Amazonas-Manati (Trichechus inunguis)

Amazonas-Manati (Trichechus inunguis)

Der Amazonas-Manati (Trichechus inunguis) ist eine reine Süßwasser-Seekuh und lebt ausschließlich in den Flüssen des Amazonasbeckens. Der friedliche Pflanzenfresser wird über zwei Meter lang. Jahrzehntelange Jagd hat den scheuen Riesen stark dezimiert.

Der Amazonas-Manati (Trichechus inunguis) ist eine reine Süßwasser-Seekuh und lebt ausschließlich in den Flüssen des Amazonasbeckens. Der friedliche Pflanzenfresser wird über zwei Meter lang. Jahrzehntelange Jagd hat den scheuen Riesen stark dezimiert.

Verborgen im trüben Wasser des Amazonas lebt einer seiner sanftesten Riesen: der Amazonas-Manati. Die Seekuh ist der einzige Vertreter ihrer Ordnung, der ausschließlich im Süßwasser lebt – im Meer würde man sie nie antreffen. Mit ihrem walzenförmigen Körper, den paddelartigen Flossen und dem gutmütigen, an einen Maulwurf erinnernden Gesicht gleitet sie langsam durch die überfluteten Wälder und Flussarme.

VerbreitungFlüsse und Seen des Amazonasbeckens (Südamerika)
Körperlängebis etwa 2,8 m
Gewichtbis etwa 450 kg
NahrungWasserpflanzen (bis zu 8 % des Körpergewichts täglich)
Besonderheiteinzige reine Süßwasser-Seekuh der Welt
IUCN-Statusgefährdet (Vulnerable)

Wie lebt der Amazonas-Manati?

Der Manati ist ein reiner Pflanzenfresser und weidet gemächlich Wasserpflanzen ab – täglich große Mengen, die er mit seiner beweglichen, geteilten Oberlippe zupft. Er hält sich am liebsten in ruhigen, pflanzenreichen Gewässern und überfluteten Wäldern auf. In der Trockenzeit, wenn das Wasser sinkt und die Nahrung knapp wird, zieht er sich in tiefe Seen zurück und kann dann lange Zeit von seinen Fettreserven leben. Alle paar Minuten taucht er zum Atmen an die Oberfläche.

Warum ist der Manati so schwer zu sehen?

Trotz seiner Größe ist der Amazonas-Manati extrem scheu und lebt im trüben, oft kaffeebraunen Flusswasser fast unsichtbar. Er bewegt sich langsam und lautlos, und meist verrät ihn nur ein kurzes Auftauchen der Nasenlöcher. Diese Heimlichkeit hat ihn lange vor Forschern verborgen – und macht es bis heute schwierig, seine Bestände zu zählen.

Warum ist der Amazonas-Manati bedroht?

Über Jahrhunderte wurde der Manati wegen seines Fleisches, seines Fetts und seiner Haut gejagt – im 20. Jahrhundert in so großem Umfang, dass die Bestände zusammenbrachen. Heute ist die Jagd verboten, doch sie geht örtlich weiter. Hinzu kommen Beifang in Fischernetzen, die Verschmutzung der Flüsse und Störungen durch den Bootsverkehr. Als langsam wachsende Art mit nur einem Jungtier alle paar Jahre erholt sich der Manati nur zäh.

Wusstest du das über den Manati?

Seekühe sind, so unglaublich es klingt, mit den Elefanten verwandt: Beide stammen von gemeinsamen, an Land lebenden Vorfahren ab. Ein Hinweis darauf sind die Zähne des Manatis, die ähnlich wie beim Elefanten von hinten nachrücken und nach vorn wandern – eine Anpassung an die zähe, abschleifende Pflanzennahrung.

Lebt der Amazonas-Manati im Meer?

Nein. Er ist die einzige Seekuh, die ausschließlich im Süßwasser lebt – in den Flüssen und Seen des Amazonasbeckens. Andere Seekuh-Arten leben im Meer oder in Küstennähe.

Ist der Manati gefährlich?

Ganz und gar nicht. Er ist ein sanfter, ausschließlich pflanzenfressender Riese, der Menschen völlig harmlos gegenübersteht.

Mit welchem Tier ist die Seekuh verwandt?

Erstaunlicherweise mit dem Elefanten. Beide gehen auf gemeinsame Landvorfahren zurück, was man unter anderem an den nachrückenden Zähnen erkennt.

Wie tief taucht ein Manati?

In der Regel bleibt er im flachen Wasser und taucht alle paar Minuten zum Atmen auf. Ruhend kann er den Atem aber viele Minuten anhalten.

Weitere Wassertiere und Säuger der Tropen zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Seinen Lebensraum beschreibt der Beitrag zum Amazonas-Regenwald.