Die Rafflesia besitzt die größte Einzelblüte der Welt: Sie wird bis zu einem Meter breit und mehrere Kilogramm schwer. Die Pflanze lebt als Parasit ganz ohne Blätter, Wurzeln und Stängel im Inneren tropischer Lianen. Ihre Blüten verströmen Aasgeruch und locken damit Fliegen als Bestäuber an.
Kaum eine Pflanze ist so bizarr wie die Rafflesia. Über weite Teile ihres Lebens ist sie unsichtbar und lebt verborgen im Gewebe einer Wirtsliane. Erst zur Blüte durchbricht sie plötzlich die Rinde und entfaltet eine der spektakulärsten Blüten der Pflanzenwelt, die zugleich nach verwesendem Fleisch riecht.
| Familie | Rafflesiengewächse (Rafflesiaceae); Gattung Rafflesia mit rund 30 bis 40 Arten |
|---|---|
| Wuchshöhe / Wuchsform | keine eigenen Blätter, Wurzeln oder Stängel; sichtbar ist fast nur die Blüte, bis zu etwa 1 m Durchmesser und mehrere Kilogramm schwer |
| Verbreitung | Regenwälder Südostasiens, unter anderem auf Borneo, Sumatra, in Malaysia, auf den Philippinen und in Thailand |
| Nutzung / Produkt | keine wirtschaftliche Nutzung; regional Bedeutung in der Volksmedizin und als Natursehenswürdigkeit |
| Rolle im Ökosystem | Vollschmarotzer auf Lianen der Gattung Tetrastigma; Bestäubung durch Aasfliegen |
| Gefährdung | viele Arten stark gefährdet durch Rodung und seltene Blüte; einzelne Arten gelten als vom Aussterben bedroht |
Wie groß wird die Rafflesia-Blüte?
Die Blüte der Rafflesia ist die größte Einzelblüte der Welt. Bei der bekanntesten Art erreicht sie bis zu etwa einen Meter Durchmesser und ein Gewicht von mehreren Kilogramm. Sie besteht aus fünf dicken, fleischig-roten Blättern mit heller Sprenkelung. Wichtig ist die Unterscheidung zur Titanenwurz: Diese bildet den größten Blütenstand, während die Rafflesia die größte einzelne Blüte hervorbringt.
Warum riecht die Rafflesia nach Aas?
Die Rafflesia verströmt zur Blüte einen intensiven Geruch nach verwesendem Fleisch. Dieser Aasgeruch lockt Schmeißfliegen und andere Aasfliegen an, die sonst auf Kadavern nach Nahrung und Eiablageplätzen suchen. Beim Besuch der Blüte übertragen die Fliegen den Pollen. Auch die fleischrote Färbung verstärkt die Täuschung. Der Trick, tote Tiere vorzuspielen, ersetzt bei der Rafflesia den fehlenden Nektar.
Wie lebt die Rafflesia als Parasit?
Die Rafflesia besitzt weder Blätter noch Wurzeln oder Stängel und betreibt keine eigene Fotosynthese. Sie lebt als Vollschmarotzer im Gewebe von Lianen der Gattung Tetrastigma und entzieht ihnen Wasser und Nährstoffe. Über weite Zeiträume ist von der Pflanze nichts zu sehen; sie durchzieht das Innere der Wirtsranke wie ein Pilzgeflecht. Erst wenn eine Knospe die Rinde durchbricht und über Monate heranreift, wird die Rafflesia sichtbar.
Wo kommt die Rafflesia vor?
Die Rafflesia wächst ausschließlich in den tropischen Regenwäldern Südostasiens, besonders auf den Inseln Borneo und Sumatra sowie in Malaysia, auf den Philippinen und in Thailand. Sie ist an ein feuchtwarmes, ungestörtes Waldklima und an das Vorkommen ihrer Wirtsliane gebunden. Deshalb findet man sie nur in intakten Wäldern und nicht in gestörten oder gerodeten Flächen.
Ist die Rafflesia bedroht?
Viele Rafflesia-Arten gelten als stark gefährdet. Sie sind doppelt verletzlich: Ihr Lebensraum schrumpft durch Abholzung, und die Blüten erscheinen selten und leben nur wenige Tage, was die Fortpflanzung erschwert. Da die Pflanze an ihre Wirtsliane gebunden ist, lässt sie sich kaum in Kultur nehmen. Der Erhalt großer, zusammenhängender Regenwälder ist daher der einzige wirksame Schutz.
Ist die Rafflesia dasselbe wie die Titanenwurz?
Nein. Die Rafflesia bildet die größte einzelne Blüte, die Titanenwurz den größten Blütenstand aus vielen kleinen Blüten. Beide riechen nach Aas, sind aber nicht näher verwandt.
Wie lange blüht eine Rafflesia?
Die Knospe reift über viele Monate heran, doch die offene Blüte hält oft nur wenige Tage. Danach zerfällt sie zu einer schwarzen Masse.
Kann man die Rafflesia im Garten züchten?
Kaum. Sie ist vollständig von einer bestimmten Wirtsliane abhängig und lässt sich außerhalb ihres natürlichen Lebensraums nur sehr schwer kultivieren.
Wonach ist die Rafflesia benannt?
Die Gattung ist nach Thomas Stamford Raffles benannt, der Anfang des 19. Jahrhunderts an ihrer wissenschaftlichen Beschreibung auf Sumatra beteiligt war.
Weitere außergewöhnliche Gewächse stellt der Hub Pflanzenwelt vor. Die südostasiatischen Wälder, in denen die Rafflesia lebt, porträtiert der Text über den Regenwald in Indonesien. Warum diese Wälder verschwinden, erklärt der Bereich Bedrohung. Eine ganz andere Bestäubungsstrategie zeigen die Orchideen.
