Tongass-Regenwald (Alaska)

Tongass-Regenwald (Alaska)

Der Tongass in Südost-Alaska ist der größte gemäßigte Regenwald der Erde. Zwischen Fjorden und Inseln wachsen jahrhundertealte Fichten und Zedern, in den Flüssen wimmelt es von Lachsen, und an den Ufern fischen Braunbären und Weißkopfseeadler.

Der Tongass in Südost-Alaska ist der größte gemäßigte Regenwald der Erde. Zwischen Fjorden und Inseln wachsen jahrhundertealte Fichten und Zedern, in den Flüssen wimmelt es von Lachsen, und an den Ufern fischen Braunbären und Weißkopfseeadler.

Ganz im Südosten Alaskas, entlang einer zerklüfteten Küste aus Fjorden und mehr als tausend Inseln, liegt der Tongass National Forest. Mit rund 68.000 Quadratkilometern ist er der größte Nationalforst der USA – und der größte weitgehend unberührte gemäßigte Regenwald der Welt. Weil er riesige Mengen Kohlenstoff speichert, wird er oft „Amerikas Amazonas“ oder „die Lunge Nordamerikas“ genannt.

LageSüdost-Alaska (USA), Alexander-Archipel mit Fjorden und über 1.000 Inseln
Typgemäßigter Küstenregenwald – der größte intakte der Erde
Größerund 68.000 km² (etwa so groß wie Bayern)
Typische BäumeSitka-Fichte, Hemlocktanne, Riesen-Lebensbaum, Nootka-Scheinzypresse
Typische TiereBraunbär, Schwarzbär, Weißkopfseeadler, Wolf, Sitka-Hirsch, fünf Lachsarten
HauptbedrohungHolzeinschlag alter Baumbestände, Straßenbau, Klimawandel

Warum liegt ein Regenwald im kalten Alaska?

Weil vom Pazifik feuchte Luft heranzieht und an den Küstenbergen abregnet, fällt hier extrem viel Niederschlag – vielerorts über drei Meter im Jahr. Der warme Meeresstrom hält die Winter dabei milder, als man in dieser nördlichen Lage erwarten würde. Viel Wasser plus milde Temperaturen ergibt einen Regenwald – nur eben einen kühlen. Er zählt deshalb, wie der Olympic-Regenwald, zu den gemäßigten Regenwäldern.

Warum sind die Lachse so wichtig?

Der Tongass ist eines der letzten großen Königreiche des Wildlachses: Alle fünf pazifischen Lachsarten wandern zum Laichen die Flüsse hinauf. Bären und Adler fangen sie in Massen und tragen die Kadaver in den Wald. Deren Nährstoffe düngen die Bäume – Fachleute können sogar Lachs-Stickstoff in den Jahresringen alter Fichten nachweisen. Wald, Fluss und Meer sind hier untrennbar miteinander verbunden.

Welche Tiere leben im Tongass?

Der Wald beherbergt eine der dichtesten Braunbär-Populationen der Welt, dazu Schwarzbären, Wölfe und den zierlichen Sitka-Schwarzwedelhirsch. Über den Fjorden kreisen Tausende Weißkopfseeadler, und vor der Küste ziehen im Sommer Buckelwale und Schwertwale vorbei. Diese Fülle an großen Tieren macht den Tongass zu einem der wildesten Orte Nordamerikas.

Ist der Tongass-Regenwald bedroht?

Über Jahrzehnte wurden große Flächen alter Bäume für die Holzindustrie gefällt. Seither ringen Naturschützer, Behörden und die indigenen Völker Alaskas immer wieder um den Schutz der letzten Urwaldgebiete. Weil alte Regenwälder besonders viel Kohlenstoff binden, ist ihr Erhalt auch fürs Klima entscheidend. Was jeder für den Waldschutz tun kann, zeigt der Bereich Regenwaldschutz.

Ist der Tongass wirklich ein Regenwald?

Ja. Entscheidend ist nicht die Hitze, sondern der viele Regen. Mit über drei Metern Niederschlag im Jahr erfüllt der Tongass alle Bedingungen – nur eben in kühler statt tropischer Ausführung.

Wie alt werden die Bäume?

Viele Sitka-Fichten und Riesen-Lebensbäume sind mehrere Hundert bis über 800 Jahre alt. Solche „alten Wälder“ sind besonders wertvoll, weil sie über Jahrhunderte gewachsene Lebensräume bieten.

Warum nennt man ihn „Amerikas Amazonas“?

Weil er als größter intakter gemäßigter Regenwald riesige Mengen Kohlenstoff speichert und damit – ähnlich wie der Amazonas – eine wichtige Rolle fürs Weltklima spielt.

Direkt südlich, an der Küste Kanadas, schließt sich der Great-Bear-Regenwald an. Alle Regenwaldgebiete der Erde zeigt die Übersicht Länder & Regionen.