Regenwald-Kompendium

Tierwelt

Der tropische Regenwald ist der artenreichste Lebensraum der Erde: Auf nur wenigen Prozent der Landfläche lebt mehr als die Hälfte aller bekannten Tierarten. Jedes Stockwerk – vom feuchten Waldboden bis ins sonnige Kronendach – hat seine Spezialisten, vom pirschenden Jaguar über das reglose Faultier bis zum leuchtend bunten Ara in den Wipfeln.

Nirgends drängt sich das Leben so dicht wie im Regenwald. Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere teilen sich denselben Raum, indem sie sich auf unterschiedliche Etagen, Nahrung und Tageszeiten spezialisieren. Wie sich Tiere zwischen Waldboden, Unterholz und Kronendach verteilen, zeigt anschaulich unsere Seite zu den Stockwerken des Regenwaldes.

In diesem Bereich stellen wir die eindrucksvollsten Bewohner in Steckbriefen vor – mit Verbreitung, Lebensraum, Nahrung und Gefährdungsstatus. So wird greifbar, wie eng Räuber und Beute, Bestäuber und Pflanzen in diesem Ökosystem zusammenhängen.

Wasserschwein (Hydrochoerus hydrochaeris)

Wasserschwein (Hydrochoerus hydrochaeris)

Das Wasserschwein oder Capybara (Hydrochoerus hydrochaeris) ist das größte Nagetier der Welt und lebt an Gewässern der südamerikanischen Tropen. Als geselliger Pflanzenfresser weidet es Gräser und Wasserpflanzen und flüchtet bei Gefahr ins Wasser. Es wird bis zu 66 Kilogramm schwer. Die IUCN führt es als nicht gefährdet.

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Abgottschlange (Boa constrictor)

Abgottschlange (Boa constrictor)

Die Abgottschlange (Boa constrictor) ist eine große, ungiftige Würgeschlange der amerikanischen Tropen. Sie tötet ihre Beute nicht durch Zerquetschen, sondern durch Umschlingen und Ersticken. Boas werden zwei bis vier Meter lang und bringen lebende Junge zur Welt. Die IUCN führt viele Bestände als nicht gefährdet.

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Blattschneiderameise (Atta)

Blattschneiderameise (Atta)

Blattschneiderameisen (Gattung Atta) tragen geschnittene Blattstücke in ihren Bau – fressen sie aber nicht. Stattdessen züchten sie damit einen Pilz, der ihre einzige Nahrung ist. Ihre Millionenstaaten gehören zu den komplexesten Tiergesellschaften überhaupt. Sie leben in den Wäldern Mittel- und Südamerikas.

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Tukan (Ramphastos toco)

Tukan (Ramphastos toco)

Der Toco-Tukan (Ramphastos toco) ist die größte Tukanart und lebt im Kronendach tropischer Wälder Südamerikas. Auffällig ist sein bis zu 23 Zentimeter langer, orangefarbener Schnabel, mit dem er Früchte pflückt und seine Körpertemperatur reguliert. Er wird rund 55 bis 65 Zentimeter lang. Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet.

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Roter Brüllaffe (Alouatta seniculus)

Roter Brüllaffe (Alouatta seniculus)

Der Rote Brüllaffe (Alouatta seniculus) gehört zu den lautesten Landtieren der Welt: Sein Gebrüll ist mehrere Kilometer weit zu hören. Er lebt im Kronendach südamerikanischer Regenwälder und ernährt sich vor allem von Blättern. Mit dem Greifschwanz hält er sich sicher fest. Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet.

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Orang-Utan (Pongo)

Orang-Utan (Pongo)

Der Orang-Utan (Pongo) ist der größte baumlebende Säuger der Erde und kommt nur auf Borneo und Sumatra vor. Als kluger Menschenaffe baut er jede Nacht ein neues Blätternest und ernährt sich vor allem von Früchten. Männchen erreichen bis zu 90 Kilogramm. Alle drei Arten gelten als vom Aussterben bedroht.

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Kolibri (Trochilidae)

Kolibri (Trochilidae)

Kolibris (Trochilidae) sind die kleinsten Vögel der Welt und leben ausschließlich in Amerika, viele davon in den tropischen Regenwäldern. Sie schwirren im Rüttelflug vor Blüten und trinken mit langer Zunge Nektar. Ihre Flügel schlagen bis zu 80-mal pro Sekunde. Die kleinste Art wiegt nur rund zwei Gramm.

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Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi)

Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi)

Die Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) ist die schwerste Spinne der Welt und lebt am Boden des nördlichen Amazonas-Regenwaldes. Mit den Beinen erreicht sie eine Spannweite von bis zu 30 Zentimetern. Trotz ihres Namens frisst sie vor allem Wirbellose und kleine Wirbeltiere. Für Menschen ist ihr Gift harmlos.

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Brillenkaiman (Caiman crocodilus)

Brillenkaiman (Caiman crocodilus)

Der Brillenkaiman (Caiman crocodilus) ist das häufigste Krokodil Lateinamerikas und lebt in Flüssen, Sümpfen und Seen des Regenwaldes. Seinen Namen verdankt er einem knöchernen Wulst zwischen den Augen, der an eine Brille erinnert. Männchen werden bis zu 2,5 Meter lang. Die IUCN führt ihn als nicht gefährdet.

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Blauer Morphofalter (Morpho)

Blauer Morphofalter (Morpho)

Der Blaue Morphofalter (Morpho) gehört zu den größten und auffälligsten Schmetterlingen der neotropischen Regenwälder. Sein leuchtend blaues Schillern entsteht nicht durch Farbe, sondern durch Lichtbrechung an den Flügelschuppen. Die Flügelspannweite erreicht bis zu 20 Zentimeter. Die Falter leben in Mittel- und Südamerika.

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Amazonas-Flussdelfin (Inia geoffrensis)

Amazonas-Flussdelfin (Inia geoffrensis)

Der Amazonas-Flussdelfin (Inia geoffrensis), auch Boto oder Rosa Flussdelfin genannt, ist der größte Süßwasserdelfin der Welt. Er lebt in den trüben Flüssen des Amazonas- und Orinoco-Beckens und findet seine Beute per Echoortung. Ältere Tiere färben sich rosa. Die IUCN führt ihn als stark gefährdet.

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Pfeilgiftfrösche

Pfeilgiftfrösche

Pfeilgiftfrösche sind kleine, oft grell gefärbte Frösche am Boden der Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Ihre Warnfarben signalisieren Fressfeinden die Giftigkeit; die Alkaloide gewinnen sie aus ihrer Nahrung. Viele Arten betreiben aufwendige Brutpflege. Der Gefährdungsstatus ist je nach Art sehr unterschiedlich.

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