Die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) ist eine schwimmende Pflanze aus dem Amazonasgebiet mit hübschen violetten Blüten. In ihrer Heimat ist sie harmlos – außerhalb aber eine der aggressivsten invasiven Pflanzen der Welt, die ganze Gewässer erstickt.
Die Wasserhyazinthe zeigt, wie eine schöne Pflanze zum Problem werden kann. Auf dem Wasser treibend, bildet sie dichte grüne Teppiche mit auffälligen, lila-blauen Blütenständen. In ihrer Heimat, den Gewässern des Amazonasbeckens, ist sie ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems. Doch als der Mensch sie als Zierpflanze in alle Welt verschleppte, wurde sie außerhalb Südamerikas zur ökologischen Plage.
| Herkunft | Amazonasgebiet, Südamerika |
|---|---|
| Familie | Wasserhyazinthengewächse (Pontederiaceae) |
| Wuchsform | frei schwimmende Wasserpflanze |
| Blüte | auffällig lila-blau, in aufrechten Ähren |
| Besonderheit | eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt |
| Status außerhalb der Heimat | gefährlicher Neophyt (invasive Art) |
Wie hält sich die Wasserhyazinthe über Wasser?
Das Geheimnis steckt in den Blattstielen: Sie sind zu schwammigen, luftgefüllten Schwimmkörpern aufgeblasen, die die Pflanze wie kleine Rettungswesten tragen. Darunter hängen feine, dunkle Wurzeln ins Wasser, die Nährstoffe aufnehmen und vielen Kleintieren Schutz bieten. Die ganze Pflanze ist wurzellos im Boden – sie treibt frei auf der Oberfläche und lässt sich von Strömung und Wind verdriften.
Warum ist die Wasserhyazinthe außerhalb Südamerikas ein Problem?
Die Wasserhyazinthe wächst extrem schnell – unter guten Bedingungen kann sich ihre Fläche in wenigen Wochen verdoppeln. In Afrika, Asien und im Süden der USA, wo ihre natürlichen Fressfeinde fehlen, überzieht sie ganze Seen und Flüsse mit dichten Matten. Diese Teppiche nehmen dem Wasser Licht und Sauerstoff, lassen Fische ersticken, verstopfen Wasserkraftwerke und Häfen und behindern die Schifffahrt. Am Viktoriasee etwa richtete sie enorme Schäden an. Sie zählt damit zu den schädlichsten invasiven Pflanzen der Welt.
Kann man die Wasserhyazinthe auch nutzen?
Ja – und darin liegt eine Chance. Weil die Pflanze Nährstoffe und sogar Schadstoffe aus dem Wasser aufnimmt, wird sie zur Reinigung von Abwässern eingesetzt. Aus den geernteten Fasern lassen sich Körbe, Möbel und Papier flechten, und als Grünmasse dient sie zur Kompostierung oder zur Erzeugung von Biogas. Wo sie im Übermaß wuchert, versucht man so, aus dem Problem einen Rohstoff zu machen.
Wusstest du das über die Wasserhyazinthe?
In ihrer amazonischen Heimat halten Manatis, Insekten und Pilze die Wasserhyazinthe in Schach – ein natürliches Gleichgewicht, das anderswo fehlt. Ihre Geschichte ist ein Lehrstück: Sie zeigt, wie das Verschleppen von Arten aus dem Regenwald in fremde Ökosysteme unabsehbare Folgen haben kann.
Ist die Wasserhyazinthe giftig?
Für Menschen ist sie nicht giftig; Teile werden mancherorts sogar als Tierfutter oder Gemüse genutzt. Ihr „Gift“ ist ökologischer Natur – sie erstickt fremde Gewässer.
Warum wächst sie so schnell?
Sie vermehrt sich vor allem durch Ausläufer und kann ihre Fläche unter idealen Bedingungen binnen weniger Wochen verdoppeln – eine der schnellsten Pflanzen überhaupt.
Ist sie in ihrer Heimat auch schädlich?
Nein. Im Amazonasgebiet wird sie durch natürliche Fressfeinde und Konkurrenz in Schach gehalten und ist ein normaler Teil des Ökosystems.
Kann man die Wasserhyazinthe nutzen?
Ja, etwa zur Abwasserreinigung, zur Biogaserzeugung oder zum Flechten von Körben und Möbeln aus ihren Fasern.
Weitere Wasser- und Nutzpflanzen der Tropen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Ihren natürlichen Lebensraum beschreibt der Beitrag zum Amazonas-Regenwald.
