Kapokbaum (Ceiba pentandra)

Kapokbaum (Ceiba pentandra)

Der Kapokbaum (Ceiba pentandra) ist ein Riese des tropischen Regenwaldes: Mit bis zu 60 bis 70 Metern überragt er als Emergent das Kronendach. Bekannt ist er für seine mächtigen Brettwurzeln und die seidigen Kapok-Fasern, die als leichtes Füllmaterial genutzt werden.

Der Kapokbaum (Ceiba pentandra) ist einer der höchsten Bäume des tropischen Regenwaldes. Als Emergent überragt er mit bis zu 60 bis 70 Metern das Kronendach, bildet meterhohe Brettwurzeln und liefert die seidigen Kapok-Fasern aus seinen Samenkapseln. Er wächst in Amerika, Afrika und Asien und gilt als nicht gefährdet.

Kaum ein Baum verkörpert die Wucht des Regenwaldes so deutlich wie der Kapokbaum. Sein glatter, oft von Stacheln besetzter Stamm steigt schnurgerade in die Höhe, ehe sich die Krone weit über den umgebenden Wald spannt. In vielen Kulturen Mittel- und Südamerikas galt er als heiliger Baum, der Himmel, Erde und Unterwelt verbindet.

FamilieMalvengewächse (Malvaceae), früher zu den Wollbaumgewächsen (Bombacaceae) gestellt
Wuchshöhe / Wuchsformbis etwa 60 bis 70 m; Emergent (Überständer) mit hohen Brettwurzeln und breiter Schirmkrone
Verbreitungtropisches Amerika, West- und Zentralafrika; angebaut und verwildert in Süd- und Südostasien
Nutzung / ProduktKapok-Fasern (Samenhaar) als Füllung für Kissen, Matratzen und Schwimmwesten; leichtes Holz; Samenöl
Rolle im ÖkosystemStruktur- und Nahrungsbaum des Kronendachs; nächtliche Blüten werden von Fledermäusen bestäubt
Gefährdungals Art nicht gefährdet (IUCN „nicht gefährdet / Least Concern“), weit verbreitet

Wie hoch wird der Kapokbaum?

Der Kapokbaum erreicht Höhen von 60 bis 70 Metern und zählt damit zu den größten Bäumen des tropischen Regenwaldes. Er wächst als sogenannter Emergent über das geschlossene Kronendach hinaus. Von dort ragt seine Krone frei in die Sonne, während der Stamm in den unteren Stockwerken oft astlos bleibt. Sein Höhenwachstum ist rasch: In offenen Lücken kann er in wenigen Jahren mehrere Meter zulegen.

Warum bildet der Kapokbaum Brettwurzeln?

Die auffälligen Brettwurzeln stützen den hohen, schweren Stamm im flachgründigen Regenwaldboden. Weil die meisten Nährstoffe in den obersten Bodenschichten liegen, wurzeln viele Tropenbäume flach statt tief. Die plattenartigen Wurzelanläufe, die mehrere Meter hoch werden können, verteilen das Gewicht und geben dem Baum bei Sturm zusätzlichen Halt. Sie sind eine typische Anpassung an die dünnen, oft nährstoffarmen Böden des Regenwaldes.

Wofür werden Kapok-Fasern verwendet?

Aus den reifen Samenkapseln quellen die namengebenden Kapok-Fasern, ein seidiges, hohles Samenhaar. Es ist sehr leicht, wasserabweisend und schwimmfähig und wurde traditionell als Füllung für Kissen, Matratzen, Polster und Rettungswesten genutzt. Weil die Fasern zu kurz und glatt zum Verspinnen sind, dienen sie als Füll- und nicht als Webmaterial. Heute konkurrieren synthetische Stoffe mit dem Naturprodukt.

Wer bestäubt die Blüten des Kapokbaums?

Der Kapokbaum öffnet seine cremeweißen Blüten in der Nacht und wird vor allem von Fledermäusen bestäubt. Die Tiere lecken den reichlich fließenden Nektar und tragen dabei Pollen von Baum zu Baum. Diese nächtliche Bestäubung ist ein Beispiel für die enge Verzahnung von Pflanzen und Tieren im Regenwald. Vögel und Insekten besuchen die Blüten am frühen Morgen zusätzlich.

Ist der Kapokbaum gefährdet?

Als Art ist der Kapokbaum nicht gefährdet: Er ist über drei Kontinente verbreitet und wächst rasch. Bedroht ist jedoch sein Lebensraum. Wo Regenwald für Weiden, Felder und Plantagen gerodet wird, verschwinden auch die alten Emergenten, die als Same jahrzehntelang wachsen mussten. Der Schutz solcher Baumriesen hängt daher am Erhalt des gesamten Waldes.

Wie alt kann ein Kapokbaum werden?

Kapokbäume können mehrere Jahrhunderte alt werden. Große Exemplare mit weit ausladender Krone sind oft schon viele Generationen alt und prägen das Waldbild über lange Zeiträume.

Ist der Kapokbaum mit dem Affenbrotbaum verwandt?

Ja, beide gehören heute zur Familie der Malvengewächse und wurden früher gemeinsam zu den Wollbaumgewächsen gezählt. Auffällige Blüten, dicke Stämme und die Fledermausbestäubung sind gemeinsame Merkmale.

Woher stammt der Name Kapok?

Der Begriff Kapok bezeichnet die faserige Samenwolle des Baumes und ist über das Malaiische in europäische Sprachen gelangt. Er benennt sowohl die Faser als auch den Baum selbst.

Kann man den Kapokbaum in Plantagen anbauen?

Ja, vor allem in Süd- und Südostasien wurde er zur Fasergewinnung angebaut. Wegen des Vormarschs synthetischer Füllstoffe ist der Anbau heute jedoch stark zurückgegangen.

Mehr über die Riesen und ihre Nachbarn erfährst du in der Pflanzenwelt des Regenwaldes und in der Übersicht der Stockwerke des Regenwaldes. Seine Heimat, den größten Tropenwald der Erde, stellen wir im Porträt des Amazonas-Regenwaldes vor. Ein weiterer wirtschaftlich bedeutender Baum ist der Kautschukbaum.