Chamäleons (Familie Chamaeleonidae) sind Baumreptilien, die vor allem auf Madagaskar und in Afrika leben. Sie wechseln die Farbe, bewegen ihre Augen unabhängig voneinander und fangen Beute mit einer blitzschnell herausschnellenden Zunge. Der Farbwechsel dient dabei mehr der Verständigung als der Tarnung.
Kaum ein Tier ist so voller Superlative wie das Chamäleon. Es kann in zwei Richtungen zugleich blicken, seine Farbe verändern und mit der Zunge schneller zuschlagen, als das menschliche Auge folgen kann. Die meisten der rund 200 Arten leben in den Wäldern Madagaskars und Afrikas – Meister der Anpassung an das Leben im Geäst.
| Verbreitung | vor allem Madagaskar und Afrika, einige Arten in Asien und Südeuropa |
|---|---|
| Größe | von unter 3 cm bis über 60 cm je nach Art |
| Nahrung | Insekten, größere Arten auch kleine Wirbeltiere |
| Besonderheit | Farbwechsel, unabhängig bewegliche Augen, Schleuderzunge, Greifschwanz |
Warum wechselt das Chamäleon die Farbe?
Anders als oft angenommen, dient der Farbwechsel nur zum Teil der Tarnung. Vor allem drückt das Chamäleon damit seine Stimmung aus und verständigt sich mit Artgenossen: Ein erregtes oder drohendes Tier zeigt oft leuchtende Farben, ein entspanntes dagegen gedeckte Töne. Auch die Temperatur spielt eine Rolle – dunkle Farben nehmen mehr Wärme auf. Möglich wird der Wechsel durch spezielle Zellen in der Haut, die winzige Kristalle enthalten. Verändert das Tier deren Abstand, wird unterschiedliches Licht zurückgeworfen und die Farbe ändert sich.
Wie fängt das Chamäleon seine Beute?
Das Chamäleon ist ein Lauerjäger. Zunächst richtet es seine beiden unabhängig beweglichen Augen auf ein Insekt und schätzt mit dieser Rundumsicht die Entfernung genau ein. Dann schnellt seine Zunge hervor – länger als der eigene Körper und schneller als ein Wimpernschlag. An der klebrigen, schüsselförmigen Spitze bleibt die Beute haften und wird zurückgezogen. Diese Schleuderzunge zählt zu den schnellsten Bewegungen im gesamten Tierreich.
Wie ist das Chamäleon an das Leben im Baum angepasst?
Alles am Chamäleon ist auf das Klettern ausgelegt. Seine Füße sind zu Greifzangen umgebaut, bei denen die Zehen zu zwei gegenüberliegenden Bündeln verwachsen sind und Äste fest umklammern. Der lange Greifschwanz dient als zusätzliche Kletterhilfe und fünfte „Hand“. So bewegt sich das Tier langsam, aber äußerst sicher durch das Geäst – oft mit einem wippenden Gang, der schwankendes Laub im Wind nachahmt.
Wusstest du das über Chamäleons?
Auf Madagaskar lebt sowohl das kleinste als auch eines der größten Chamäleons der Welt. Manche Zwergchamäleons passen bequem auf eine Fingerspitze, während große Arten über einen halben Meter lang werden. Diese enorme Bandbreite auf einer einzigen Insel zeigt, wie vielfältig sich das Leben in Madagaskars Wäldern entwickelt hat.
Passt sich ein Chamäleon farblich immer an den Untergrund an?
Nein, das ist ein Mythos. Der Farbwechsel hängt vor allem von Stimmung, Kommunikation und Temperatur ab, weniger vom Untergrund.
Wie lang ist die Zunge eines Chamäleons?
Oft länger als der ganze Körper. Sie schnellt in Sekundenbruchteilen hervor, um Beute zu fangen.
Können Chamäleons wirklich in zwei Richtungen sehen?
Ja. Ihre Augen bewegen sich unabhängig voneinander, sodass das Tier gleichzeitig nach vorn und hinten blicken kann.
Wo leben die meisten Chamäleons?
Rund die Hälfte aller Arten lebt auf Madagaskar, der Rest vor allem in Afrika.
Weitere Reptilien und Waldbewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Warum gerade Madagaskar so artenreich ist, erklärt der Beitrag zum Regenwald auf Madagaskar.
