Gibbon (Hylobatidae)

Gibbon (Hylobatidae)

Gibbons (Familie Hylobatidae) sind kleine Menschenaffen der südostasiatischen Regenwälder. Mit ihren extrem langen Armen schwingen sie blitzschnell durch das Kronendach. Paare verteidigen ihr Revier mit weithin hörbaren Gesängen. Fast alle Gibbonarten sind bedroht.

Gibbons (Familie Hylobatidae) sind kleine Menschenaffen der südostasiatischen Regenwälder. Mit ihren extrem langen Armen schwingen sie blitzschnell durch das Kronendach. Paare verteidigen ihr Revier mit weithin hörbaren Gesängen. Fast alle Gibbonarten sind bedroht.

Am frühen Morgen erfüllen laute, melodische Rufe die Wälder Südostasiens – es sind die Gesänge der Gibbons. Diese kleinen Menschenaffen sind die unangefochtenen Meister des Schwinghangelns und verbringen fast ihr gesamtes Leben hoch oben in den Baumkronen, ohne je den Boden zu berühren.

Verbreitungtropische Regenwälder Südostasiens, u. a. Borneo, Sumatra und das Festland
Größe45–65 cm; sehr leicht, meist 5–12 kg
Nahrungvor allem reife Früchte, dazu Blätter, Blüten und Insekten
Besonderheitextrem lange Arme; schnellste baumbewohnende Säugetiere im Schwinghangeln
IUCN-Statusartabhängig – nahezu alle Arten gefährdet bis vom Aussterben bedroht

Wie bewegen sich Gibbons durch den Wald?

Gibbons beherrschen das Schwinghangeln, die sogenannte Brachiation, wie kein anderes Säugetier. Mit ihren extrem langen Armen greifen sie einen Ast, schwingen den Körper nach vorn und lassen im richtigen Moment los, um den nächsten Halt zu ergreifen. So legen sie in atemberaubendem Tempo weite Strecken zurück und überspringen mühelos Lücken von mehreren Metern. Ihr Kugelgelenk am Handgelenk erlaubt es ihnen, den Körper unter dem festhaltenden Arm frei rotieren zu lassen – ein Bewegungsablauf von großer Eleganz.

Warum singen Gibbons?

Gibbons leben in festen Paaren, und Männchen und Weibchen singen gemeinsam beeindruckende Duette. Diese Gesänge, die kilometerweit durch den Wald tragen, erfüllen mehrere Zwecke: Sie festigen die Bindung des Paares, markieren das gemeinsame Revier und teilen Nachbarn mit, dass das Gebiet besetzt ist. Jede Art hat ihren eigenen, unverwechselbaren Gesang, und die Paare stimmen ihre Rufe kunstvoll aufeinander ab.

Wie leben Gibbons zusammen?

Anders als die meisten anderen Affen leben Gibbons in kleinen Familien aus einem Elternpaar und seinen Jungen. Diese verteidigen gemeinsam ein festes Revier im Kronendach. Die Jungtiere bleiben mehrere Jahre bei den Eltern, bevor sie sich ein eigenes Gebiet und einen Partner suchen. Diese enge, überschaubare Familienstruktur ist unter Affen eher selten.

Warum sind Gibbons bedroht?

Fast alle Gibbonarten stehen auf der Roten Liste. Ihr Lebensraum, der zusammenhängende Regenwald, schrumpft durch Rodung für Palmölplantagen und Holzeinschlag. Weil Gibbons niemals den Boden betreten und auf ein geschlossenes Kronendach angewiesen sind, werden sie durch jede Lücke im Wald eingesperrt. Hinzu kommt der illegale Fang von Jungtieren für den Heimtierhandel, bei dem oft die Mutter getötet wird.

Wusstest du das über Gibbons?

Gibbons zählen zu den wenigen Säugetieren, die dauerhaft in festen Paaren leben. Ihre morgendlichen Duette gehören zu den eindrucksvollsten Tierstimmen der Erde – manche Arten erzeugen dabei durch einen aufblasbaren Kehlsack Töne von erstaunlicher Lautstärke und Reichweite.

Sind Gibbons Menschenaffen?

Ja, sie zählen zu den Menschenaffen, bilden aber die Gruppe der „Kleinen Menschenaffen“ und sind mit Orang-Utan, Gorilla und Schimpanse verwandt.

Wie schnell sind Gibbons in den Bäumen?

Sehr schnell. Beim Schwinghangeln erreichen sie hohe Geschwindigkeiten und überspringen Lücken von mehreren Metern.

Warum leben Gibbons in Paaren?

Feste Paare verteidigen gemeinsam ein Revier mit begrenztem Nahrungsangebot. Ihre Duette festigen die Bindung und markieren das Gebiet.

Wo leben Gibbons?

In den Regenwäldern Südostasiens, unter anderem auf Borneo und Sumatra – nachzulesen im Beitrag zum Regenwald in Indonesien.

Weitere Affen und Kronendach-Bewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wie das Leben in den Baumkronen funktioniert, erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.