Das Wasserschwein oder Capybara (Hydrochoerus hydrochaeris) ist das größte Nagetier der Welt und lebt an Gewässern der südamerikanischen Tropen. Als geselliger Pflanzenfresser weidet es Gräser und Wasserpflanzen und flüchtet bei Gefahr ins Wasser. Es wird bis zu 66 Kilogramm schwer. Die IUCN führt es als nicht gefährdet.
Das Capybara wirkt wie ein überdimensioniertes Meerschweinchen – und tatsächlich ist es mit diesem verwandt. Als größtes Nagetier der Erde ist es ein friedlicher, geselliger Pflanzenfresser, der sein Leben rund ums Wasser verbringt. Seine Ruhe und Verträglichkeit haben ihm den Ruf des „freundlichsten Tieres im Regenwald“ eingebracht.
| Verbreitung | Nördliches und zentrales Südamerika, überall in Gewässernähe |
|---|---|
| Körperlänge | 1,0–1,3 m, Schulterhöhe bis 60 cm |
| Gewicht | 35–66 kg |
| Nahrung | Gräser, Wasserpflanzen, Rinde und Früchte |
| Lebensraum | Flussufer, Sümpfe, Seen und überflutete Wälder |
| IUCN-Status | nicht gefährdet (Least Concern) |
Warum lebt das Wasserschwein am Wasser?
Das Capybara ist perfekt ans halbaquatische Leben angepasst. Augen, Ohren und Nasenlöcher sitzen weit oben am Kopf, sodass es beim Schwimmen fast vollständig untertauchen und trotzdem sehen, hören und atmen kann. Zwischen den Zehen trägt es leichte Schwimmhäute. Bei Gefahr durch Jaguar, Kaiman oder Anakonda flüchtet es ins Wasser, wo es minutenlang tauchen und sich verstecken kann. Auch der Hitze der Tropen entgeht es durch ein kühlendes Bad.
Wie lebt das Capybara in der Gruppe?
Wasserschweine sind ausgesprochen gesellig und leben in Gruppen von meist zehn bis zwanzig Tieren, an günstigen Stellen zur Trockenzeit auch in deutlich größeren Ansammlungen. Eine solche Gruppe besteht aus einem dominanten Männchen, mehreren Weibchen, Jungtieren und rangniederen Männchen. Sie verständigen sich über Pfiffe, Belllaute und Zähneklappern und wärmen sich beim Ruhen dicht aneinandergedrängt.
Welche Rolle spielt das Wasserschwein im Ökosystem?
Als großer Pflanzenfresser hält das Capybara Ufervegetation kurz und fördert damit die Vielfalt der Gräser. Zugleich ist es eine wichtige Beute für die großen Räuber des Waldes: Jaguar, Kaiman und Anakonda sind auf Wasserschweine als Nahrung angewiesen. Damit steht das Capybara im Zentrum des Nahrungsnetzes an den Gewässern des Amazonas.
Wusstest du das über das Wasserschwein?
Capybaras sind auffällig verträglich: Vögel sitzen ihnen auf dem Rücken und picken Parasiten ab, und selbst Affen oder Schildkröten nutzen sie gern als Ruheplatz. Wie Kaninchen fressen Wasserschweine morgens einen Teil ihres eigenen weichen Kots erneut, um die schwer verdauliche Pflanzennahrung ein zweites Mal aufzuschließen und alle Nährstoffe zu nutzen.
Ist das Wasserschwein wirklich ein Nagetier?
Ja, das größte der Welt. Es ist mit Meerschweinchen und Aguti verwandt und trägt wie alle Nagetiere ständig nachwachsende Schneidezähne.
Ist das Capybara mit dem Schwein verwandt?
Nein. Der Name täuscht: Trotz des schweineartigen Aussehens ist es ein Nagetier und nicht mit echten Schweinen verwandt.
Ist das Wasserschwein gefährlich?
Überhaupt nicht. Es ist ein friedlicher Pflanzenfresser, der bei Gefahr flüchtet statt anzugreifen.
Wie lange kann ein Capybara tauchen?
Mehrere Minuten. Es kann sogar unter Wasser schlafen, wobei nur die Nase über die Oberfläche ragt.
Weitere Säugetiere und Wasserbewohner zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Sein Lebensraum wird im Beitrag zum Amazonas-Regenwald beschrieben.
