Blattschneiderameise (Atta)

Blattschneiderameise (Atta)

Blattschneiderameisen (Gattung Atta) tragen geschnittene Blattstücke in ihren Bau – fressen sie aber nicht. Stattdessen züchten sie damit einen Pilz, der ihre einzige Nahrung ist. Ihre Millionenstaaten gehören zu den komplexesten Tiergesellschaften überhaupt. Sie leben in den Wäldern Mittel- und Südamerikas.

Blattschneiderameisen (Gattung Atta) tragen geschnittene Blattstücke in ihren Bau – fressen sie aber nicht. Stattdessen züchten sie damit einen Pilz, der ihre einzige Nahrung ist. Ihre Millionenstaaten gehören zu den komplexesten Tiergesellschaften überhaupt. Sie leben in den Wäldern Mittel- und Südamerikas.

Die endlosen Prozessionen von Ameisen, die grüne Blattstücke wie kleine Segel über den Waldboden tragen, gehören zu den faszinierendsten Anblicken des Regenwaldes. Blattschneiderameisen sind Landwirtinnen: Lange bevor der Mensch den Ackerbau erfand, betrieben sie bereits eine hochentwickelte Form der Pilzzucht.

VerbreitungMittel- und Südamerika, von Mexiko bis Argentinien
Größeje nach Aufgabe 2–15 mm; verschiedene Kasten in einem Staat
Nahrungausschließlich der selbst gezüchtete Pilz – nicht die Blätter
Staatengrößebis zu mehreren Millionen Tieren pro Kolonie
Lebensraumtropische Regen- und Trockenwälder; riesige unterirdische Nester

Warum schneiden die Ameisen Blätter, wenn sie sie nicht fressen?

Blattschneiderameisen können die zähen, oft giftigen Blätter selbst gar nicht verdauen. Stattdessen sind die Blattstücke Rohstoff für ihre Landwirtschaft: Im Nest zerkauen die Ameisen sie zu einem Brei und legen darauf einen besonderen Pilz an. Dieser Pilz zersetzt das Pflanzenmaterial und bildet nährstoffreiche Knötchen, die die einzige Nahrung der Ameisen sind. Ameise und Pilz können ohne einander nicht überleben – eine Partnerschaft, die seit Jahrmillionen besteht.

Wie ist ein Ameisenstaat organisiert?

Ein Volk der Blattschneiderameisen funktioniert wie ein perfekt eingespielter Betrieb mit strikter Arbeitsteilung. Große Soldatinnen verteidigen die Straßen, mittelgroße Arbeiterinnen schneiden und transportieren Blätter, und winzige Tiere pflegen den Pilzgarten und halten ihn frei von Schädlingen. Manche kleine Ameisen reiten sogar auf den transportierten Blättern mit, um die Trägerinnen vor parasitischen Fliegen zu schützen. An der Spitze steht eine einzige Königin, die alle Eier legt.

Welche Rolle spielen Blattschneiderameisen im Wald?

Blattschneiderameisen zählen zu den bedeutendsten Pflanzenfressern der Neotropis – eine große Kolonie kann so viel Grün ernten wie eine Kuh. Durch das Schneiden fördern sie das Nachwachsen von Blättern, ihre riesigen unterirdischen Bauten durchlüften und düngen den Boden, und ihre Abfallhaufen reichern Nährstoffe an. So greifen sie tief in den Nährstoffkreislauf des Waldes ein.

Wusstest du das über Blattschneiderameisen?

Um ihren Pilzgarten gesund zu halten, tragen die Ameisen auf ihrem Körper nützliche Bakterien, die ein natürliches Antibiotikum gegen Schädlingspilze bilden. Diese biologische „Schädlingsbekämpfung“ nutzen sie seit Jahrmillionen – lange bevor der Mensch Antibiotika entdeckte. Die unterirdischen Nester können sich über mehrere Meter Tiefe erstrecken und Tausende Kammern umfassen.

Fressen Blattschneiderameisen die Blätter?

Nein. Die Blätter dienen nur als Nährboden für ihren Pilz. Erst der Pilz ist ihre eigentliche Nahrung.

Sind Blattschneiderameisen Schädlinge?

In der Landwirtschaft können sie großen Schaden anrichten, weil sie ganze Felder abernten. Im natürlichen Wald sind sie dagegen ein wichtiger Teil des Ökosystems.

Wie weit tragen die Ameisen ihre Blätter?

Über gut ausgebaute Ameisenstraßen legen sie teils über hundert Meter zurück – für ihre Größe eine enorme Strecke.

Wie lange lebt eine Kolonie?

Solange die Königin lebt, oft über zehn Jahre. Stirbt sie, erlischt mit der Zeit auch der ganze Staat.

Weitere Insekten und Kleintiere zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Wie eng Arten im Wald zusammenwirken, erklärt der Beitrag zum Ökosystem und Nährstoffkreislauf.