Flachlandtapir (Tapirus terrestris)

Flachlandtapir (Tapirus terrestris)

Der Flachlandtapir (Tapirus terrestris) ist das größte Landsäugetier Südamerikas und ein enger Verwandter von Pferd und Nashorn. Mit seinem kurzen, beweglichen Rüssel pflückt er Blätter und Früchte. Als Samenverbreiter gilt er als Gärtner des Regenwaldes. Die IUCN führt ihn als gefährdet.

Der Flachlandtapir (Tapirus terrestris) ist das größte Landsäugetier Südamerikas und ein enger Verwandter von Pferd und Nashorn. Mit seinem kurzen, beweglichen Rüssel pflückt er Blätter und Früchte. Als Samenverbreiter gilt er als Gärtner des Regenwaldes. Die IUCN führt ihn als gefährdet.

Der Tapir wirkt wie ein Tier aus einer anderen Zeit – und das ist er auch: Seine Vorfahren durchstreiften die Wälder schon vor Jahrmillionen in ähnlicher Gestalt. Trotz seines plumpen Aussehens ist er ein wendiger Schwimmer und ein stiller, scheuer Bewohner der tropischen Wälder, der eine Schlüsselrolle für den Fortbestand des Waldes spielt.

VerbreitungNördliches und zentrales Südamerika, weite Teile des Amazonasbeckens
Körperlänge1,8–2,5 m, Schulterhöhe bis etwa 1,1 m
Gewicht150–250 kg
NahrungPflanzenfresser: Blätter, Triebe, Wasserpflanzen und vor allem Früchte
VerwandtschaftUnpaarhufer – verwandt mit Pferden und Nashörnern
IUCN-Statusgefährdet (Vulnerable)

Wozu dient dem Tapir sein Rüssel?

Der kurze, bewegliche Rüssel des Tapirs entsteht aus Oberlippe und Nase und funktioniert wie ein Greifwerkzeug. Damit zupft das Tier gezielt Blätter, Knospen und Früchte ab und führt sie zum Maul. Unter Wasser kann der Rüssel sogar wie ein Schnorchel dienen. Diese flexible „Nase“ macht den Tapir zu einem geschickten Sammler in der dichten Vegetation des Waldbodens.

Warum nennt man den Tapir den Gärtner des Regenwaldes?

Der Tapir frisst enorme Mengen an Früchten und wandert dabei weite Strecken. Die unverdauten Samen scheidet er weit vom Mutterbaum entfernt wieder aus – oft mitten in Lichtungen, wo sie gut keimen. Weil er auch große, harte Samen schluckt, die andere Tiere meiden, verbreitet er Baumarten, auf die kaum ein anderes Tier spezialisiert ist. Verschwindet der Tapir, verarmt langfristig auch der Baumbestand. Deshalb ist er für die Verjüngung des Amazonas-Regenwaldes unverzichtbar.

Warum ist der Tapir bedroht?

Tapire vermehren sich langsam: Nach über einem Jahr Tragzeit bringt das Weibchen meist nur ein einziges Junges zur Welt. Diese geringe Fortpflanzungsrate macht die Art anfällig. Jagd auf Fleisch, der Verlust und die Zerschneidung ihres Lebensraums durch Rodung sowie der Straßenverkehr setzen den Beständen zu. Die IUCN stuft den Flachlandtapir daher als gefährdet ein.

Wusstest du das über den Tapir?

Junge Tapire tragen ein auffälliges Tarnkleid aus hellen Streifen und Punkten auf dunklem Grund, das an eine Wassermelone erinnert. Im Licht-Schatten-Spiel des Waldbodens macht es die Kälber nahezu unsichtbar. Nach einigen Monaten verblasst das Muster, und das Tier nimmt die einheitlich dunkle Färbung der Erwachsenen an.

Ist der Tapir mit dem Schwein verwandt?

Nein, das täuscht. Trotz der äußeren Ähnlichkeit gehört der Tapir zu den Unpaarhufern und ist mit Pferden und Nashörnern verwandt, nicht mit Schweinen.

Kann ein Tapir schwimmen?

Ausgezeichnet. Tapire halten sich gern im Wasser auf, tauchen zum Fressen von Wasserpflanzen und flüchten bei Gefahr oft in Flüsse.

Ist der Tapir gefährlich?

In der Regel nicht. Tapire sind scheu und fliehen. Nur in die Enge getrieben oder zum Schutz ihres Jungen können sie sich mit einem kräftigen Biss wehren.

Wann ist der Tapir aktiv?

Vorwiegend in der Dämmerung und nachts. Tagsüber ruht er versteckt im dichten Unterwuchs oder im Wasser.

Weitere Säugetiere des Regenwaldes zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Warum Samenverbreiter für den Wald so wichtig sind, erklärt der Beitrag zum Ökosystem und Nährstoffkreislauf.