Orang-Utan (Pongo)

Orang-Utan (Pongo)

Der Orang-Utan (Pongo) ist der größte baumlebende Säuger der Erde und kommt nur auf Borneo und Sumatra vor. Als kluger Menschenaffe baut er jede Nacht ein neues Blätternest und ernährt sich vor allem von Früchten. Männchen erreichen bis zu 90 Kilogramm. Alle drei Arten gelten als vom Aussterben bedroht.

Der Orang-Utan (Pongo) ist der größte baumlebende Säuger der Erde und kommt nur auf Borneo und Sumatra vor. Als kluger Menschenaffe baut er jede Nacht ein neues Blätternest und ernährt sich vor allem von Früchten. Männchen erreichen bis zu 90 Kilogramm. Alle drei Arten gelten als vom Aussterben bedroht.

Der Name Orang-Utan stammt aus dem Malaiischen und bedeutet „Waldmensch“. Kaum ein Tier verkörpert diesen Namen besser: Die rothaarigen Menschenaffen verbringen fast ihr ganzes Leben in den Baumkronen, sind bemerkenswert intelligent und mit dem Menschen nah verwandt. Heute leben sie ausschließlich auf den beiden südostasiatischen Inseln Borneo und Sumatra.

VerbreitungNur auf Borneo und Sumatra; drei Arten (Borneo-, Sumatra- und Tapanuli-Orang-Utan)
Körpergröße1,1–1,4 m Körperhöhe; Armspannweite bis zu 2,2 m
GewichtMännchen 50–90 kg, Weibchen 30–50 kg
NahrungÜberwiegend Früchte (besonders Feigen); dazu Blätter, Rinde, Insekten, Honig
LebensraumTropische Tiefland- und Bergregenwälder, fast ausschließlich im Kronendach
IUCN-Statusvom Aussterben bedroht (Critically Endangered), alle drei Arten

Wo leben Orang-Utans?

Orang-Utans kommen weltweit nur noch in den Regenwäldern von Borneo und Sumatra vor. Man unterscheidet drei Arten: den Borneo-Orang-Utan, den Sumatra-Orang-Utan und den erst 2017 wissenschaftlich beschriebenen Tapanuli-Orang-Utan, von dem nur noch wenige Hundert Tiere existieren. Als ausgesprochene Baumbewohner sind sie auf große, zusammenhängende Waldflächen im indonesischen Regenwald angewiesen.

Wie intelligent sind Orang-Utans?

Orang-Utans zählen zu den klügsten Tieren überhaupt. Sie benutzen Werkzeuge, etwa Stöcke, um Insekten aus Baumlöchern zu angeln oder Samen aus stacheligen Früchten zu holen, und legen sich bei Regen große Blätter als Schirm über den Kopf. Ihr Wissen über essbare Pflanzen und Werkzeuggebrauch geben Mütter über Jahre an ihre Jungen weiter – eine Form von Kultur.

Warum baut der Orang-Utan jede Nacht ein Nest?

Jeden Abend flechtet ein Orang-Utan hoch in den Bäumen aus Zweigen und Blättern ein frisches Schlafnest, oft mit einem regendichten „Dach“. Für die Ruhe in luftiger Höhe ist das sicherer, als am Boden zu schlafen, wo Raubtiere lauern. Junge lernen den Nestbau, indem sie ihrer Mutter zusehen – ein Können, das sich über die gesamte Kindheit entwickelt.

Warum sind Orang-Utans bedroht?

Die größte Gefahr ist der Verlust ihres Lebensraums. Für Palmölplantagen, Holzeinschlag und Bergbau werden riesige Waldflächen gerodet. Weil Orang-Utan-Weibchen nur alle sechs bis acht Jahre ein einziges Junges bekommen, erholen sich die Bestände extrem langsam. Zusätzlich werden Tiere getötet oder illegal als Haustiere gefangen. Alle drei Arten stehen deshalb kurz vor dem Aussterben.

Wusstest du das über Orang-Utans?

Orang-Utans teilen rund 97 Prozent ihres Erbguts mit dem Menschen. Ausgewachsene Männchen entwickeln auffällige Backenwülste im Gesicht, sogenannte Wangenpolster, und stoßen weit hörbare „Long Calls“ aus, um Weibchen anzulocken und Rivalen fernzuhalten. Ein Orang-Utan kann in menschlicher Obhut über 50 Jahre alt werden.

Ist der Orang-Utan mit dem Gorilla verwandt?

Beide sind Menschenaffen, doch der Orang-Utan ist die einzige asiatische Gattung, während Gorillas in Afrika leben. Innerhalb der Menschenaffen ist der Orang-Utan mit dem Menschen etwas weniger eng verwandt als Gorilla oder Schimpanse.

Wie viele Orang-Utans gibt es noch?

Auf Borneo leben noch etwa 100.000 Tiere, auf Sumatra deutlich weniger; vom Tapanuli-Orang-Utan existieren nur wenige Hundert. Die Bestände sinken weiter.

Leben Orang-Utans in Gruppen?

Nein, sie sind weitgehend Einzelgänger. Nur Mütter und ihre Jungtiere bleiben über Jahre eng zusammen; ausgewachsene Männchen leben allein.

Was kann ich zum Schutz der Orang-Utans tun?

Achte auf Produkte mit nachhaltig zertifiziertem Palmöl und unterstütze seriöse Schutzprojekte. Mehr dazu auf unserer Seite zum Regenwaldschutz.

Weitere Menschenaffen und Waldbewohner stellt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes vor. Warum gerade Südostasiens Wälder so stark unter Druck stehen, zeigt der Beitrag zum Regenwald in Indonesien.