo die passenden klimatischen Bedingungen herrschen, zeigt der Beitrag zum Vorkommen der Regenwälder.