Maniok (Manihot esculenta)

Maniok (Manihot esculenta)

Der Maniok (Manihot esculenta) ist ein Strauch aus dem Amazonasgebiet, dessen stärkereiche Wurzelknollen ein Grundnahrungsmittel für Hunderte Millionen Menschen sind. Roh sind die Knollen giftig und müssen erst verarbeitet werden. Aus Maniok entstehen Mehl, Tapioka und Fladen.

Der Maniok (Manihot esculenta) ist ein Strauch aus dem Amazonasgebiet, dessen stärkereiche Wurzelknollen ein Grundnahrungsmittel für Hunderte Millionen Menschen sind. Roh sind die Knollen giftig und müssen erst verarbeitet werden. Aus Maniok entstehen Mehl, Tapioka und Fladen.

Maniok – auch Cassava oder Yuca genannt – ist eine der wichtigsten Nahrungspflanzen der Tropen, auch wenn er in Europa wenig bekannt ist. Der unscheinbare Strauch mit den handförmig geteilten Blättern stammt aus dem Amazonasgebiet, wo ihn indigene Völker schon vor Jahrtausenden kultivierten. Seine eigentliche Kostbarkeit steckt unter der Erde: dicke, stärkereiche Wurzelknollen, die selbst auf armen Böden verlässlich wachsen.

HerkunftAmazonasgebiet, Südamerika
FamilieWolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Wuchshöheetwa 1–3 m hoher Strauch
Nutzbarer Teilstärkereiche Wurzelknollen
Besonderheitroh giftig (Blausäure), erst verarbeitet essbar
NutzungGrundnahrungsmittel, Mehl, Tapioka, Stärke

Warum ist roher Maniok giftig?

Die Maniokknolle enthält Verbindungen, aus denen bei Verletzung der Zellen giftige Blausäure (Cyanid) frei wird – ein natürlicher Schutz der Pflanze gegen Fraßfeinde. Besonders die „bitteren“ Sorten sind roh gefährlich. Indigene Völker Amazoniens haben über Jahrtausende raffinierte Verfahren entwickelt, um das Gift zu entfernen: Die Knollen werden geschält, gerieben, gewässert, ausgepresst und erhitzt. Erst danach ist der Maniok ein unbedenkliches, sättigendes Nahrungsmittel.

Was wird aus Maniok hergestellt?

Aus verarbeitetem Maniok entsteht eine ganze Palette von Grundnahrungsmitteln. In Westafrika kocht man daraus die Beilagen Fufu und Gari, in Brasilien das geröstete Maniokmehl Farinha, das zu fast jeder Mahlzeit gereicht wird. Aus der reinen Stärke gewinnt man Tapioka – jene kleinen Perlen, die auch in Bubble-Tea stecken. Maniok ist von Natur aus glutenfrei und dient weltweit zunehmend auch als Rohstoff für Stärke, Kleber und sogar Bioethanol.

Warum ist Maniok für die Ernährungssicherheit so wichtig?

Maniok wächst dort, wo viele andere Kulturpflanzen versagen: auf nährstoffarmen Böden, bei Trockenheit und großer Hitze. Die Knollen können lange in der Erde bleiben und bei Bedarf geerntet werden – ein natürlicher Vorratsspeicher gegen Hungerzeiten. Damit ernährt Maniok als drittwichtigste Kohlenhydratquelle der Tropen weltweit Hunderte Millionen Menschen, vor allem in Afrika. Ein Nachteil: Die Knollen liefern fast nur Stärke und wenig Eiweiß, weshalb sie mit anderen Lebensmitteln kombiniert werden müssen.

Wusstest du das über den Maniok?

Maniok wird nicht über Samen, sondern über Stecklinge vermehrt: Man steckt einfach ein Stück Stängel in die Erde, aus dem eine neue Pflanze wächst. Die jungen Blätter sind – ebenfalls gut gekocht – ein eiweiß- und vitaminreiches Gemüse und ergänzen so die stärkereiche Knolle.

Kann man Maniok roh essen?

Nein. Rohe Knollen können giftige Blausäure freisetzen. Erst nach dem Schälen, Wässern und Kochen bzw. Rösten ist Maniok unbedenklich.

Ist Maniok dasselbe wie Tapioka?

Tapioka ist die reine Stärke, die aus der Maniokknolle gewonnen wird. Maniok bezeichnet die ganze Pflanze bzw. Knolle.

Ist Maniok glutenfrei?

Ja. Maniok und daraus gewonnene Produkte wie Tapiokastärke enthalten kein Gluten und werden deshalb auch in glutenfreier Ernährung genutzt.

Wo wird Maniok heute am meisten angebaut?

Obwohl er aus Südamerika stammt, liegen die größten Anbaugebiete heute in Afrika, gefolgt von Südostasien und Südamerika. Nigeria ist der weltgrößte Produzent.

Weitere Nahrungspflanzen der Tropen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie Menschen im und vom Regenwald leben, beschreibt der Beitrag Leben im Regenwald.