Zuckerrohr (Saccharum officinarum)

Zuckerrohr (Saccharum officinarum)

Zuckerrohr (Saccharum officinarum) ist ein bis zu sechs Meter hohes tropisches Süßgras, aus dem der Großteil des weltweiten Zuckers gewonnen wird. Ursprünglich aus Neuguinea, wird es heute in riesigen Plantagen angebaut – oft auf Kosten von Regenwald und mit dunkler Geschichte.

Zuckerrohr (Saccharum officinarum) ist ein bis zu sechs Meter hohes tropisches Süßgras, aus dem der Großteil des weltweiten Zuckers gewonnen wird. Ursprünglich aus Neuguinea, wird es heute in riesigen Plantagen angebaut – oft auf Kosten von Regenwald und mit dunkler Geschichte.

Kaum eine Pflanze hat die Welt so verändert wie das Zuckerrohr. Das mächtige Süßgras mit den saftigen, faserigen Halmen speichert in seinem Stängel große Mengen Zucker. Aus seiner Heimat auf Neuguinea gelangte es über Indien und die arabische Welt bis in die Tropen Amerikas – und wurde dort zur Grundlage eines gewaltigen, aber zutiefst zwiespältigen Wirtschaftszweigs.

HerkunftNeuguinea und Südostasien
FamilieSüßgräser (Poaceae)
Wuchshöhebis etwa 6 m
Nutzbarer Teilder zuckerhaltige Stängel (Halm)
NutzungRohr- und Kristallzucker, Melasse, Rum, Bioethanol
Anbaugrößter Erzeuger: Brasilien

Wie entsteht Zucker aus Zuckerrohr?

Zur Ernte werden die reifen Halme geschnitten, zerkleinert und ausgepresst; der süße Saft wird eingekocht, bis der Zucker auskristallisiert. Übrig bleiben die Melasse (aus der man Rum brennt) und die trockenen Pflanzenfasern (Bagasse), die als Brennstoff dienen. Rund vier Fünftel des weltweit erzeugten Zuckers stammen aus Zuckerrohr, der Rest überwiegend aus der Zuckerrübe der gemäßigten Zonen. Zunehmend wird Zuckerrohr auch zu Bioethanol als Kraftstoff verarbeitet.

Welche Rolle spielte Zuckerrohr in der Geschichte?

Der Zuckeranbau hat eine dunkle Seite. Ab dem 16. Jahrhundert legten die Kolonialmächte in der Karibik und in Brasilien riesige Zuckerrohrplantagen an und verschleppten dafür Millionen versklavter Menschen aus Afrika. Der Reichtum, den der „weiße Zucker“ schuf, gründete auf brutaler Ausbeutung. Bis heute ist die Arbeit auf vielen Zuckerrohrfeldern hart und schlecht bezahlt – ein Grund, auf fair gehandelte Produkte zu achten.

Warum ist Zuckerrohr auch für den Regenwald ein Thema?

Für Zuckerrohr- und Ethanolplantagen wurden und werden in den Tropen große Flächen umgewandelt. Zwar wächst Zuckerrohr in Brasilien überwiegend fern des Amazonas, doch die Ausdehnung des Zuckerrohrs verdrängt andere Landwirtschaft weiter in Richtung Wald – ein indirekter Treiber der Regenwaldrodung. Auch der hohe Wasser- und Düngerbedarf belastet die Umwelt. Bewusster Konsum und zertifizierter Anbau können hier einen Unterschied machen.

Wusstest du das über Zuckerrohr?

Zuckerrohr ist botanisch ein Gras – und damit ein enger Verwandter von Mais, Reis und Bambus, nur eben ein besonders zuckersüßes. Vielerorts in den Tropen kaufen Menschen an Straßenständen frisch gepressten Zuckerrohrsaft; das Kauen auf einem Stück Rohzucker-Halm ist ein beliebter Genuss.

Ist Zuckerrohr ein Baum oder ein Gras?

Ein Gras. Trotz seiner Höhe von bis zu sechs Metern gehört Zuckerrohr zur Familie der Süßgräser, wie Mais und Bambus.

Woher kommt der meiste Rohrzucker?

Aus Brasilien, dem mit Abstand größten Erzeuger, gefolgt von Indien, Thailand und China.

Was ist Bagasse und Melasse?

Bagasse sind die ausgepressten Pflanzenfasern, die als Brennstoff genutzt werden; Melasse ist der zähflüssige, dunkle Sirup, der bei der Zuckergewinnung übrig bleibt und zu Rum verarbeitet wird.

Wird Zuckerrohr für Kraftstoff genutzt?

Ja. Besonders in Brasilien wird ein großer Teil zu Bioethanol verarbeitet, das als Kraftstoff dient.

Weitere Nutzpflanzen der Tropen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie der Anbau von Nutzpflanzen den Wald bedroht, beschreibt der Bereich Bedrohung des Regenwaldes.