Das Schuppentier (Pangolin) ist das einzige Säugetier mit einem Panzer aus echten Hornschuppen. Es lebt in den Wäldern Asiens und Afrikas, frisst Ameisen und Termiten und rollt sich bei Gefahr zur Kugel. Es gilt als das meistgewilderte Säugetier der Welt.
Das Schuppentier sieht aus wie eine Mischung aus Kiefernzapfen und Urzeittier. Sein ganzer Körper ist von überlappenden, harten Hornschuppen bedeckt – ein weltweit einzigartiger Panzer unter den Säugetieren. Trotz dieser auffälligen Rüstung ist das scheue, nachtaktive Tier den meisten Menschen unbekannt. Traurige Berühmtheit erlangte es dadurch, dass es heute zu den am stärksten bedrohten Tieren der Erde zählt.
| Verbreitung | Wälder und Savannen Asiens und Afrikas (acht Arten) |
|---|---|
| Körperlänge | je nach Art etwa 30–100 cm mit Schwanz |
| Nahrung | Ameisen und Termiten (bis zu 70 Millionen pro Jahr) |
| Besonderheit | einziges Säugetier mit Panzer aus Hornschuppen |
| Schutz | rollt sich zur Kugel zusammen |
| IUCN-Status | alle Arten bedroht, teils vom Aussterben bedroht |
Warum hat das Schuppentier Schuppen?
Die Schuppen bestehen aus Keratin – demselben Stoff wie unsere Fingernägel und das Horn eines Nashorns. Sie bilden einen beweglichen Panzer, der das Tier vor Fressfeinden und den Bissen der Ameisen schützt. Fühlt sich das Schuppentier bedroht, rollt es sich zu einer festen Kugel zusammen, aus der die scharfkantigen Schuppen wie Schindeln nach außen ragen. Selbst Löwen und Leoparden scheitern an dieser Verteidigung – gegen die menschliche Wilderei ist sie jedoch wirkungslos.
Wie lebt das Schuppentier?
Schuppentiere sind nachtaktive Einzelgänger. Mit kräftigen Grabklauen öffnen sie Ameisen- und Termitenbauten und lecken die Insekten mit einer bis zu 40 Zentimeter langen, klebrigen Zunge auf. Zähne haben sie keine – die Beute wird im muskulösen Magen mit verschlucktem Sand zerrieben. Manche Arten leben am Boden und graben Höhlen, andere klettern mit ihrem Greifschwanz auf Bäume. Ökologisch sind sie wichtige „Schädlingsbekämpfer“, die Insektenbestände in Schach halten.
Warum ist das Schuppentier so stark bedroht?
Das Schuppentier gilt als das meistgewilderte Säugetier der Welt. Seine Schuppen werden – trotz völliger medizinischer Wirkungslosigkeit – in einigen Ländern der traditionellen Medizin zugeschrieben, sein Fleisch als Delikatesse gehandelt. In den letzten Jahren wurden viele Tonnen Schuppen beschlagnahmt, hinter denen Hunderttausende getötete Tiere stehen. Der internationale Handel ist inzwischen verboten, doch die illegale Wilderei geht weiter.
Wusstest du das über das Schuppentier?
Trotz seines reptilienhaften Aussehens ist das Schuppentier ein echtes Säugetier: Es säugt seine Jungen, die anfangs weiche Schuppen haben und auf dem Schwanz der Mutter reiten. Erst mit der Zeit härten ihre Schuppen aus. Seinen einzigartigen Bauplan hat das Schuppentier seit vielen Millionen Jahren kaum verändert.
Ist das Schuppentier mit dem Gürteltier verwandt?
Nein, nur oberflächlich ähnlich. Beide haben einen Panzer, gehören aber verschiedenen Säugetiergruppen an – ein Beispiel für konvergente Evolution.
Wozu werden die Schuppen gewildert?
Sie werden in der traditionellen Medizin einiger Länder verwendet, obwohl sie – als reines Keratin – keinerlei medizinische Wirkung haben. Der Handel ist international verboten.
Wie viele Arten gibt es?
Acht: vier in Asien und vier in Afrika. Alle gelten als bedroht, mehrere als vom Aussterben bedroht.
Ist das Schuppentier gefährlich?
Nein. Es ist völlig harmlos, hat keine Zähne und verteidigt sich ausschließlich durch Einrollen.
Weitere seltene und bedrohte Säugetiere der Tropen zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wie der illegale Tierhandel den Wald bedroht, beschreibt der Bereich Bedrohung des Regenwaldes.
