Aras sind große, farbenprächtige Papageien der Wälder Mittel- und Südamerikas. Sie leben im Kronendach, ernähren sich von Samen, Nüssen und Früchten und suchen regelmäßig Lehmlecken auf. Aras leben in lebenslangen Paaren. Der Gefährdungsstatus schwankt je nach Art von nicht gefährdet bis vom Aussterben bedroht.
Aras zählen zu den größten und auffälligsten Papageien der Welt. Mit ihrem leuchtenden Gefieder, dem kräftigen Hakenschnabel und den langen Schwanzfedern sind sie ein Sinnbild des tropischen Regenwaldes. Zu den bekanntesten Arten gehören der Hellrote Ara (Ara macao), der Gelbbrustara (Ara ararauna) und der Hyazinth-Ara (Anodorhynchus hyacinthinus), der größte flugfähige Papagei der Welt.
| Verbreitung | Mittel- und Südamerika; viele Arten im Amazonasbecken |
|---|---|
| Körperlänge | ca. 30 cm (kleine Arten) bis rund 1 m beim Hyazinth-Ara |
| Gewicht | ca. 200 g bis etwa 1,5 kg je nach Art |
| Nahrung | Samen, Nüsse und Früchte; regelmäßig Mineralerde an Lehmlecken |
| Lebensraum | tropischer Regenwald, vor allem im Kronendach |
| IUCN-Status | je nach Art nicht gefährdet (Least Concern) bis vom Aussterben bedroht |
Wo leben Aras?
Aras bewohnen die tropischen und subtropischen Wälder Mittel- und Südamerikas. Ein Schwerpunkt ihrer Vielfalt liegt im Amazonasgebiet. Sie halten sich überwiegend im Kronendach auf, wo sie in kleinen Gruppen oder Paaren durch die Baumwipfel fliegen. Wie sich diese oberste Waldschicht von den darunterliegenden unterscheidet, beschreibt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.
Wovon ernähren sich Aras?
Aras ernähren sich hauptsächlich von Samen, Nüssen und Früchten. Ihr kräftiger Schnabel knackt selbst harte Nussschalen, an die andere Tiere nicht herankommen. Eine Besonderheit sind die Lehmlecken (in Südamerika „colpas“ genannt): An offenen Uferwänden fressen Aras mineralhaltige Erde. Forschende vermuten, dass die aufgenommenen Mineralien helfen, Pflanzengifte aus der Nahrung zu neutralisieren und den Mineralhaushalt auszugleichen. Solche Lehmlecken sind spektakuläre Sammelplätze, an denen sich manchmal Hunderte Vögel einfinden.
Wie leben Aras zusammen?
Aras sind ausgesprochen soziale Vögel. Sie leben in lebenslangen Paarbindungen und bleiben ihrem Partner meist ein Leben lang treu. Paare fliegen dicht nebeneinander, putzen sich gegenseitig das Gefieder und teilen die Aufzucht der Jungen. Zum Brüten nutzen sie Baumhöhlen in alten, hohen Bäumen. Weil solche Nistbäume viele Jahrzehnte brauchen, um zu wachsen, ist der Erhalt alter Wälder für ihren Nachwuchs entscheidend.
Sind Aras gefährdet?
Das hängt stark von der Art ab. Viele weitverbreitete Aras wie der Hellrote Ara und der Gelbbrustara gelten als nicht gefährdet (Least Concern). Andere sind bedroht: Der Hyazinth-Ara wird als gefährdet (Vulnerable) geführt, der Große Soldatenara (Ara ambiguus) als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered). Der Spix-Ara gilt in freier Wildbahn als ausgestorben. Hauptursachen sind der Verlust des Lebensraums durch Abholzung sowie der illegale Fang für den Heimtierhandel.
Warum fressen Aras Lehm?
An Lehmlecken nehmen Aras mineralhaltige Erde auf. Sie hilft vermutlich, natürliche Pflanzengifte aus Samen und unreifen Früchten zu binden und liefert wichtige Mineralstoffe.
Wie alt werden Aras?
Aras können sehr alt werden. In menschlicher Obhut erreichen manche Tiere ein Alter von mehreren Jahrzehnten; auch in der Natur zählen sie zu den langlebigen Vögeln.
Können Aras sprechen?
Wie viele Papageien können Aras Laute und Wörter nachahmen. In der Natur dient ihr lautes Rufen vor allem der Verständigung innerhalb des Schwarms.
Welche Rolle spielen Aras im Ökosystem?
Als Samen- und Fruchtfresser verbreiten sie Pflanzensamen über weite Strecken und tragen so zur Verjüngung des Waldes bei.
Weitere gefiederte und pelzige Bewohner stellt die Übersicht zur Tierwelt des Regenwaldes vor. Ein enger Verwandter im Reich der Farben, allerdings am Waldboden, ist der Pfeilgiftfrosch.
