Flughund (Pteropus)

Flughund (Pteropus)

Flughunde (Gattung Pteropus) sind große, fruchtfressende Fledertiere der Tropen mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,5 Metern. Anders als kleine Fledermäuse orientieren sie sich mit den Augen. Als Bestäuber und Samenverbreiter sind sie für den Regenwald unverzichtbar.

Flughunde (Gattung Pteropus) sind große, fruchtfressende Fledertiere der Tropen mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,5 Metern. Anders als kleine Fledermäuse orientieren sie sich mit den Augen. Als Bestäuber und Samenverbreiter sind sie für den Regenwald unverzichtbar.

Wenn in der Abenddämmerung große dunkle Schatten über die Baumwipfel gleiten, sind es oft Flughunde, die zu ihren Futterbäumen aufbrechen. Mit ihrem fuchsartigen Gesicht und den großen Augen unterscheiden sie sich deutlich von den kleinen, insektenfressenden Fledermäusen unserer Breiten. Für die tropischen Wälder sind sie stille, aber entscheidende Helfer.

Verbreitungtropisches Asien, Afrika, Australien und die Inseln des Indischen und Pazifischen Ozeans
Flügelspannweitebei großen Arten bis zu 1,5 m
NahrungFrüchte, Nektar und Pollen
Orientierungüber die Augen (gutes Nacht- und Farbsehen), nicht über Echoortung
Lebensweisetagsüber in großen Kolonien an Schlafbäumen, nachts auf Nahrungssuche

Sind Flughunde dasselbe wie Fledermäuse?

Flughunde gehören wie die Fledermäuse zu den Fledertieren, unterscheiden sich aber deutlich. Sie sind meist viel größer, ernähren sich von Früchten und Nektar statt von Insekten und orientieren sich mit den Augen statt mit Echoortung. Ihr Gesicht erinnert an einen kleinen Fuchs oder Hund – daher der Name. Kleine Fledermäuse „sehen“ mit Ultraschall; Flughunde dagegen verlassen sich auf ihre großen Augen und einen guten Geruchssinn.

Warum sind Flughunde so wichtig für den Regenwald?

Flughunde sind Schlüsselbestäuber und Samenverbreiter. Beim nächtlichen Blütenbesuch übertragen sie Pollen von Baum zu Baum und bestäuben so viele tropische Pflanzen, deren Blüten sich nachts öffnen. Und weil sie Früchte oft weit von ihrem Ursprung fressen und die Samen später ausscheiden, tragen sie zur Verbreitung zahlreicher Baumarten bei – gerade über Lücken und gerodete Flächen hinweg, die andere Tiere meiden. Ohne Flughunde würden sich manche Wälder kaum noch verjüngen.

Wie leben Flughunde zusammen?

Tagsüber hängen Flughunde in großen Kolonien an bestimmten Schlafbäumen, oft zu Hunderten oder Tausenden. Dort ruhen sie kopfüber, in ihre Flughäute gewickelt, und pflegen ihr Fell. In der Dämmerung brechen sie gemeinsam zu weit entfernten Futterbäumen auf und kehren im Morgengrauen zurück. Diese auffälligen Schlafkolonien sind für die Umgebung unübersehbar – und leider auch leicht zu stören.

Wusstest du das über Flughunde?

Manche Flughunde legen Nacht für Nacht Strecken von vielen Dutzend Kilometern zurück, um reife Früchte zu finden. Damit verbinden sie weit auseinanderliegende Waldstücke miteinander und sorgen dafür, dass Samen und Pollen über große Entfernungen ausgetauscht werden – ein natürliches Netzwerk aus der Luft.

Können Flughunde Ultraschall hören wie Fledermäuse?

Die meisten nicht. Sie orientieren sich über Augen und Geruch. Nur wenige Arten nutzen einfache Klicklaute zur Orientierung im Dunkeln.

Sind Flughunde gefährlich?

Für den Regenwald sind sie ein Segen. Wie viele Wildtiere können sie Krankheitserreger tragen, weshalb man sie nicht anfassen sollte; aus der Ferne beobachtet sind sie ungefährlich.

Was fressen Flughunde?

Reife Früchte, Nektar und Pollen. Manche Arten sind auf bestimmte Bäume spezialisiert.

Warum sind Flughunde bedroht?

Durch den Verlust ihrer Wälder und Schlafbäume sowie durch Bejagung. Da sie sich langsam vermehren, erholen sich dezimierte Kolonien nur schwer.

Weitere Waldbewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Warum Bestäuber so wichtig sind, erklärt der Beitrag zum Ökosystem und Nährstoffkreislauf.