Peru besitzt nach Brasilien den zweitgrößten Anteil am Amazonas-Regenwald. Vom Tiefland bis zu den Nebelwäldern der Anden reicht eine enorme Vielfalt an Lebensräumen. Schutzgebiete wie der Manú-Nationalpark zählen zu den artenreichsten der Erde – doch illegaler Goldbergbau bedroht die Flüsse.
Peru ist weit mehr als Machu Picchu: Über die Hälfte des Landes ist von Regenwald bedeckt. Weil sich hier die Anden und das Amazonastiefland begegnen, reihen sich auf engem Raum völlig verschiedene Lebensräume aneinander – von eiskalten Bergnebelwäldern bis zum heißen Tieflanddschungel. Das macht Peru zu einem Hotspot der Artenvielfalt.
| Lage | westliches Südamerika; östliche Landeshälfte ist Amazonas-Tiefland |
|---|---|
| Anteil am Amazonas | zweitgrößter nationaler Anteil nach Brasilien |
| Besonderheit | Höhengefälle von den Anden bis ins Tiefland mit Nebelwäldern |
| Berühmte Schutzgebiete | Manú- und Tambopata-Nationalpark – extrem artenreich |
| Hauptbedrohung | illegaler Goldbergbau (Region Madre de Dios), Straßenbau, Rodung |
Warum ist Peru so artenreich?
Das Geheimnis liegt im Höhengefälle. Von den schneebedeckten Anden bis zum Amazonastiefland überwindet man mehrere Kilometer Höhenunterschied. Auf diesem Weg folgen Bergnebelwälder, Wolkenwälder und Tieflandregenwälder aufeinander, jeder mit eigenen Arten. Diese enge Staffelung unterschiedlichster Lebensräume bringt eine der höchsten Artendichten der Welt hervor – Schutzgebiete wie der Manú-Nationalpark gelten als Rekordhalter bei der Zahl der Vogel- und Baumarten.
Was macht die peruanischen Nebelwälder besonders?
An den Osthängen der Anden stauen sich feuchte Luftmassen aus dem Amazonasgebiet und bilden ständige Wolken. In diesen Nebelwäldern tropft Wasser direkt aus der Luft auf die Pflanzen. Bäume sind hier dicht mit Moosen, Orchideen und Bromelien bewachsen. Viele Arten kommen nur in einem einzigen Tal vor, was die Region besonders wertvoll und zugleich empfindlich macht.
Was bedroht Perus Regenwald?
Die größte Gefahr ist der oft illegale Goldbergbau, vor allem in der Region Madre de Dios. Er hinterlässt kahle, quecksilberverseuchte Flächen und vergiftet die Flüsse. Hinzu kommen neue Straßen, die den Wald erschließen, sowie Rodung für Landwirtschaft. Der Bau von Fernstraßen quer durch den Wald hat vielerorts eine Kette weiterer Zerstörung ausgelöst.
Wer lebt im peruanischen Regenwald?
Neben einer artenreichen Tierwelt leben hier zahlreiche indigene Gemeinschaften, darunter auch Gruppen, die freiwillig in Isolation bleiben. Ihr Schutz ist eng mit dem Erhalt des Waldes verbunden. Mehr über die Menschen des Waldes erfährst du im Bereich Menschen & Indigene im Regenwald.
Wusstest du das über Perus Regenwald?
In einem einzigen Schutzgebiet Perus wurden mehr Vogelarten gezählt als in den gesamten USA und Kanada zusammen. Diese unglaubliche Dichte verdankt sich der Vielfalt an Höhenstufen und Lebensräumen auf engstem Raum.
Wie groß ist der Regenwaldanteil Perus?
Über die Hälfte des Landes ist von Regenwald bedeckt. Peru hat nach Brasilien den zweitgrößten nationalen Amazonas-Anteil.
Was ist ein Nebelwald?
Ein Bergwald, in dem fast ständig Wolken hängen. Die Pflanzen nehmen Feuchtigkeit direkt aus dem Nebel auf; typisch sind viele Moose, Orchideen und Bromelien.
Warum ist Goldbergbau in Peru so schädlich?
Er rodet Wald, reißt den Boden auf und vergiftet die Flüsse mit Quecksilber, das sich in Fischen und Menschen anreichert.
Kann man Perus Regenwald besuchen?
Ja, es gibt naturnahen Tourismus rund um Schutzgebiete wie Manú und Tambopata. Verantwortungsvoll gestaltet, kann er zum Schutz beitragen.
Weitere Regionen zeigt die Übersicht zu den Regionen des Regenwaldes. Das große Ganze beschreibt der Amazonas-Regenwald.
