Papua-Neuguinea trägt den drittgrößten zusammenhängenden Regenwald der Welt und gilt als eines der artenreichsten Länder überhaupt. Berühmt sind seine Paradiesvögel und die enorme Zahl an Arten und Sprachen. Noch ist ein Großteil des Waldes erhalten.
Auf der zweitgrößten Insel der Erde, östlich von Indonesien, liegt eines der letzten großen Waldreiche unseres Planeten. Von den sumpfigen Küsten über dichten Tieflandregenwald bis zu den nebligen Bergwäldern der über 4.000 Meter hohen Gebirge reicht eine Vielfalt, die Papua-Neuguinea zu einem der artenreichsten Länder der Welt macht. Weite Teile sind bis heute kaum erforscht.
| Lage | Ozeanien; östliche Hälfte der Insel Neuguinea |
|---|---|
| Bedeutung | drittgrößter zusammenhängender Regenwald der Welt |
| Typische Tiere | Paradiesvögel, Baumkängurus, Kasuare, Kronentauben |
| Besonderheit | über 800 Sprachen; extrem hohe Zahl endemischer Arten |
| Hauptbedrohung | Holzeinschlag, Palmöl, Bergbau |
Warum ist Papua-Neuguinea so artenreich?
Die Insel Neuguinea vereint auf engem Raum unzählige Lebensräume – von Mangroven und Tieflandwald bis zu alpinen Bergwäldern. Weil viele Gebirgstäler jahrtausendelang voneinander isoliert waren, entwickelten sich dort eigene Arten. Das Ergebnis ist ein Feuerwerk der Evolution: Baumkängurus, gefährliche Kasuare, leuchtend blaue Kronentauben und – als heimliche Stars – rund vierzig Arten von Paradiesvögeln mit ihren spektakulären Balzfedern. Auch die kulturelle Vielfalt ist einzigartig: Nirgendwo sonst werden so viele verschiedene Sprachen gesprochen.
Was sind Paradiesvögel?
Die Paradiesvögel sind das Wahrzeichen der Wälder Neuguineas. Die Männchen tragen extravagante Federn in leuchtenden Farben und führen aufwendige Balztänze auf – auf besonderen „Tanzbühnen“ im Wald. Weil es hier kaum große Raubtiere gibt, konnten sich diese auffälligen Schmuckfedern über Jahrmillionen entwickeln. Für viele indigene Gemeinschaften sind die Federn heilige Schmuckstücke bei Festen.
Wie leben die Menschen im Wald?
In Papua-Neuguinea lebt ein großer Teil der Bevölkerung bis heute traditionell vom und im Wald. Hunderte indigener Gemeinschaften bewirtschaften kleine Gärten, jagen und sammeln. Ein Großteil des Landes befindet sich in gemeinschaftlichem Besitz („customary land“), was den Wald einerseits schützt, ihn andererseits aber auch für Konzerne begehrt macht, die um Holz- und Plantagenrechte werben.
Was bedroht die Wälder Neuguineas?
Noch ist ein großer Teil des Waldes intakt – doch der Druck wächst. Ausländische Firmen roden für Tropenholz und legen Palmölplantagen an, Straßen und Bergbauprojekte erschließen bislang unberührte Gebiete. Weil hier so viele Arten nur an einem einzigen Ort vorkommen, kann schon die Rodung eines Tals ganze Arten auslöschen. Umso wichtiger sind indigene Landrechte und Schutzabkommen.
Wo liegt Papua-Neuguinea?
Es umfasst die östliche Hälfte der Insel Neuguinea nördlich von Australien. Die westliche Hälfte gehört zu Indonesien.
Warum spricht man dort so viele Sprachen?
Die zerklüftete Gebirgslandschaft trennte Gemeinschaften über lange Zeit voneinander. So entstanden über 800 eigenständige Sprachen – mehr als in jedem anderen Land der Welt.
Kann man dort Paradiesvögel beobachten?
Ja, spezialisierte Naturtouren führen zu bekannten Balzplätzen im Bergwald. Geduld und ortskundige Führer sind dabei entscheidend, denn die Vögel sind scheu.
Weitere Regenwaldgebiete der Erde zeigt die Übersicht Länder & Regionen. Den benachbarten Inselregenwald beschreibt der Beitrag zu Indonesien.
