Nasenaffe (Nasalis larvatus)

Nasenaffe (Nasalis larvatus)

Der Nasenaffe (Nasalis larvatus) lebt ausschließlich auf Borneo und ist für die riesige Hängenase der Männchen bekannt. Er bewohnt Mangroven- und Flusswälder und ist ein hervorragender Schwimmer. Sein großer Bauch beherbergt einen Blätter verdauenden Mehrkammermagen. Die IUCN führt ihn als stark gefährdet.

Der Nasenaffe (Nasalis larvatus) lebt ausschließlich auf Borneo und ist für die riesige Hängenase der Männchen bekannt. Er bewohnt Mangroven- und Flusswälder und ist ein hervorragender Schwimmer. Sein großer Bauch beherbergt einen Blätter verdauenden Mehrkammermagen. Die IUCN führt ihn als stark gefährdet.

Der Nasenaffe gehört zu den unverwechselbarsten Primaten der Welt. Die überproportional große Nase der Männchen und der auffällig runde Bauch machen ihn zu einer Kuriosität der Natur. Er ist ein echter Inselbewohner: Nirgendwo sonst als auf Borneo kommt diese Art vor, und dort ist sie eng an die Wälder entlang der Flüsse und Küsten gebunden.

Verbreitungausschließlich Borneo (Indonesien, Malaysia, Brunei)
KörpergrößeMännchen bis 76 cm Körper, plus langer Schwanz
GewichtMännchen bis etwa 24 kg, Weibchen deutlich leichter
Nahrungüberwiegend Blätter, dazu unreife Früchte und Samen
LebensraumMangroven-, Sumpf- und Flusswälder, meist nahe am Wasser
IUCN-Statusstark gefährdet (Endangered)

Wozu dient die große Nase?

Die auffällige Hängenase tragen nur die Männchen. Sie wirkt als Resonanzkörper und verleiht ihren Rufen mehr Volumen und Tiefe – ein Signal, das Rivalen abschreckt und Weibchen beeindruckt. Zugleich gilt eine große Nase als Zeichen von Gesundheit und Stärke. Je größer die Nase, desto durchsetzungsfähiger ist ein Männchen meist im Wettbewerb um die Gunst der Weibchen und den Rang in der Gruppe.

Warum hat der Nasenaffe so einen dicken Bauch?

Der runde Bauch des Nasenaffen ist kein Fett, sondern ein hochspezialisierter Verdauungsapparat. Wie bei einer Kuh zerlegen Bakterien in einem großen, mehrkammrigen Magen die zähen, schwer verdaulichen Blätter. Diese Gärung liefert Energie aus einer Nahrung, die für viele andere Tiere wertlos wäre. Dafür sind Nasenaffen empfindlich gegenüber zuckerreichen, reifen Früchten, die ihre Verdauung durcheinanderbringen können.

Warum ist der Nasenaffe ein guter Schwimmer?

Nasenaffen leben an Flüssen und in Mangroven und müssen häufig Wasserläufe überqueren. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und tauchen sogar, wobei ihnen leichte Schwimmhäute zwischen den Fingern und Zehen helfen. Bei Gefahr springen sie aus großer Höhe ins Wasser und schwimmen davon. Diese Fähigkeit ist auf Borneo überlebenswichtig, wo Flüsse das Land durchziehen.

Wusstest du das über den Nasenaffen?

Nasenaffen leben in Haremsgruppen aus einem Männchen und mehreren Weibchen, doch am Abend versammeln sich oft mehrere Gruppen an denselben Bäumen am Flussufer, um gemeinsam zu schlafen. Über den Baumkronen tragen ihre lauten, hupenden Rufe weit über das Wasser – ein charakteristischer Klang der Wälder Borneos.

Warum lebt der Nasenaffe nur auf Borneo?

Er hat sich über lange Zeit isoliert auf der Insel entwickelt und ist eng an deren Mangroven- und Flusswälder angepasst. Solche nur an einem Ort vorkommenden Arten nennt man endemisch.

Warum ist der Nasenaffe bedroht?

Vor allem durch den Verlust seines Lebensraums: Mangroven und Flusswälder weichen Palmölplantagen, Siedlungen und Aquakulturen. Da er sehr standorttreu ist, kann er kaum ausweichen.

Haben auch die Weibchen eine große Nase?

Nein. Die Weibchen und Jungtiere haben eine kleinere, spitzere Nase. Nur bei ausgewachsenen Männchen wächst sie zur markanten Hängenase heran.

Was frisst der Nasenaffe am liebsten?

Vor allem junge Blätter und unreife Früchte. Reife, süße Früchte meidet er weitgehend, weil sie seine besondere Verdauung stören.

Weitere Affen und Inselbewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Warum Borneos Wälder besonders unter Druck stehen, beschreibt der Beitrag zum Regenwald in Indonesien.