Baumkänguru (Dendrolagus)

Baumkänguru (Dendrolagus)

Baumkängurus (Dendrolagus) sind Beuteltiere, die anders als ihre hüpfenden Verwandten in den Bäumen der Regenwälder Neuguineas und Nordostaustraliens leben. Mit kräftigen Vorderbeinen und langem Schwanz klettern sie durchs Kronendach. Viele Arten sind stark bedroht.

Baumkängurus (Dendrolagus) sind Beuteltiere, die anders als ihre hüpfenden Verwandten in den Bäumen der Regenwälder Neuguineas und Nordostaustraliens leben. Mit kräftigen Vorderbeinen und langem Schwanz klettern sie durchs Kronendach. Viele Arten sind stark bedroht.

Ein Känguru, das auf Bäume klettert? Was zunächst widersprüchlich klingt, ist im Regenwald Neuguineas Wirklichkeit. Baumkängurus sind Verwandte der bekannten Bodenkängurus, haben sich aber ein Leben in den Baumkronen erobert. Mit ihrem gedrungenen Körper, den kräftigen Gliedmaßen und dem langen Schwanz wirken sie wie eine Mischung aus Känguru und Bär und gehören zu den geheimnisvollsten Säugetieren Ozeaniens.

VerbreitungRegenwälder Neuguineas und Nordost-Australiens
Körperlängeetwa 40–90 cm, dazu ein ebenso langer Schwanz
Gewichtetwa 7–14 kg je nach Art
NahrungBlätter, Früchte, Rinde, Blüten
LebensraumBergregenwälder in bis zu 3.000 m Höhe
IUCN-Statusje nach Art bis zu „vom Aussterben bedroht“

Wie klettert ein Känguru auf Bäume?

Baumkängurus haben sich an das Leben in der Höhe angepasst. Anders als Bodenkängurus sind ihre Vorderbeine kräftiger, und breite, raue Fußsohlen mit gekrümmten Krallen geben ihnen Halt an der Rinde. Der lange, buschige Schwanz dient als Balancierstange. Sie klettern eher gemächlich, können aber erstaunlich weit springen: von Ast zu Ast mehrere Meter und aus großer Höhe unbeschadet zu Boden – bis zu 15 Meter tiefe Sprünge sind belegt.

Wie leben Baumkängurus?

Die meisten Arten sind Einzelgänger und überwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv. Sie ernähren sich von Blättern, Früchten und Rinde und verdauen die zähe Pflanzenkost mit Hilfe eines spezialisierten Magens, ähnlich wie Wiederkäuer. Wie alle Beuteltiere bringen die Weibchen winzige, unfertige Junge zur Welt, die in einem Beutel weiter heranwachsen. Ein Jungtier bleibt fast ein Jahr im Beutel, bevor es die Baumkronen erkundet.

Warum sind viele Baumkängurus bedroht?

Etliche der rund ein Dutzend Arten sind selten und stark gefährdet, einige sogar vom Aussterben bedroht. Die Hauptgründe sind die Rodung ihrer Bergwälder und die Jagd, denn Baumkängurus sind eine traditionelle Fleischquelle. Weil sie sich langsam vermehren und oft nur in einem einzigen Bergtal vorkommen, kann schon der Verlust eines kleinen Waldgebiets eine ganze Art gefährden. Schutzprojekte arbeiten deshalb eng mit den lokalen Gemeinschaften zusammen.

Wusstest du das über Baumkängurus?

Manche Baumkänguru-Arten wurden erst in jüngerer Zeit von der Wissenschaft entdeckt – ein Hinweis darauf, wie wenig die Bergwälder Neuguineas erforscht sind. Trotz ihres Lebens in luftiger Höhe können Baumkängurus sich am Boden nur unbeholfen watschelnd fortbewegen; ihre Welt sind eindeutig die Bäume.

Sind Baumkängurus mit den bekannten Kängurus verwandt?

Ja. Sie gehören zur selben Familie, haben sich aber an das Klettern angepasst und leben in Bäumen statt in offenen Landschaften.

Wo leben Baumkängurus?

Vor allem in den Bergregenwäldern Neuguineas, einige Arten auch im Nordosten Australiens (Queensland).

Können Baumkängurus springen?

Ja, und zwar erstaunlich weit. Von Ast zu Ast überbrücken sie mehrere Meter, und aus großer Höhe springen sie unbeschadet zu Boden.

Wie viele Arten gibt es?

Rund ein Dutzend, von denen viele selten und bedroht sind. Einige wurden erst in den letzten Jahrzehnten wissenschaftlich beschrieben.

Weitere Beuteltiere und Kronendach-Bewohner der Tropen zeigt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes. Seinen Lebensraum beschreibt der Beitrag zu Papua-Neuguinea.