Fiordland-Regenwald (Neuseeland)

Fiordland-Regenwald (Neuseeland)

Im Südwesten Neuseelands liegt mit Fiordland einer der nassesten gemäßigten Regenwälder der Erde. Moosbehangene Südbuchen wachsen bis an steile Fjorde, und in den Wäldern leben flugunfähige Vögel wie Kiwi und der papageienartige Kea.

Im Südwesten Neuseelands liegt mit Fiordland einer der nassesten gemäßigten Regenwälder der Erde. Moosbehangene Südbuchen wachsen bis an steile Fjorde, und in den Wäldern leben flugunfähige Vögel wie Kiwi und der papageienartige Kea.

Ganz im Südwesten der neuseeländischen Südinsel erhebt sich eine Landschaft aus tiefen Fjorden, senkrechten Felswänden und donnernden Wasserfällen: der Fiordland-Nationalpark. Er ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Te Wāhipounamu und einer der regenreichsten Orte der Erde – am berühmten Milford Sound fallen bis zu sieben Meter Niederschlag im Jahr. Kein Wunder, dass hier ein üppiger, tropfnasser Regenwald wächst, obwohl das Klima kühl ist.

LageSüdwesten der Südinsel Neuseelands (Fiordland-Nationalpark)
Typgemäßigter Regenwald – einer der nassesten der Welt
Niederschlagam Milford Sound bis zu 7.000 mm pro Jahr
Typische BäumeSüdbuchen, Steineiben (Podocarpen), Baumfarne, dichte Moospolster
Typische TiereKiwi, Kea, der seltene Kākāpō und Takahē; Robben und Delfine an der Küste
Hauptbedrohungeingeschleppte Räuber wie Hermeline, Ratten und Fuchskusus

Warum ist Fiordland so extrem nass?

Über dem Südpolarmeer sammeln feuchte Westwinde riesige Mengen Wasser und stauen sich an den steilen Bergen Fiordlands. Dort regnen sie ab – oft tagelang am Stück. Weil das Meer die Temperaturen mild hält, entsteht ein gemäßigter Regenwald, ähnlich wie im chilenischen Valdivianischen Regenwald auf der anderen Seite des Pazifiks.

Was macht die Tierwelt so besonders?

Neuseeland hat sich vor Urzeiten von allen anderen Landmassen gelöst. Große Landsäugetiere gab es hier nie – ihre Rolle übernahmen Vögel. Viele von ihnen verlernten das Fliegen, weil es keine Fressfeinde gab: der nachtaktive Kiwi, der schwere, flugunfähige Papagei Kākāpō und das blaugrüne Takahē. In den Bergen turnt der Kea, der einzige Bergpapagei der Welt, der als besonders neugierig und schlau gilt.

Wie sieht der Wald von innen aus?

Unter dem Blätterdach der Südbuchen ist alles grün: Moose überziehen Stämme und Felsen, Baumfarne breiten ihre Wedel aus, und aus jeder Ritze sprießen Flechten. Weil der Boden aus blankem Fels und dünner Humusschicht besteht, klammern sich die Bäume mit flachen Wurzeln fest. Manchmal rutscht bei Starkregen ein ganzer Waldstreifen den Hang hinab – ein „Tree Avalanche“ –, und der Wald beginnt dort von Neuem zu wachsen.

Ist der Fiordland-Regenwald bedroht?

Der Wald selbst ist als Nationalpark streng geschützt und kaum erschlossen. Die größte Gefahr geht von eingeschleppten Tieren aus: Hermeline, Ratten und Fuchskusus fressen Eier und Küken der flugunfähigen Vögel. Neuseeland bekämpft diese Räuber mit einem der größten Artenschutzprogramme der Welt und siedelt bedrohte Vögel auf raubtierfreie Inseln um. Wie Menschen weltweit Wälder schützen, zeigt der Bereich Regenwaldschutz.

Kann man Fiordland besuchen?

Ja. Der Milford Sound und der Doubtful Sound sind über Bootstouren und Wanderwege wie den berühmten Milford Track erreichbar. Der Regenwald bleibt dabei streng geschützt.

Warum können Kiwi und Kākāpō nicht fliegen?

Weil es in Neuseeland ursprünglich keine Raubtiere gab, brauchten die Vögel keine Flucht in die Luft. Erst der Mensch brachte Räuber mit – seitdem sind die flugunfähigen Arten stark bedroht.

Ist das wirklich ein Regenwald?

Ja. Mit bis zu sieben Metern Regen im Jahr ist Fiordland einer der nassesten Wälder der Erde – ein gemäßigter Regenwald in kühlem Klima.

Weitere gemäßigte Regenwälder sind der Olympic-Regenwald in den USA und der Great-Bear-Regenwald in Kanada. Alle Regenwaldgebiete zeigt die Übersicht Länder & Regionen.