Die Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) ist die schwerste Spinne der Welt und lebt am Boden des nördlichen Amazonas-Regenwaldes. Mit den Beinen erreicht sie eine Spannweite von bis zu 30 Zentimetern. Trotz ihres Namens frisst sie vor allem Wirbellose und kleine Wirbeltiere. Für Menschen ist ihr Gift harmlos.
Die Goliath-Vogelspinne ist ein Rekordhalter des Regenwaldes: Nach Körpermasse ist sie die größte Spinne der Erde. Ihr furchteinflößender Ruf täuscht jedoch – sie ist ein scheuer, nachtaktiver Lauerjäger, der die meiste Zeit in selbst gegrabenen Erdhöhlen verbringt. Ihren Namen verdankt sie einem alten Kupferstich, der eine verwandte Art beim Fressen eines Kolibris zeigte; tatsächlich stehen Vögel kaum je auf ihrem Speiseplan.
| Verbreitung | Nördliches Südamerika: Regenwälder von Venezuela, Guyana, Suriname und Nordbrasilien |
|---|---|
| Beinspannweite | bis zu 28–30 cm |
| Gewicht | bis zu etwa 150–175 g |
| Nahrung | Insekten, Würmer, Frösche, Eidechsen, kleine Nagetiere |
| Lebensraum | feuchter Waldboden, Erdhöhlen unter Wurzeln und Laub |
| IUCN-Status | nicht gefährdet bzw. nicht bewertet |
Wie groß wird die Goliath-Vogelspinne wirklich?
Mit ausgestreckten Beinen erreicht die Goliath-Vogelspinne die Größe eines Essteller-Durchmessers – bis zu 30 Zentimeter. Zwar gibt es Spinnenarten mit noch längeren, dünneren Beinen, doch keine ist so schwer und massig gebaut. Ein ausgewachsenes Weibchen kann so viel wiegen wie ein junges Meerschweinchen. Weibchen werden zudem deutlich älter als Männchen und erreichen ein Alter von über 15 Jahren.
Ist die Goliath-Vogelspinne gefährlich?
Für den Menschen ist sie kaum gefährlich. Ihr Biss ist zwar schmerzhaft und ihre Giftzähne sind fingernagellang, doch das Gift wirkt nicht lebensbedrohlich – vergleichbar mit einem Wespenstich. Ihre wichtigste Verteidigung ist eine andere: Bei Bedrohung streift die Spinne mit den Hinterbeinen feine Brennhaare vom Hinterleib ab. Diese reizen Haut, Augen und Atemwege des Angreifers empfindlich.
Wie jagt die Goliath-Vogelspinne?
Die Spinne baut kein Fangnetz. Stattdessen lauert sie nachts am Eingang ihrer Höhle und ertastet über feine Sinneshaare die Erschütterungen vorbeikommender Beute. Blitzschnell packt sie zu, injiziert Gift und vorverdauende Säfte und saugt die verflüssigte Beute anschließend aus. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Insekten und Würmer, gelegentlich auch Frösche oder kleine Echsen.
Wusstest du das über die Goliath-Vogelspinne?
Beim Abstreifen der Brennhaare und beim Reiben der Beine kann die Spinne ein deutlich hörbares Zischen erzeugen, das sogenannte Stridulieren – ein akustisches Warnsignal an Angreifer. In einigen Regionen Südamerikas werden die großen Spinnen von Menschen sogar geröstet als eiweißreiche Delikatesse gegessen.
Frisst die Goliath-Vogelspinne wirklich Vögel?
Nur äußerst selten. Trotz ihres Namens ernährt sie sich hauptsächlich von Insekten und kleinen bodenlebenden Tieren. Der Name geht auf eine historische Illustration zurück.
Wie tödlich ist ihr Biss für Menschen?
Nicht tödlich. Der Biss schmerzt, führt aber meist nur zu vorübergehender Schwellung. Unangenehmer sind ihre Brennhaare, die Haut und Schleimhäute reizen.
Wo lebt die größte Spinne der Welt?
Im feuchten Tiefland-Regenwald des nördlichen Südamerika, wo sie in selbst gegrabenen Erdhöhlen am Waldboden lebt.
Baut die Goliath-Vogelspinne ein Netz?
Kein Fangnetz. Sie kleidet lediglich ihre Wohnhöhle mit Spinnseide aus und jagt als Lauerjäger aktiv am Boden.
Weitere faszinierende Bodenbewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Welche Schicht des Waldes ihr Zuhause ist, erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.
