Koboldmaki (Tarsius)

Koboldmaki (Tarsius)

Der Koboldmaki (Gattung Tarsius) ist ein winziger nachtaktiver Primat der südostasiatischen Regenwälder mit riesigen Augen. Jedes Auge ist größer als sein Gehirn. Er kann den Kopf fast vollständig drehen und springt weite Strecken. Als reiner Fleischfresser jagt er Insekten.

Der Koboldmaki (Gattung Tarsius) ist ein winziger nachtaktiver Primat der südostasiatischen Regenwälder mit riesigen Augen. Jedes Auge ist größer als sein Gehirn. Er kann den Kopf fast vollständig drehen und springt weite Strecken. Als reiner Fleischfresser jagt er Insekten.

Mit seinen übergroßen Augen, den langen Fingern und dem Gnomengesicht wirkt der Koboldmaki wie ein Fabelwesen. Der kaum handtellergroße Primat gehört zu den ungewöhnlichsten Bewohnern der Wälder Südostasiens – und zu den wenigen Affenverwandten, die sich ausschließlich von tierischer Kost ernähren.

VerbreitungInseln Südostasiens: Borneo, Sumatra, Sulawesi, Philippinen
GrößeKörper nur 10–15 cm, dazu ein langer dünner Schwanz
Nahrungausschließlich Tiere: Insekten, Spinnen, kleine Echsen
BesonderheitAugen größer als das Gehirn; Kopf um etwa 180° drehbar
Lebensweisenachtaktiv, klettert und springt zwischen senkrechten Stämmen

Warum hat der Koboldmaki so riesige Augen?

Der Koboldmaki jagt nachts, und dafür braucht er möglichst viel Licht. Seine Augen sind im Verhältnis zum Körper die größten aller Säugetiere – jedes einzelne ist so groß wie sein Gehirn. Anders als viele Nachttiere besitzt er jedoch keine spiegelnde Schicht hinter der Netzhaut. Um trotzdem in alle Richtungen zu sehen, kann er seinen Kopf fast vollständig nach hinten drehen, ähnlich einer Eule. So behält er im Dunkeln Beute und Feinde im Blick, ohne sich zu bewegen.

Wie jagt und bewegt sich der Koboldmaki?

Der Koboldmaki ist ein Senkrechtkletterer: Er klammert sich an dünne, aufrechte Stämme und stößt sich mit seinen kräftigen, extrem verlängerten Hinterbeinen zu weiten Sprüngen ab – das Vielfache seiner Körperlänge. Aus dem Sprung heraus schnappt er sich fliegende Insekten. Seine langen Finger mit runden Haftpolstern geben ihm sicheren Halt. Damit ist er einer der wenigen Primaten, die ausschließlich von lebender Beute leben.

Warum ist der Koboldmaki bedroht?

Der Verlust des Regenwaldes trifft den Koboldmaki hart, denn er ist auf dichten Wald mit vielen Insekten angewiesen. Zusätzlich wird er für den Heimtierhandel gefangen – ein Geschäft, das fast immer schiefgeht: In Gefangenschaft leidet das hochspezialisierte Tier so sehr, dass es sich mitunter selbst verletzt. Ein Koboldmaki gehört in den Wald, nicht in einen Käfig.

Wusstest du das über den Koboldmaki?

Manche Koboldmakis verständigen sich in Tonhöhen, die für das menschliche Ohr unhörbar sind – im Ultraschallbereich. So können sie miteinander „rufen“, ohne dass Fressfeinde sie hören. Diese heimliche Kommunikation wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt.

Ist der Koboldmaki ein Affe?

Er gehört zu den Primaten und ist mit den Affen verwandt, bildet aber eine eigene, sehr urtümliche Gruppe.

Kann der Koboldmaki seinen Kopf ganz herumdrehen?

Fast. Er dreht ihn um etwa 180 Grad in jede Richtung und blickt so nach hinten, ohne den Körper zu bewegen.

Was frisst der Koboldmaki?

Ausschließlich Tiere – vor allem Insekten und Spinnen, gelegentlich kleine Echsen. Pflanzen frisst er nicht.

Kann man Koboldmakis als Haustier halten?

Nein. Sie sind hochspezialisiert und überleben in Gefangenschaft kaum. Der Handel mit ihnen ist tierschutzwidrig.

Weitere kleine Waldbewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Ihren Lebensraum beschreibt der Beitrag zum Regenwald in Indonesien.