Olympic-Regenwald (USA)

Olympic-Regenwald (USA)

Im Olympic-Nationalpark im US-Bundesstaat Washington wächst mit dem Hoh Rain Forest einer der bekanntesten gemäßigten Regenwälder der Erde. Statt tropischer Hitze herrscht hier kühles, nasses Klima – und trotzdem tropft alles vor Moos und Farnen.

Im Olympic-Nationalpark im US-Bundesstaat Washington wächst mit dem Hoh Rain Forest einer der bekanntesten gemäßigten Regenwälder der Erde. Statt tropischer Hitze herrscht hier kühles, nasses Klima – und trotzdem tropft alles vor Moos und Farnen.

Nicht jeder Regenwald steht in den Tropen. An der Pazifikküste des US-Bundesstaats Washington liegt auf der Olympic-Halbinsel ein gemäßigter Regenwald, der so grün und moosbehangen ist wie kaum ein anderer Wald der Welt. Weil vom Pazifik heranziehende Wolken an den Olympic Mountains abregnen, fallen in den Tälern von Hoh, Queets und Quinault jedes Jahr drei bis vier Meter Regen. Riesige Fichten und Ahornbäume sind dabei komplett in Moos gehüllt – ein Wald wie aus einem Märchen. Der Park gehört seit 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

LageOlympic-Halbinsel, Bundesstaat Washington, USA (Pazifischer Nordwesten)
Typgemäßigter Regenwald (kühl-feucht, kein tropischer Regenwald)
Niederschlagrund 3.000–4.000 mm pro Jahr – einer der nassesten Orte der USA
Typische BäumeSitka-Fichte, Hemlocktanne, Douglasie, Ahorn – dicht mit Moos und Farnen bewachsen
Typische TiereRoosevelt-Wapiti, Schwarzbär, Fleckenkauz, Lachse, Bananenschnecke
Hauptbedrohunghistorischer Holzeinschlag, heute vor allem der Klimawandel

Warum ist der Olympic-Regenwald ein „kalter“ Regenwald?

Ein Regenwald braucht vor allem eines: sehr viel Regen. Am Olympic sorgen die feuchten Pazifikwinde dafür, dass es fast das ganze Jahr über regnet oder nebelt. Die Temperaturen bleiben dabei mild – im Sommer selten heiß, im Winter selten unter dem Gefrierpunkt. Fachleute sprechen deshalb von einem gemäßigten Regenwald. Anders als im Amazonas gibt es hier keine tropische Artenvielfalt, dafür aber gewaltige, uralte Bäume und eine Moosdecke, die jeden Ast überzieht.

Welche Tiere leben im Olympic-Regenwald?

Das Wahrzeichen des Parks ist der Roosevelt-Wapiti, die größte Hirschart Nordamerikas – zu seinem Schutz wurde das Gebiet ursprünglich gegründet. Durch die Wälder streifen Schwarzbären, in den Baumkronen ruft der seltene Fleckenkauz, und in den kristallklaren Flüssen ziehen im Herbst Lachse zum Laichen flussaufwärts. Auf dem Waldboden kriecht die leuchtend gelbe Bananenschnecke, die abgestorbenes Laub zersetzt und den Wald so am Leben hält.

Was macht die Bäume so besonders?

Die Sitka-Fichten und Hemlocktannen werden über 90 Meter hoch und mehrere Hundert Jahre alt. Auf ihren Ästen wachsen Moose, Flechten und Farne als sogenannte Aufsitzerpflanzen – ähnlich wie im tropischen Regenwald, nur an die Kühle angepasst. Umgestürzte Baumriesen bleiben als „Ammenstämme“ liegen: Auf ihnen keimen junge Bäume in einer Reihe, sodass ganze Baumreihen wie auf einer Schnur aufgefädelt wachsen.

Ist der Olympic-Regenwald bedroht?

Innerhalb des Nationalparks ist der Wald streng geschützt. Rund um den Park wurde jedoch über Jahrzehnte großflächig Holz eingeschlagen, sodass der alte Regenwald heute wie eine grüne Insel in einer bewirtschafteten Landschaft liegt. Die größte langfristige Gefahr ist der Klimawandel: weniger Schnee in den Bergen, trockenere Sommer und häufigere Waldbrände könnten das empfindliche Gleichgewicht stören. Warum solche Wälder weltweit unter Druck stehen, zeigt der Bereich Bedrohung des Regenwaldes.

Kann man den Olympic-Regenwald besuchen?

Ja. Der Hoh Rain Forest ist der bekannteste Teil und über Wanderwege wie den „Hall of Mosses Trail“ erschlossen. Feste Wege und Ranger sorgen dafür, dass der Wald geschützt bleibt.

Warum ist alles so grün und bemoost?

Durch die ständige Feuchtigkeit können Moose, Farne und Flechten überall wachsen – sogar hoch oben auf den Ästen. Sie speichern Wasser wie ein Schwamm und geben dem Wald sein märchenhaftes Aussehen.

Gibt es in den USA noch andere Regenwälder?

Ja, weiter im Norden liegt der riesige Tongass-Regenwald in Alaska – der größte gemäßigte Regenwald der Erde.

Weitere gemäßigte Regenwälder der Erde sind der Great-Bear-Regenwald in Kanada und der Valdivianische Regenwald in Chile. Alle Regenwaldgebiete zeigt die Übersicht Länder & Regionen.