Muskatnussbaum (Myristica fragrans)

Muskatnussbaum (Myristica fragrans)

Der Muskatnussbaum (Myristica fragrans) stammt von den indonesischen Banda-Inseln und liefert gleich zwei Gewürze: Muskatnuss aus dem Samen und Macis aus seiner roten Samenhülle. Über Jahrhunderte war Muskat so wertvoll, dass um seinen Anbau erbittert gekämpft wurde.

Der Muskatnussbaum (Myristica fragrans) stammt von den indonesischen Banda-Inseln und liefert gleich zwei Gewürze: Muskatnuss aus dem Samen und Macis aus seiner roten Samenhülle. Über Jahrhunderte war Muskat so wertvoll, dass um seinen Anbau erbittert gekämpft wurde.

Die Muskatnuss gehört zu den Gewürzen, die Weltgeschichte geschrieben haben. Ihr Ursprung liegt auf einer kleinen indonesischen Inselgruppe, und ihr Duft war einst so begehrt, dass Handelsmächte Kriege um sie führten. Der immergrüne Baum, der dieses Gewürz hervorbringt, ist eine Besonderheit: Er liefert aus einer einzigen Frucht zwei verschiedene Würzstoffe.

FamilieMuskatnussgewächse (Myristicaceae)
HerkunftBanda-Inseln (Molukken, Indonesien); heute auch anderswo in den Tropen
Wuchsformimmergrüner Baum, 5–15 m hoch
Zwei GewürzeMuskatnuss (Samen) und Macis/Muskatblüte (rote Samenhülle)
Hinweisin großen Mengen giftig; als Gewürz in üblicher Dosierung unbedenklich

Wie entstehen aus einer Frucht zwei Gewürze?

Die aprikosengroße Frucht des Muskatnussbaums springt bei der Reife auf. Im Inneren liegt ein brauner Samen – die eigentliche Muskatnuss –, der von einem leuchtend roten, netzartigen Mantel umhüllt ist. Dieser Mantel wird abgelöst, getrocknet und als eigenes Gewürz namens Macis oder Muskatblüte verkauft; er schmeckt feiner und etwas milder. Der Samen selbst wird ebenfalls getrocknet und ist die Muskatnuss, die man frisch über Speisen reibt. Aus einer Frucht entstehen so zwei unterschiedliche Würzmittel.

Warum war Muskat einst so wertvoll?

Lange Zeit wuchs der Muskatnussbaum nur auf den winzigen Banda-Inseln. Weil das Gewürz in Europa als kostbar und sogar heilkräftig galt, war es mit Gold aufzuwiegen. Um das Monopol auf Muskat entbrannten regelrechte Handelskriege, in deren Verlauf europäische Mächte die Kontrolle über die Inseln erzwangen. Erst als es gelang, Muskatbäume auch anderswo in den Tropen anzupflanzen, brach das Monopol – und der Preis sank.

Wie wächst der Muskatnussbaum?

Der Muskatnussbaum gedeiht im feuchtwarmen Tropenklima und wird oft in Mischkulturen zwischen anderen Bäumen angebaut. Männliche und weibliche Blüten sitzen meist auf getrennten Bäumen, sodass für eine gute Ernte beide vorhanden sein müssen. Ein Baum trägt viele Jahrzehnte lang Früchte. Im schützenden Schatten größerer Bäume angebaut, lässt sich Muskat vergleichsweise waldschonend gewinnen.

Wusstest du das über die Muskatnuss?

Die Muskatnuss enthält Stoffe, die in großen Mengen berauschend und giftig wirken können. In der Küche verwendet man sie deshalb nur in winzigen Prisen – so entfaltet sie ihr warmes, würziges Aroma, ganz ohne Risiko. Schon eine ganze Nuss auf einmal wäre für den Menschen deutlich zu viel.

Was ist der Unterschied zwischen Muskatnuss und Macis?

Beide stammen aus derselben Frucht: Die Muskatnuss ist der Samen, Macis (Muskatblüte) die rote Hülle darum. Macis schmeckt feiner und milder.

Ist Muskatnuss giftig?

In großen Mengen ja. Als Gewürz in den üblichen kleinen Mengen ist sie völlig unbedenklich.

Woher kommt die Muskatnuss ursprünglich?

Von den Banda-Inseln in Indonesien. Lange wuchs sie nur dort, was sie extrem wertvoll machte.

Wächst Muskat im Regenwald?

Ursprünglich in den tropischen Wäldern der Molukken. Angebaut wird sie heute in vielen Tropenländern, oft im Schatten anderer Bäume.

Weitere Gewürzpflanzen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie Gewürze die Weltgeschichte prägten, beschreibt der Beitrag zu Gewürzen, Kaffee & Kakao.