Das Goldgelbe Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) ist ein kleiner Primat mit leuchtend rotgoldener Mähne. Es lebt ausschließlich im brasilianischen Küstenregenwald Mata Atlântica. Einst fast ausgestorben, gilt es dank Nachzucht und Auswilderung als Symbol des Artenschutzes. Die IUCN führt es als stark gefährdet.
Mit seiner seidigen, feuerrot-goldenen Mähne, die an einen Miniatur-Löwen erinnert, gehört das Goldgelbe Löwenäffchen zu den auffälligsten kleinen Affen der Welt. Es lebt in den Baumkronen des atlantischen Küstenregenwaldes im Südosten Brasiliens – eines der artenreichsten und zugleich am stärksten bedrohten Waldökosysteme der Erde. Kaum ein anderes Tier steht so sehr für Erfolg und Zerbrechlichkeit des Naturschutzes zugleich.
| Verbreitung | Küstenregenwald Mata Atlântica im Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien |
|---|---|
| Körperlänge | etwa 20–26 cm, dazu ein ebenso langer Schwanz |
| Gewicht | etwa 500–700 g |
| Nahrung | Früchte, Insekten, kleine Wirbeltiere, Baumsäfte |
| Lebensraum | Feuchter, dichter Tieflandregenwald |
| IUCN-Status | stark gefährdet (Endangered) |
Warum ist das Löwenäffchen ein Symbol des Artenschutzes?
In den 1970er-Jahren gab es in freier Wildbahn nur noch rund 200 Goldgelbe Löwenäffchen – die Art stand kurz vor dem Aussterben. Ein internationales Zuchtprogramm in Zoos, die Auswilderung nachgezogener Tiere und der Schutz der letzten Waldreste ließen den Bestand wieder auf über 3.000 Tiere anwachsen. Damit ist das Löwenäffchen eine der wenigen Erfolgsgeschichten des Artenschutzes und ziert in Brasilien sogar eine Banknote.
Wie lebt das Goldgelbe Löwenäffchen?
Löwenäffchen leben in kleinen Familiengruppen von meist vier bis acht Tieren, die gemeinsam ein Revier verteidigen. Bemerkenswert ist die Brutpflege: Meist bringt das Weibchen Zwillinge zur Welt, und vor allem das Männchen sowie ältere Geschwister tragen die Jungen und geben sie nur zum Säugen ab. Mit ihren langen, schmalen Fingern stochern die Affen in Rindenspalten und Bromelien nach Insekten – eine im Regenwald wichtige Nahrungsnische.
Warum ist es so bedroht?
Die größte Gefahr ist der Verlust des Lebensraums: Von der ursprünglichen Mata Atlântica sind nur noch wenige Prozent übrig, zerstückelt in kleine Waldinseln zwischen Städten, Weiden und Plantagen. In solchen isolierten Restwäldern drohen Inzucht und Krankheiten. Naturschützer verbinden deshalb Waldstücke durch neu gepflanzte „Korridore“, damit die Gruppen wieder wandern und sich vermischen können. Auch Gelbfieber-Ausbrüche haben zuletzt Bestände dezimiert.
Wusstest du das über das Löwenäffchen?
Goldgelbe Löwenäffchen schlafen bevorzugt in Baumhöhlen oder dichten Bromelien, die sie wie ein sicheres Schlafzimmer nutzen – jeden Abend ein anderes, um Fressfeinden keine Gewohnheit zu verraten. Ihre Rufe reichen von zwitschernden Kontaktlauten bis zu lauten Alarmtrillern, mit denen die ganze Gruppe vor Greifvögeln gewarnt wird.
Wie viele Goldgelbe Löwenäffchen gibt es heute?
Nach dem Tiefpunkt von rund 200 Tieren leben heute wieder etwa 3.000 bis 3.700 Individuen in freier Wildbahn – ein Erfolg des jahrzehntelangen Schutzprogramms, doch die Art bleibt gefährdet.
Warum hat es eine Mähne?
Die auffällige Mähne rahmt das Gesicht ein und spielt bei der Kommunikation innerhalb der Gruppe eine Rolle. Der Name „Löwenäffchen“ leitet sich direkt von dieser Ähnlichkeit ab.
Darf man Löwenäffchen als Haustiere halten?
Nein. Es handelt sich um streng geschützte Wildtiere. Illegaler Fang für den Heimtierhandel war einer der Gründe für ihren früheren Bestandseinbruch.
Wo lebt die Art?
Ausschließlich in Resten der Mata Atlântica im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Damit ist sie ein sogenannter Endemit – sie kommt weltweit nur dort vor.
Weitere Affen und Baumbewohner der Tropen zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Warum gerade Küstenregenwälder so bedroht sind, erklärt der Beitrag zur Bedrohung des Regenwaldes.
