Glasflügler (Greta oto)

Glasflügler (Greta oto)

Der Glasflügler (Greta oto) ist ein Schmetterling Mittel- und Südamerikas mit fast vollständig durchsichtigen Flügeln. Durch sie hindurch kann man den Untergrund sehen. Die Transparenz macht ihn für Fressfeinde nahezu unsichtbar. Seine Raupen fressen giftige Pflanzen und machen ihn ungenießbar.

Der Glasflügler (Greta oto) ist ein Schmetterling Mittel- und Südamerikas mit fast vollständig durchsichtigen Flügeln. Durch sie hindurch kann man den Untergrund sehen. Die Transparenz macht ihn für Fressfeinde nahezu unsichtbar. Seine Raupen fressen giftige Pflanzen und machen ihn ungenießbar.

Während der Blaue Morphofalter mit leuchtender Farbe beeindruckt, verblüfft der Glasflügler mit dem Gegenteil: Seine Flügel sind so klar wie Glas. Der kleine Falter aus den Wäldern Lateinamerikas gehört zu den erstaunlichsten Beispielen für Tarnung durch Durchsichtigkeit.

VerbreitungMittel- und Südamerika, von Mexiko bis Kolumbien
Flügelspannweiteetwa 5–6 cm
NahrungFalter: Blütennektar; Raupen: giftige Nachtschattengewächse
Besonderheitfast vollständig durchsichtige Flügel; wandert über weite Strecken
Schutzdurch aufgenommene Pflanzengifte ungenießbar für Fressfeinde

Warum sind die Flügel durchsichtig?

Normalerweise tragen Schmetterlingsflügel dicht an dicht winzige Schuppen, die Farbe und Muster erzeugen. Beim Glasflügler fehlen diese Schuppen über weite Teile der Flügel, und die durchscheinende Membran bleibt frei. Zusätzlich sind die Flügel mit mikroskopisch kleinen, unregelmäßigen Höckerchen bedeckt, die das Licht kaum spiegeln lassen. Dadurch entsteht fast keine Reflexion, und die Flügel wirken wie klares Glas. Für Fressfeinde ist der fliegende Falter so nur schwer auszumachen.

Wie schützt sich der Glasflügler zusätzlich?

Die Durchsichtigkeit ist nicht die einzige Verteidigung. Schon als Raupe frisst der Glasflügler Blätter giftiger Nachtschattengewächse und speichert deren Wirkstoffe im Körper. Auch als Falter bleibt er dadurch ungenießbar. Männchen nehmen zusätzlich bestimmte Pflanzenstoffe auf, die sie unappetitlich machen und die bei der Partnersuche eine Rolle spielen. Wer einen Glasflügler frisst, macht also eine schlechte Erfahrung – und lässt die durchsichtigen Falter künftig in Ruhe.

Legt der Glasflügler weite Strecken zurück?

Ja. Trotz seiner zarten Erscheinung ist der Glasflügler ein ausdauernder Wanderer. Manche Tiere ziehen über weite Distanzen und überwinden dabei erstaunliche Strecken pro Tag. Auf ihren Wanderungen bestäuben sie zahlreiche Blüten und tragen so zur Vielfalt der Wälder bei.

Wusstest du das über den Glasflügler?

Die durchsichtigen Flügel des Glasflüglers inspirieren die Technik: Weil ihre Oberfläche fast kein Licht spiegelt, dienen sie als Vorbild für entspiegelte Beschichtungen, etwa auf Bildschirmen oder Brillengläsern. Ein winziger Regenwaldfalter zeigt so, wie man Reflexionen ganz ohne aufwendige Technik vermeidet.

Kann man wirklich durch die Flügel hindurchsehen?

Ja. Über weite Teile sind die Flügel klar durchsichtig, sodass man den Untergrund erkennt. Nur die Ränder sind dunkel abgesetzt.

Ist der Glasflügler giftig?

Er ist ungenießbar, weil er als Raupe Pflanzengifte aufnimmt und speichert. Für Menschen ist er ungefährlich.

Warum spiegeln die Flügel kaum?

Winzige Strukturen auf der Flügeloberfläche brechen das Licht so, dass fast keine Reflexion entsteht – ähnlich einer Entspiegelung.

Wie groß ist der Glasflügler?

Mit etwa fünf bis sechs Zentimetern Flügelspannweite ist er ein mittelgroßer Falter.

Weitere Insekten zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Einen farbenprächtigen Verwandten stellt der Blaue Morphofalter vor.