Der Netzpython (Malayopython reticulatus) ist die längste Schlange der Welt und lebt in den Regenwäldern Südostasiens. Als ungiftige Würgeschlange erbeutet er Säugetiere und Vögel. Sein netzartiges Muster tarnt ihn perfekt im Laub. Ausgewachsene Tiere können sechs bis sieben Meter lang werden.
Der Netzpython hält einen beeindruckenden Rekord: Keine andere Schlange der Welt wird so lang. In den Wäldern und an den Ufern Südostasiens lebt dieser Gigant heimlich und ist trotz seiner Größe schwer zu entdecken – sein kunstvolles Muster lässt ihn im Schattenspiel des Regenwaldes fast verschwinden.
| Verbreitung | Südostasien, u. a. Borneo, Sumatra, Malaysia, Philippinen |
|---|---|
| Länge | meist 3–6 m, große Tiere bis etwa 7 m – die längste Schlange der Welt |
| Nahrung | Säugetiere und Vögel; erlegt durch Umschlingen |
| Lebensraum | Regenwald, Flussufer und Sümpfe; guter Schwimmer und Kletterer |
| IUCN-Status | nicht gefährdet (Least Concern) |
Wie lang wird der Netzpython wirklich?
Der Netzpython ist die längste Schlange der Erde. Die meisten Tiere messen drei bis sechs Meter, doch einzelne Exemplare erreichen etwa sieben Meter. Damit ist er länger als die Grüne Anakonda, die zwar schwerer und massiger gebaut ist, aber nicht so lang wird. Anakonda und Netzpython teilen sich damit gewissermaßen die Rekorde: die eine als schwerste, der andere als längste Schlange der Welt.
Wie jagt der Netzpython?
Wie die Boa ist auch der Netzpython eine ungiftige Würgeschlange. Er lauert getarnt, packt die Beute blitzschnell mit den nach hinten gebogenen Zähnen und schlingt sofort mehrere Körperwindungen um sie. Mit jedem Ausatmen zieht er die Schlingen enger, bis die Beute nicht mehr atmen kann. Anschließend verschlingt er sie im Ganzen. Sein dehnbares Kiefer erlaubt es ihm, Tiere zu schlucken, die deutlich dicker sind als sein eigener Kopf.
Warum ist das netzartige Muster so nützlich?
Das komplexe Muster aus dunklen Linien auf hellem Grund, dem der Python seinen Namen verdankt, wirkt auf den ersten Blick auffällig. Im gefleckten Licht des Waldbodens jedoch löst es die Umrisse der Schlange auf und macht sie nahezu unsichtbar. Diese sogenannte Auflösungstarnung schützt den Python vor Feinden und hilft ihm zugleich beim Anschleichen an Beute.
Wusstest du das über den Netzpython?
Netzpythons sind ausgezeichnete Schwimmer und haben auf diese Weise sogar entlegene Inseln besiedelt. Weibchen legen bis zu mehreren Dutzend Eier und umschlingen das Gelege schützend. Durch rhythmisches Muskelzittern können sie sogar Wärme erzeugen und die Eier so wie in einem Brutkasten warm halten – eine seltene Form der Brutpflege bei Reptilien.
Ist der Netzpython giftig?
Nein. Er ist ungiftig und tötet seine Beute durch Umschlingen und Ersticken, nicht durch Gift.
Ist der Netzpython für Menschen gefährlich?
Angriffe auf Menschen sind sehr selten, kommen bei sehr großen Tieren aber vereinzelt vor. In der Regel meidet der Python den Menschen.
Was unterscheidet ihn von der Anakonda?
Der Netzpython ist länger, aber schlanker; die Anakonda ist kürzer, aber schwerer und stärker ans Wasser gebunden.
Warum wird der Netzpython gejagt?
Vor allem wegen seiner gemusterten Haut, die zu Lederwaren verarbeitet wird. Sein großer Bestand gilt bislang als nicht gefährdet.
Weitere Reptilien und Jäger zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Seinen Lebensraum beschreibt der Beitrag zum Regenwald in Indonesien.
