Ölpalme (Elaeis guineensis)

Ölpalme (Elaeis guineensis)

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) liefert das weltweit meistgenutzte Pflanzenöl. Aus dem Fruchtfleisch und den Kernen ihrer Fruchtbündel wird Palmöl gewonnen. Sie ist die ertragreichste Ölpflanze überhaupt – aber ihr Anbau ist einer der größten Treiber der Regenwaldzerstörung in Südostasien.

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) liefert das weltweit meistgenutzte Pflanzenöl. Aus dem Fruchtfleisch und den Kernen ihrer Fruchtbündel wird Palmöl gewonnen. Sie ist die ertragreichste Ölpflanze überhaupt – aber ihr Anbau ist einer der größten Treiber der Regenwaldzerstörung in Südostasien.

Kaum eine Pflanze verbindet wirtschaftlichen Nutzen und ökologischen Konflikt so sehr wie die Ölpalme. Ihr Öl steckt in unzähligen Alltagsprodukten – von Margarine über Schokolade bis zu Seife und Biosprit. Zugleich verschwinden für neue Plantagen riesige Flächen tropischen Regenwaldes. Die Ölpalme ist damit ein Schlüssel, um zu verstehen, warum Wälder gerodet werden.

FamiliePalmengewächse (Arecaceae)
HerkunftWestafrika; Hauptanbau heute Indonesien und Malaysia
Wuchshöhebis zu 20–30 m im Alter
NutzungPalmöl (Fruchtfleisch) und Palmkernöl (Samen) für Lebensmittel, Kosmetik, Biosprit
Besonderheitertragreichste Ölpflanze der Welt je Hektar

Warum ist Palmöl so weit verbreitet?

Palmöl hat Eigenschaften, die es für die Industrie besonders attraktiv machen: Es ist bei Raumtemperatur streichfähig, geschmacksneutral, lange haltbar und hitzestabil. Vor allem aber liefert die Ölpalme pro Hektar ein Vielfaches der Menge, die Raps, Soja oder Sonnenblume erbringen. Deshalb ist Palmöl das mit Abstand meistproduzierte Pflanzenöl der Welt und steckt Schätzungen zufolge in etwa der Hälfte aller verpackten Supermarktprodukte.

Warum bedroht die Ölpalme den Regenwald?

Ölpalmen gedeihen nur im feuchtwarmen Tropengürtel – also genau dort, wo Regenwald wächst. Für neue Plantagen werden in Indonesien und Malaysia großflächig Wälder gerodet und Torfböden trockengelegt. Damit verschwindet der Lebensraum bedrohter Arten wie Orang-Utan, Zwergelefant und Tiger, und beim Brandroden werden riesige Mengen des Treibhausgases CO₂ frei. Der Palmölanbau zählt so zu den größten Treibern der Regenwaldzerstörung in Südostasien.

Ist nachhaltiges Palmöl möglich?

Ein völliger Verzicht würde das Problem oft nur verlagern, weil Ersatzöle noch mehr Fläche bräuchten. Sinnvoller ist es, den Verbrauch zu senken und auf zertifiziertes Palmöl zu setzen, das ohne neue Regenwaldrodung erzeugt wurde. Siegel wie das RSPO-Zeichen kennzeichnen solche Ware. Verbraucher können zudem den Gesamtverbrauch drücken, indem sie stark verarbeitete Produkte meiden – ein Beitrag zum Regenwaldschutz.

Wusstest du das über die Ölpalme?

Eine Ölpalme trägt bereits nach wenigen Jahren und liefert über Jahrzehnte hinweg das ganze Jahr über Früchte. Ein einziges Fruchtbündel kann über 20 Kilogramm wiegen und aus mehr als tausend einzelnen, pflaumengroßen Früchten bestehen. Das Öl im Fruchtfleisch ist von Natur aus leuchtend orangerot, weil es reich an Carotinen ist.

Ist Palmöl ungesund?

Palmöl enthält viele gesättigte Fettsäuren. In Maßen ist es unbedenklich, doch stark erhitztes oder raffiniertes Palmöl kann problematische Begleitstoffe enthalten. Das Hauptproblem ist ökologischer Natur.

In welchen Produkten steckt Palmöl?

In sehr vielen: Margarine, Schokolade, Keksen, Fertiggerichten, Seife, Kosmetik, Kerzen und Biodiesel. Auf Verpackungen muss es in der EU namentlich genannt werden.

Hilft der Verzicht auf Palmöl dem Regenwald?

Nur bedingt. Weil Ersatzöle mehr Fläche benötigen, gilt zertifiziertes Palmöl aus entwaldungsfreiem Anbau oft als sinnvollere Lösung als ein pauschaler Boykott.

Woher stammt das meiste Palmöl?

Rund vier Fünftel der Weltproduktion kommen aus Indonesien und Malaysia, wo dafür große Regenwaldflächen umgewandelt wurden.

Weitere Nutzpflanzen und ihre Folgen für den Wald zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie der Anbau die Wälder verändert, beschreibt der Beitrag zur Bedrohung des Regenwaldes.