Das Riesengürteltier (Priodontes maximus) ist die größte Gürteltierart der Welt und wird bis zu 1,5 Meter lang. Mit gewaltigen Klauen gräbt es Termitenbauten auf und lebt versteckt in den Wäldern und Savannen Südamerikas. Die IUCN führt es als gefährdet.
Das Riesengürteltier ist ein urtümlicher Panzerträger und einer der heimlichsten Bewohner Südamerikas. Sein Rücken ist von einem beweglichen Panzer aus Hornplatten bedeckt, aus dem eine mächtige, sichelförmige Vorderklaue herausragt – die größte Grabkralle im Tierreich. Wie Faultier und Ameisenbär gehört es zu den urtümlichen Nebengelenktieren.
| Verbreitung | Südamerika, vom Amazonasbecken bis Nordargentinien |
|---|---|
| Körperlänge | bis etwa 1,5 m einschließlich Schwanz |
| Gewicht | etwa 20–35 kg, selten mehr |
| Nahrung | vor allem Termiten und Ameisen, dazu Würmer und Larven |
| Lebensraum | Regenwälder und Savannen mit lockerem Boden |
| IUCN-Status | gefährdet (Vulnerable) |
Wie lebt das Riesengürteltier?
Das Riesengürteltier ist nachtaktiv und verbringt den Tag in selbst gegrabenen Erdhöhlen. In der Dämmerung zieht es los, um mit seinen kräftigen Klauen Termitenhügel und Ameisennester aufzureißen. Es frisst überwiegend Termiten und kann eine ganze Kolonie in einer Nacht leeren. Weil es kaum Zähne braucht, hat es nur winzige, weiche Zähnchen – dafür eine lange, klebrige Zunge, mit der es die Beute aufleckt, ähnlich wie der Große Ameisenbär.
Wozu dient der Panzer?
Der bewegliche Panzer aus verknöcherten Hautplatten schützt das Tier vor Fressfeinden und Dornen. Anders als kleinere Gürteltiere kann sich das Riesengürteltier allerdings nicht vollständig zur Kugel zusammenrollen. Bei Gefahr verlässt es sich lieber auf seine Grabkunst: In wenigen Augenblicken schaufelt es sich mit den Klauen in den Boden und verschwindet fast vor den Augen des Verfolgers. Seine Erdhöhlen dienen später oft anderen Tieren als Unterschlupf.
Warum ist das Riesengürteltier bedroht?
Das scheue Tier leidet unter dem Verlust seines Lebensraums, wenn Wald und Savanne in Felder umgewandelt werden. Hinzu kommt die Jagd auf sein Fleisch und der Straßenverkehr. Weil Riesengürteltiere sehr große Reviere brauchen, nur selten Junge bekommen und in geringer Dichte leben, erholen sich ihre Bestände nur langsam. In vielen Regionen sind sie bereits verschwunden.
Wusstest du das über das Riesengürteltier?
Als „Ökosystem-Ingenieur“ schafft das Riesengürteltier mit seinen Höhlen Verstecke, in denen zahlreiche andere Arten Zuflucht finden – vom Nagetier bis zur Echse. Kamerafallen zeigen regelrechte Warteschlangen von Tieren vor einem frisch gegrabenen Bau. Weil es so selten zu sehen ist, gilt jede Sichtung als kleine Sensation.
Kann sich das Riesengürteltier einrollen?
Nur bedingt. Anders als das kleine Kugelgürteltier kann sich die Riesenart nicht komplett zur Kugel schließen. Es flüchtet stattdessen, indem es sich blitzschnell eingräbt.
Ist es mit dem Ameisenbär verwandt?
Ja. Beide gehören zu den Nebengelenktieren, ebenso wie die Faultiere. Alle drei sind ursprüngliche südamerikanische Säugetiere.
Wie groß werden die Klauen?
Die mittlere Vorderklaue kann rund 20 Zentimeter lang werden – die größte Grabkralle unter allen heute lebenden Tieren.
Wo lebt das Riesengürteltier?
In den Wäldern und Savannen Südamerikas, von Amazonien bis Nordargentinien, überall dort, wo es lockeren Boden und ausreichend Termiten gibt.
Weitere ungewöhnliche Säugetiere der Tropen zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wie Insekten wie Termiten den Nährstoffkreislauf antreiben, erklärt der Beitrag Ökosystem und Nährstoffkreislauf.
