Bolivien hat Anteil am Amazonas-Regenwald und beherbergt mit dem Madidi-Nationalpark eines der artenreichsten Schutzgebiete der Erde. Von den Anden bis ins Tiefland reicht eine enorme Vielfalt. Doch Brandrodung und Agrarexpansion lassen die Abholzung stark ansteigen.
Bolivien ist vor allem für das Hochland der Anden bekannt – doch mehr als die Hälfte des Landes liegt im tropischen Tiefland und gehört zum Amazonas-Regenwald. Auf dem Weg von den über 6.000 Meter hohen Andengipfeln hinab in den Regenwald durchquert man fast alle Klimazonen der Erde. Diese enorme Spannweite macht Bolivien zu einem der artenreichsten Länder überhaupt.
| Lage | Südamerika; südwestlicher Rand des Amazonasbeckens |
|---|---|
| Bekanntestes Gebiet | Madidi-Nationalpark (Anden bis Amazonas-Tiefland) |
| Besonderheit | eines der artenreichsten Schutzgebiete der Welt |
| Typische Tiere | Jaguar, Brillenbär, Riesenotter, Ara, Andenkondor |
| Hauptbedrohung | Brandrodung, Soja- und Viehwirtschaft, Straßenbau |
Warum ist der Madidi-Nationalpark so besonders?
Der Madidi-Nationalpark reicht von eisigen Andengipfeln bis in den heißen Tieflandregenwald und vereint dadurch auf kleinem Raum unzählige Lebensräume. Er gilt als eines der artenreichsten Schutzgebiete der Erde: Hier wurden über tausend Vogelarten und Tausende Pflanzenarten nachgewiesen, darunter viele, die nur hier vorkommen. Durch die Wälder ziehen Jaguare, in den Flüssen jagen Riesenotter, und in den Nebelwäldern lebt der scheue Brillenbär.
Wie reich ist Boliviens Tierwelt?
Weil Bolivien Anteil an Anden, Regenwald und Trockenwäldern hat, ist seine Tierwelt außergewöhnlich vielfältig. Neben Jaguar und Riesenotter leben hier Tapire, Faultiere, Brüllaffen, leuchtend bunte Aras und der große Ameisenbär. Am Übergang von Bergwald und Tiefland überschneiden sich die Lebensräume von Anden- und Amazonasarten – ein weltweit seltenes Phänomen.
Warum steigt die Abholzung in Bolivien?
Bolivien gehört inzwischen zu den Ländern mit dem stärksten Anstieg der Regenwaldverluste. Vor allem im Tiefland wird Wald für Soja- und Rinderwirtschaft gerodet, häufig durch großflächige Brandrodung, deren Feuer in Trockenjahren außer Kontrolle geraten. Neue Straßen erschließen bislang unzugängliche Gebiete. Damit wird der bolivianische Amazonas zu einem neuen Brennpunkt der Regenwaldzerstörung.
Wer schützt den Wald in Bolivien?
Eine wichtige Rolle spielen indigene Gemeinschaften, die große Teile des Tieflandwaldes bewohnen und verwalten. In Schutzgebieten wie Madidi arbeiten sie mit Rangern und Naturschutzorganisationen zusammen und setzen auf sanften Tourismus als Einkommensquelle. Ob diese Bemühungen ausreichen, hängt stark von der Agrar- und Waldpolitik des Landes ab. Wie Schutz gelingen kann, zeigt der Bereich Regenwaldschutz.
Liegt der Amazonas auch in Bolivien?
Ja. Der Nordosten und Norden Boliviens gehören zum Amazonasbecken; mehr als die Hälfte des Landes ist tropisches Tiefland.
Was ist am Madidi-Nationalpark einzigartig?
Er reicht von den Hochanden bis in den Regenwald und vereint dadurch extrem viele Lebensräume – deshalb gilt er als eines der artenreichsten Schutzgebiete der Welt.
Warum sind die Waldbrände in Bolivien ein Problem?
Viele Feuer werden zur Brandrodung gelegt und geraten in Trockenjahren außer Kontrolle. Sie zerstören großflächig Wald und setzen große Mengen Treibhausgase frei.
Weitere Regenwaldgebiete der Erde zeigt die Übersicht Länder & Regionen. Das große Waldreich, zu dem Bolivien gehört, beschreibt der Beitrag zum Amazonas-Regenwald.
