Pfeilgiftfrösche sind kleine, oft grell gefärbte Frösche am Boden der Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Ihre Warnfarben signalisieren Fressfeinden die Giftigkeit; die Alkaloide gewinnen sie aus ihrer Nahrung. Viele Arten betreiben aufwendige Brutpflege. Der Gefährdungsstatus ist je nach Art sehr unterschiedlich.
Pfeilgiftfrösche (Familie Dendrobatidae) gehören zu den farbenprächtigsten Tieren des Regenwaldes. Trotz ihrer geringen Größe sind manche Arten hochgiftig. Ihre leuchtenden Farben sind kein Zufall, sondern eine Warnung an mögliche Fressfeinde. Der Name geht auf einige indigene Völker zurück, die das Hautsekret bestimmter Arten für Blasrohrpfeile nutzten.
| Verbreitung | Mittel- und Südamerika, Schwerpunkt im Amazonasgebiet und den tropischen Anden |
|---|---|
| Körperlänge | ca. 1,5–6 cm je nach Art |
| Gewicht | nur wenige Gramm |
| Nahrung | kleine Gliedertiere: Ameisen, Milben, Springschwänze und andere Insekten |
| Lebensraum | Waldboden und Krautschicht, oft in der Laubstreu und an Bromelien |
| IUCN-Status | je nach Art sehr variabel: von nicht gefährdet bis vom Aussterben bedroht |
Wo leben Pfeilgiftfrösche?
Pfeilgiftfrösche bewohnen die feuchten Wälder Mittel- und Südamerikas. Viele Arten leben im Amazonasgebiet und an den Osthängen der Anden. Ihr Lebensraum ist die unterste Waldschicht: Sie halten sich am feuchten Waldboden und in der Krautschicht auf, verstecken sich in der Laubstreu und nutzen die kleinen Wasseransammlungen in Bromelien. Die Gliederung dieser bodennahen Zone erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.
Woher stammt das Gift der Pfeilgiftfrösche?
Das Gift der Pfeilgiftfrösche stammt aus ihrer Nahrung. Die Frösche stellen die Alkaloide nicht selbst her, sondern nehmen sie über bestimmte Beutetiere wie Ameisen und Milben auf und lagern sie in der Haut ein. Deshalb sind in menschlicher Obhut gezüchtete Tiere, die kein solches Futter erhalten, praktisch ungiftig. Die giftigste Art, der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis), trägt genug Gift in der Haut, um für viele Beutegreifer tödlich zu sein. Die grellen Warnfarben signalisieren diese Gefahr unmissverständlich.
Wie betreiben Pfeilgiftfrösche Brutpflege?
Pfeilgiftfrösche sind für ihre intensive Brutpflege bekannt. Nach der Paarung bewachen die Eltern das Gelege am feuchten Boden. Sobald die Kaulquappen schlüpfen, trägt ein Elternteil sie einzeln auf dem Rücken zu kleinen Wasserstellen, etwa den mit Regenwasser gefüllten Bromelientrichtern hoch in den Bäumen. Bei einigen Arten versorgt das Weibchen die Larven anschließend regelmäßig mit unbefruchteten Nähreiern als Futter, bis sie sich zu Fröschen entwickelt haben.
Sind Pfeilgiftfrösche gefährdet?
Der Gefährdungsstatus unterscheidet sich stark von Art zu Art. Manche weitverbreitete Arten gelten als nicht gefährdet (Least Concern), andere stehen kurz vor dem Aussterben, etwa der Lehmanns Baumsteiger (Oophaga lehmanni), der als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) eingestuft wird. Viele Arten haben nur winzige Verbreitungsgebiete und reagieren daher besonders empfindlich auf die Zerstörung ihres Lebensraums sowie auf das Sammeln für den Tierhandel.
Sind Pfeilgiftfrösche für Menschen gefährlich?
Nur wenige Arten sind stark giftig, und ihr Gift wirkt vor allem bei Aufnahme über Wunden oder Schleimhäute. Bei sachgemäßem Verhalten geht von den Tieren keine Gefahr aus; man sollte sie jedoch niemals mit verletzten Händen berühren.
Warum sind sie so bunt?
Die leuchtenden Farben sind eine Warnung (Aposematismus). Fressfeinde lernen, dass grelle Färbung mit einem unangenehmen oder giftigen Geschmack verbunden ist, und meiden die Frösche.
Wie groß werden Pfeilgiftfrösche?
Die meisten Arten bleiben klein und messen nur zwischen etwa 1,5 und 6 Zentimetern. Trotz dieser Winzigkeit gehören einige zu den giftigsten Landtieren der Welt.
Verlieren die Frösche in Gefangenschaft ihr Gift?
Ja. Da sie das Gift aus ihrer Beute beziehen, sind nachgezüchtete Tiere ohne entsprechendes Futter praktisch ungiftig.
Weitere Bewohner der bunten Unterwelt des Waldes zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Ein farbenfroher Verwandter im Kronendach ist der Ara.
