Schimpanse (Pan troglodytes)

Schimpanse (Pan troglodytes)

Der Schimpanse (Pan troglodytes) ist der nächste lebende Verwandte des Menschen und lebt in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas. Er nutzt Werkzeuge, jagt gemeinsam und lebt in wechselnden sozialen Gruppen. Sein Erbgut stimmt zu rund 99 Prozent mit dem menschlichen überein. Die IUCN führt ihn als stark gefährdet.

Der Schimpanse (Pan troglodytes) ist der nächste lebende Verwandte des Menschen und lebt in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas. Er nutzt Werkzeuge, jagt gemeinsam und lebt in wechselnden sozialen Gruppen. Sein Erbgut stimmt zu rund 99 Prozent mit dem menschlichen überein. Die IUCN führt ihn als stark gefährdet.

Kein anderes Tier ist dem Menschen so ähnlich wie der Schimpanse. Er plant voraus, benutzt und formt Werkzeuge, pflegt komplexe Beziehungen und gibt Wissen von Generation zu Generation weiter. Wer Schimpansen beobachtet, blickt gewissermaßen in einen Spiegel der eigenen Stammesgeschichte.

VerbreitungWest- und Zentralafrika, im Gürtel der tropischen Regen- und Feuchtwälder
Körpergrößeaufgerichtet 1–1,7 m
GewichtMännchen 40–70 kg, Weibchen etwas leichter
NahrungAllesfresser: Früchte, Blätter, Samen, Insekten, gelegentlich Fleisch
Lebensweisetagaktiv, in wechselnden Gruppen (Fission-Fusion), sehr sozial
IUCN-Statusstark gefährdet (Endangered)

Benutzen Schimpansen wirklich Werkzeuge?

Ja, und das erstaunlich vielseitig. Schimpansen entrinden Zweige, um damit Termiten aus ihren Bauten zu „angeln“, zerkauen Blätter zu Schwämmen, um Wasser aus Baumhöhlen zu schöpfen, und knacken Nüsse mit Stein oder Holz als Hammer und Amboss. Diese Techniken werden nicht instinktiv beherrscht, sondern von den Jungen über Jahre bei den Erwachsenen erlernt. Weil verschiedene Gruppen unterschiedliche Techniken pflegen, spricht die Forschung von Schimpansen-Kulturen.

Wie leben Schimpansen zusammen?

Schimpansen bilden große Gemeinschaften von oft mehreren Dutzend Tieren, die sich jedoch ständig in kleinere, wechselnde Untergruppen aufteilen und wieder vereinen. Dieses flexible System nennt man Fission-Fusion. Innerhalb der Gruppe herrscht eine ausgeprägte Rangordnung, die durch Bündnisse, gegenseitige Fellpflege und manchmal auch durch Auseinandersetzungen bestimmt wird. Beziehungen und Politik spielen im Schimpansenalltag eine große Rolle.

Warum ist der Schimpanse bedroht?

Obwohl er weit verbreitet ist, sind die Bestände stark geschrumpft. Die Ursachen sind die Rodung der Wälder, die Jagd auf sogenanntes Buschfleisch und Krankheiten wie das Ebolavirus, das ganze Populationen auslöschen kann. Weil Schimpansen sich langsam vermehren und ihre Jungen jahrelang abhängig sind, erholen sich dezimierte Gruppen nur schwer. Die IUCN stuft die Art deshalb als stark gefährdet ein.

Wusstest du das über Schimpansen?

Schimpansen führen regelrechte Jagdzüge auf andere Affen durch, bei denen Männchen koordiniert zusammenarbeiten und die Beute anschließend teilen – ein Verhalten, das lange nur dem Menschen zugeschrieben wurde. Zugleich zeigen sie Mitgefühl: Sie trösten unterlegene Artgenossen und pflegen kranke Gruppenmitglieder.

Wie eng ist der Schimpanse mit dem Menschen verwandt?

Sehr eng. Schimpansen und Menschen teilen rund 98 bis 99 Prozent ihres Erbguts und hatten vor einigen Millionen Jahren einen gemeinsamen Vorfahren.

Sind Schimpansen gefährlich?

Sie sind deutlich kräftiger als Menschen und können in Ausnahmefällen aggressiv werden. In freier Wildbahn meiden sie den Menschen jedoch meist.

Wie unterscheidet sich der Schimpanse vom Gorilla?

Der Gorilla ist deutlich größer und überwiegend Pflanzenfresser, während der kleinere Schimpanse ein vielseitiger Allesfresser und geschickter Werkzeugnutzer ist.

Wie alt werden Schimpansen?

In freier Natur oft 30 bis 40 Jahre, in menschlicher Obhut auch deutlich älter.

Weitere Menschenaffen und Säuger zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wo der Schimpanse lebt, beschreibt der Beitrag zum Kongobecken.