Klammeraffe (Ateles)

Klammeraffe (Ateles)

Klammeraffen (Gattung Ateles) sind schlanke, langgliedrige Affen der amerikanischen Tropen. Ihr kräftiger Greifschwanz wirkt wie eine fünfte Hand, mit der sie akrobatisch durch die Baumkronen turnen. Sie fressen vor allem Früchte und verbreiten dabei Samen. Viele Arten sind stark gefährdet.

Klammeraffen (Gattung Ateles) sind schlanke, langgliedrige Affen der amerikanischen Tropen. Ihr kräftiger Greifschwanz wirkt wie eine fünfte Hand, mit der sie akrobatisch durch die Baumkronen turnen. Sie fressen vor allem Früchte und verbreiten dabei Samen. Viele Arten sind stark gefährdet.

Kaum ein Tier bewegt sich so elegant durch das Kronendach wie der Klammeraffe. Mit seinen extrem langen Armen und Beinen und dem kräftigen Greifschwanz schwingt er sich scheinbar schwerelos von Ast zu Ast. Er verkörpert das Leben in den obersten Stockwerken des Regenwaldes wie kaum ein anderes Säugetier.

VerbreitungMittel- und Südamerika, vom südlichen Mexiko bis Amazonien
Körperlänge40–60 cm Körper, dazu ein ebenso langer Greifschwanz
Nahrungüberwiegend reife Früchte, dazu Blätter, Blüten und Samen
BesonderheitGreifschwanz als „fünfte Hand“; Hände ohne bzw. mit stark verkürztem Daumen
IUCN-Statusartabhängig – mehrere Arten stark gefährdet

Wozu dient der Greifschwanz?

Der lange Greifschwanz des Klammeraffen ist weit mehr als ein Balancierstab. An seiner Unterseite trägt er ein nacktes, griffiges Feld, das wie eine Handfläche funktioniert. Damit kann sich der Affe kopfüber hängend an Früchte heranarbeiten, während er mit den Händen frisst, oder eine sichere Verankerung nutzen, während er weiterklettert. Der Schwanz ist so kräftig, dass er das gesamte Körpergewicht tragen kann – eine echte fünfte Hand.

Warum haben Klammeraffen kaum Daumen?

Auffällig ist, dass die Hände der Klammeraffen keinen oder nur einen winzigen Daumen besitzen. Was wie ein Nachteil klingt, ist eine Anpassung: Die langen, hakenförmigen Finger funktionieren beim schnellen Schwinghangeln wie Greifhaken, die über die Äste gleiten, ohne sich zu verhaken. So werden Klammeraffen zu den geschicktesten Kletterakrobaten der Neuen Welt.

Welche Rolle spielen Klammeraffen im Wald?

Als große Fruchtfresser sind Klammeraffen wichtige Samenverbreiter. Sie fressen die Früchte vieler Bäume und scheiden die Samen weit entfernt wieder aus, oft an lichten Stellen, wo sie gut keimen. Damit tragen sie entscheidend zur Verjüngung des Waldes bei. Verschwinden die Klammeraffen, fehlt vielen Baumarten ein wichtiger Verbreiter – der Wald verarmt langfristig.

Warum sind Klammeraffen bedroht?

Klammeraffen sind besonders empfindlich, weil sie sich sehr langsam vermehren und auf große, zusammenhängende Wälder mit vielen Fruchtbäumen angewiesen sind. Die Rodung des Regenwaldes und die Jagd auf ihr Fleisch haben viele Bestände stark schrumpfen lassen. Mehrere Arten gelten heute als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Wusstest du das über Klammeraffen?

Klammeraffen leben in großen, lockeren Verbänden, die sich tagsüber in kleinere Gruppen aufteilen und abends wieder zusammenfinden – ähnlich wie bei Schimpansen. Sie verständigen sich über weit hörbare Rufe und pflegen enge soziale Bindungen innerhalb der Gruppe.

Wie schnell bewegen sich Klammeraffen durch die Bäume?

Sehr schnell. Beim Schwinghangeln legen sie mühelos große Distanzen zurück und überbrücken weite Lücken zwischen den Kronen.

Kann der Schwanz wirklich das ganze Gewicht tragen?

Ja. Der muskulöse Greifschwanz ist stark genug, dass ein Klammeraffe frei daran hängen kann.

Sind Klammeraffen mit Brüllaffen verwandt?

Beide sind Neuweltaffen mit Greifschwanz, gehören aber verschiedenen Gattungen an. Der Brüllaffe ist kräftiger und ein Blattfresser, der Klammeraffe schlanker und ein Fruchtfresser.

Warum sind Klammeraffen wichtig?

Als Samenverbreiter großer Fruchtbäume sorgen sie für die Verjüngung des Waldes. Ihr Verschwinden trifft ganze Baumbestände.

Weitere Affen und Kronendach-Bewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wo sie leben, erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.