Die Grüne Anakonda (Eunectes murinus) ist eine der schwersten Schlangen der Welt und lebt in den Gewässern und Sümpfen des Amazonasgebiets. Als Würgeschlange tötet sie ihre Beute durch Umschlingen, nicht durch Gift. Sie kann mehrere Meter lang werden. Die IUCN führt sie als nicht gefährdet (Least Concern).
Die Grüne Anakonda ist die massereichste Schlange der Erde. Zwar erreichen manche Pythons eine größere Länge, doch keine andere Schlange wird so schwer. Ihr olivgrüner, dunkel gefleckter Körper tarnt sie perfekt im trüben Wasser und im dichten Uferbewuchs. Als Wasserbewohnerin verbringt sie den Großteil ihres Lebens in Flüssen, Sümpfen und langsam fließenden Gewässern.
| Verbreitung | tropisches Südamerika, vor allem das Amazonas- und Orinoco-Becken |
|---|---|
| Körperlänge | meist 3–6 m; Weibchen deutlich größer als Männchen |
| Gewicht | bis über 100 kg; eine der schwersten Schlangen der Welt |
| Nahrung | Fleischfresser: Wasserschweine, Kaimane, Fische, Vögel, Hirsche und Schildkröten |
| Lebensraum | Gewässer, Sümpfe und Unterwuchs; überwiegend im und am Wasser der bodennahen Zone |
| IUCN-Status | nicht gefährdet (Least Concern) |
Wo lebt die Grüne Anakonda?
Die Grüne Anakonda bewohnt die tropischen Feuchtgebiete Südamerikas, insbesondere das Amazonasbecken und die Sümpfe des Orinoco. Sie ist eng ans Wasser gebunden und hält sich in langsam fließenden Flüssen, Seen, Sümpfen und überschwemmten Wäldern auf. An Land bewegt sie sich durch ihr enormes Gewicht eher träge, im Wasser dagegen gleitet sie geschmeidig und lauert dort ihrer Beute auf. Ihr Lebensraum liegt in der bodennahen Zone des Waldes; mehr dazu im Beitrag über die Stockwerke des Regenwaldes.
Wovon ernährt sich die Grüne Anakonda?
Die Grüne Anakonda ist eine Würgeschlange und tötet ihre Beute nicht mit Gift, sondern durch Umschlingen. Sie lauert oft halb untergetaucht am Ufer und schnappt blitzschnell zu. Anschließend schlingt sie ihren Körper um das Opfer und drückt so fest zu, bis der Kreislauf zusammenbricht. Auf ihrem Speiseplan stehen Wasserschweine, Kaimane, große Fische, Wasservögel und sogar Hirsche. Nach einer großen Mahlzeit kann sie wochenlang ohne Nahrung auskommen.
Wie groß und schwer wird die Grüne Anakonda?
Die Grüne Anakonda gehört zu den größten Schlangen überhaupt. Die meisten Tiere erreichen eine Länge von drei bis sechs Metern, wobei die Weibchen erheblich größer und schwerer werden als die Männchen. Bei extrem großen Exemplaren wurde ein Gewicht von deutlich über hundert Kilogramm gemessen, womit sie die schwerste Schlange der Welt ist. Berichte über noch längere Tiere kursieren zwar häufig, sind aber wissenschaftlich meist nicht belegt.
Ist die Grüne Anakonda gefährdet?
Nach aktueller Einschätzung der IUCN gilt die Grüne Anakonda als nicht gefährdet (Least Concern). Sie ist über ein großes Gebiet verbreitet und passt sich an unterschiedliche Feuchtlebensräume an. Dennoch setzen ihr die Trockenlegung von Feuchtgebieten, Gewässerverschmutzung und die anhaltende Zerstörung des Regenwaldes lokal zu. Wo intakte Flusslandschaften erhalten bleiben, sind ihre Bestände jedoch stabil.
Ist die Grüne Anakonda giftig?
Nein. Die Anakonda besitzt kein Gift. Sie tötet ihre Beute ausschließlich durch Umschlingen und Ersticken.
Ist die Grüne Anakonda für Menschen gefährlich?
Angriffe auf Menschen sind sehr selten. Anakondas meiden den Menschen. Große Exemplare wären zwar theoretisch kräftig genug, doch dokumentierte Übergriffe sind kaum bekannt.
Legt die Anakonda Eier?
Nein, sie ist lebendgebärend. Die Weibchen bringen nach mehreren Monaten Tragzeit zahlreiche voll entwickelte Jungtiere zur Welt.
Warum ist sie schwerer als ein Python?
Anakondas haben einen sehr kräftigen, massigen Körperbau. Zwar werden einige Pythons länger, doch der gedrungene Bau macht die Grüne Anakonda insgesamt schwerer.
Weitere Räuber und Beutetiere der Tropen stellt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes vor. Ein anderer Spitzenjäger derselben Region ist der Jaguar, der die Anakonda gelegentlich sogar selbst erbeutet.
