Tukan (Ramphastos toco)

Tukan (Ramphastos toco)

Der Toco-Tukan (Ramphastos toco) ist die größte Tukanart und lebt im Kronendach tropischer Wälder Südamerikas. Auffällig ist sein bis zu 23 Zentimeter langer, orangefarbener Schnabel, mit dem er Früchte pflückt und seine Körpertemperatur reguliert. Er wird rund 55 bis 65 Zentimeter lang. Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet.

Der Toco-Tukan (Ramphastos toco) ist die größte Tukanart und lebt im Kronendach tropischer Wälder Südamerikas. Auffällig ist sein bis zu 23 Zentimeter langer, orangefarbener Schnabel, mit dem er Früchte pflückt und seine Körpertemperatur reguliert. Er wird rund 55 bis 65 Zentimeter lang. Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet.

Kaum ein Vogel ist ein so bekanntes Sinnbild des Regenwaldes wie der Tukan. Sein riesiger, leuchtend gefärbter Schnabel wirkt schwer, ist aber ein leichtes Wunderwerk aus wabenartigem Knochengewebe und Horn. Tukane sind gesellige Höhlenbrüter, die in kleinen Trupps durch die Baumkronen ziehen und dabei durch raue, quakende Rufe auffallen.

VerbreitungMittleres und östliches Südamerika: Amazonasrand, Cerrado, Pantanal, Atlantischer Regenwald
Körperlänge55–65 cm, davon Schnabel bis zu 23 cm
Gewicht500–860 g
NahrungÜberwiegend Früchte; dazu Insekten, Vogeleier und kleine Wirbeltiere
LebensraumKronendach und Waldränder, halboffene Landschaften mit Baumgruppen
IUCN-Statusnicht gefährdet (Least Concern)

Wozu dient dem Tukan sein großer Schnabel?

Der auffällige Schnabel erfüllt gleich mehrere Aufgaben. Er ist eine natürliche Pflückzange, mit der der Tukan Früchte auch an dünnen Zweigen erreicht, die sein Gewicht nicht tragen würden. Zugleich wirkt er wie eine Klimaanlage: Durch das stark durchblutete Horn kann der Vogel überschüssige Wärme abgeben und so seine Körpertemperatur regeln. Trotz seiner Größe ist der Schnabel erstaunlich leicht, weil er innen hohl und von feinen Knochenstreben durchzogen ist.

Wo lebt der Tukan?

Der Toco-Tukan bewohnt das mittlere und östliche Südamerika. Man findet ihn an den Rändern des Amazonasbeckens, in den galeriewaldreichen Savannen des Cerrado, im Pantanal und im Atlantischen Regenwald. Anders als viele reine Waldarten kommt er auch in halboffenen Landschaften zurecht, solange fruchttragende Bäume vorhanden sind. Er lebt vor allem im Kronendach, wo das Nahrungsangebot am größten ist.

Wovon ernährt sich der Tukan?

Tukane sind überwiegend Fruchtfresser und damit wichtige Samenverbreiter des Waldes: Unverdaute Kerne scheiden sie weitab vom Mutterbaum wieder aus und tragen so zur Verjüngung des Regenwaldes bei. Ergänzend fressen sie Insekten, kleine Reptilien sowie Eier und Jungvögel aus fremden Nestern. Diese eiweißreiche Kost ist vor allem während der Brutzeit gefragt.

Wie brütet der Tukan?

Tukane sind Höhlenbrüter. Sie nutzen natürliche Baumhöhlen oder verlassene Spechthöhlen, die sie kaum ausbauen. Das Weibchen legt meist zwei bis vier Eier, um die sich beide Partner kümmern. Die Jungen schlüpfen nackt und blind; ihr Schnabel wächst erst über Wochen zur vollen Größe heran. Bis dahin bleiben die Küken lange im Schutz der Höhle.

Wusstest du das über den Tukan?

Zum Schlafen dreht der Tukan seinen langen Schnabel über den Rücken und legt ihn zwischen die Flügel, dann klappt er den Schwanz darüber und wird zu einem kompakten Federknäuel. So verliert er nachts weniger Wärme. Sein Schnabel macht bei manchen Arten fast die Hälfte der Körperlänge aus – und ist damit relativ zum Körper einer der größten Schnäbel der Vogelwelt.

Kann ein Tukan mit dem schweren Schnabel gut fliegen?

Ja. Der Schnabel ist innen hohl und sehr leicht. Tukane fliegen allerdings meist nur kurze Strecken in wellenförmigem Muster von Baum zu Baum, statt lange Distanzen zurückzulegen.

Sind Tukane vom Aussterben bedroht?

Der Toco-Tukan gilt laut IUCN als nicht gefährdet. Einige seltenere Tukanarten stehen jedoch durch Lebensraumverlust und Fang für den Heimtierhandel unter Druck.

Wie klingt der Ruf eines Tukans?

Tukane sind keine Singvögel. Sie geben raue, quakende oder knarrende Laute von sich, die über weite Strecken durch den Wald tragen und der Verständigung im Trupp dienen.

Warum ist der Tukan wichtig für den Regenwald?

Als Fruchtfresser verbreitet er die Samen zahlreicher Baumarten über große Entfernungen und hilft so, den Wald natürlich zu verjüngen.

Weitere gefiederte Bewohner und Säugetiere findest du in der Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wie sich das Leben vom Waldboden bis zum Kronendach verteilt, erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.