Abgottschlange (Boa constrictor)

Abgottschlange (Boa constrictor)

Die Abgottschlange (Boa constrictor) ist eine große, ungiftige Würgeschlange der amerikanischen Tropen. Sie tötet ihre Beute nicht durch Zerquetschen, sondern durch Umschlingen und Ersticken. Boas werden zwei bis vier Meter lang und bringen lebende Junge zur Welt. Die IUCN führt viele Bestände als nicht gefährdet.

Die Abgottschlange (Boa constrictor) ist eine große, ungiftige Würgeschlange der amerikanischen Tropen. Sie tötet ihre Beute nicht durch Zerquetschen, sondern durch Umschlingen und Ersticken. Boas werden zwei bis vier Meter lang und bringen lebende Junge zur Welt. Die IUCN führt viele Bestände als nicht gefährdet.

Die Abgottschlange, meist einfach Boa genannt, gehört zu den bekanntesten Schlangen des Regenwaldes. Anders als viele fürchten, ist sie ungiftig und für den Menschen kaum gefährlich. Als geduldiger Lauerjäger verlässt sie sich auf Tarnung, kräftige Muskeln und ein feines Gespür für die Wärme ihrer Beute.

VerbreitungMittel- und Südamerika, von Mexiko bis Argentinien
Körperlängemeist 2–3 m, große Weibchen bis etwa 4 m
Gewicht10–30 kg je nach Größe und Region
NahrungSäugetiere, Vögel und Echsen; erlegt durch Umschlingen
LebensraumRegenwald, Trockenwald und Flussufer; am Boden und in Bäumen
IUCN-Statusüberwiegend nicht gefährdet (Least Concern), Handel über CITES geregelt

Wie tötet eine Boa ihre Beute?

Die Boa ist eine Würgeschlange. Sie lauert getarnt, schnellt blitzartig vor und packt die Beute mit den nach hinten gebogenen Zähnen. Sofort schlingt sie mehrere Körperwindungen um das Opfer. Entgegen einem verbreiteten Irrtum zerquetscht sie es dabei nicht: Bei jedem Ausatmen zieht sie die Schlingen ein Stück enger, sodass die Beute nicht mehr einatmen kann und der Blutkreislauf zusammenbricht. Anschließend verschlingt die Boa ihr Opfer im Ganzen – mit dehnbaren Kiefern, die weit größere Tiere schlucken lassen, als ihr Kopf vermuten ließe.

Ist die Abgottschlange für Menschen gefährlich?

Für erwachsene Menschen ist die Boa in aller Regel harmlos. Sie ist ungiftig, und ihre Beute liegt weit unter Menschengröße. Zwar kann ein Biss bei Bedrängung schmerzhaft sein, doch Boas fliehen lieber, als anzugreifen. Angriffe auf Menschen sind praktisch unbekannt. Ihre Rolle als Rattenjägerin macht sie in vielen Gegenden sogar zu einem geschätzten Nachbarn.

Wie vermehrt sich die Boa?

Anders als die meisten Schlangen legt die Boa keine Eier. Sie ist lebendgebärend: Die Jungen entwickeln sich im Körper des Muttertiers und kommen als voll entwickelte, sofort selbstständige kleine Schlangen zur Welt. Ein großes Weibchen kann mehrere Dutzend Junge auf einmal gebären. Diese sind von Geburt an auf sich allein gestellt und beginnen sofort zu jagen.

Wusstest du das über die Boa?

Boas „sehen“ Wärme: Feine Sinnesgruben an den Lippen nehmen die Körperwärme von Beutetieren wahr, sodass die Schlange auch in völliger Dunkelheit zielsicher zuschlagen kann. Ihre Fellzeichnung – kräftige, sattelförmige Flecken auf hellem Grund – verläuft zum Schwanz hin oft ins Rötliche, weshalb manche Formen den Beinamen „Rotschwanzboa“ tragen.

Ist die Boa mit der Anakonda verwandt?

Beide gehören zu den Riesenschlangen (Boas). Die Grüne Anakonda ist jedoch deutlich schwerer und stärker ans Wasser gebunden, während die Abgottschlange schlanker ist und auch klettert.

Wie groß wird eine Abgottschlange wirklich?

Die meisten Tiere bleiben unter drei Metern. Vier Meter sind die absolute Ausnahme und werden fast nur von sehr alten Weibchen erreicht.

Wie oft muss eine Boa fressen?

Selten. Nach einer großen Mahlzeit kann eine Boa wochen- bis monatelang ohne Nahrung auskommen, da sie ihre Beute langsam und vollständig verdaut.

Warum werden Boas gefangen?

Vor allem wegen ihrer Haut und für den Heimtierhandel. Der internationale Handel wird deshalb über das Washingtoner Artenschutzabkommen kontrolliert.

Weitere Reptilien und Jäger des Waldes zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wo Boas jagen, beschreibt der Beitrag zum Amazonas-Regenwald.