Der Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) ist mit seinen leuchtend roten Augen, dem grünen Körper und den blau-orangen Flanken einer der bekanntesten Frösche der Welt. Er lebt in den Regenwäldern Mittelamerikas und ist ein Sinnbild für Artenschutz und Tropennatur.
Kaum ein Tier ziert so viele Poster und Naturbildbände wie der Rotaugenlaubfrosch. Tagsüber sitzt der kleine Frosch regungslos und mit geschlossenen Augen an eine Blattunterseite gepresst, das grüne Rückenkleid perfekt getarnt. Erst nachts erwacht er zum Leben – und offenbart seine spektakulären Farben. Er ist zum heimlichen Wappentier der mittelamerikanischen Regenwälder geworden.
| Verbreitung | Tieflandregenwälder von Südmexiko bis Panama |
|---|---|
| Körperlänge | Männchen etwa 5 cm, Weibchen bis 7,5 cm |
| Nahrung | Insekten, Grillen, Motten, Fliegen |
| Lebensraum | Feuchte Tieflandregenwälder nahe Gewässern |
| Aktivität | nachtaktiv, tagsüber getarnt schlafend |
| IUCN-Status | nicht gefährdet (Least Concern) |
Wozu dienen die roten Augen und grellen Farben?
Der Rotaugenlaubfrosch nutzt einen Trick, den Biologen „Schreckfärbung“ nennen. Ruht er getarnt auf einem Blatt und wird doch von einem Räuber entdeckt, reißt er blitzartig die knallroten Augen auf und zeigt die blau-orangen Flanken und Füße. Für den Bruchteil einer Sekunde ist der Angreifer irritiert – und der Frosch springt davon. Das leuchtende Nachbild bleibt dem Feind im Blick, während das gut getarnte grüne Tier bereits im Dunkeln verschwunden ist.
Wie lebt der Rotaugenlaubfrosch im Baum?
Als Laubfrosch verbringt er sein Leben überwiegend in der Vegetation. An seinen Zehen sitzen klebrige Haftscheiben, mit denen er selbst an glatten, nassen Blättern sicheren Halt findet. So klettert er nachts durch das Dickicht auf der Jagd nach Insekten. Sein grüner Rücken und die Fähigkeit, Gliedmaßen unter den Körper zu ziehen, machen ihn tagsüber nahezu unsichtbar.
Wie vermehrt sich der Rotaugenlaubfrosch?
Zur Paarung heftet das Weibchen seine Gelege an Blätter, die über dem Wasser hängen. Schlüpfen die Kaulquappen, lassen sie sich einfach hinab ins Gewässer fallen, wo sie sich weiterentwickeln. Bemerkenswert: Spüren die Embryonen im Ei Erschütterungen einer nahenden Schlange, können sie vorzeitig schlüpfen und sich fallen lassen – eine erstaunliche Fluchtreaktion schon vor der Geburt.
Wusstest du das über den Rotaugenlaubfrosch?
Obwohl er so giftig aussieht, ist der Rotaugenlaubfrosch – anders als die Pfeilgiftfrösche – für Menschen harmlos und nicht giftig. Seine Farben dienen dem Erschrecken, nicht der Warnung vor Gift. Als „Botschafter“ des Regenwaldes hilft er, Aufmerksamkeit für den Schutz der Tropen zu wecken.
Ist der Rotaugenlaubfrosch giftig?
Nein. Er ist völlig ungiftig und für Menschen harmlos. Seine grellen Farben dienen dem Erschrecken von Fressfeinden, nicht als Giftwarnung.
Warum schläft er mit geschlossenen Augen?
Tagsüber presst er sich mit geschlossenen Augen und eingezogenen Beinen an ein Blatt, sodass nur der grüne Rücken sichtbar ist – eine perfekte Tarnung gegen Fressfeinde.
Wo kann man ihn beobachten?
In feuchten Tieflandregenwäldern Mittelamerikas, etwa in Costa Rica und Panama, besonders nachts in der Nähe von Teichen und Tümpeln.
Wie alt wird er?
In freier Wildbahn lebt er mehrere Jahre, in menschlicher Obhut oft länger. Genaue Angaben sind schwierig, da die Tiere nachts und versteckt leben.
Weitere Amphibien und Baumbewohner der Tropen zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Seinen Lebensraum beschreibt der Beitrag zum Regenwald in Costa Rica.
