Ingwer (Zingiber officinale)

Ingwer (Zingiber officinale)

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Pflanze aus Südostasien, deren scharf-würziges Rhizom seit Jahrtausenden als Gewürz und Heilmittel geschätzt wird. Er gehört zur selben Familie wie Kurkuma und Kardamom und wächst im feuchtwarmen Halbschatten der Tropen.

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Pflanze aus Südostasien, deren scharf-würziges Rhizom seit Jahrtausenden als Gewürz und Heilmittel geschätzt wird. Er gehört zur selben Familie wie Kurkuma und Kardamom und wächst im feuchtwarmen Halbschatten der Tropen.

Was wir als „Ingwerknolle“ kennen, ist gar keine Wurzel, sondern ein unterirdischer Spross – ein sogenanntes Rhizom. Oberirdisch treibt die Pflanze schilfartige, bis zu einen Meter hohe Blattstängel. Ingwer stammt aus den feuchtwarmen Wäldern Südostasiens und wurde von dort schon in der Antike über Handelswege in alle Welt getragen, wo seine Schärfe Küchen und Heilkunde eroberte.

HerkunftTropisches Südostasien
FamilieIngwergewächse (Zingiberaceae)
Wuchshöheetwa 0,5–1 m
Nutzbarer Teildas würzige Rhizom (unterirdischer Spross)
Schärfe durchdie Scharfstoffe Gingerol und Shogaol
NutzungGewürz, Getränk, Heilpflanze

Ist Ingwer eine Wurzel oder eine Knolle?

Botanisch ist Ingwer ein Rhizom – ein waagerecht im Boden wachsender, verdickter Spross, aus dem oben Blätter und unten feine Wurzeln treiben. Solche Rhizome dienen der Pflanze als Speicher und zur Vermehrung: Bricht man ein Stück ab und legt es in feuchte Erde, wächst daraus eine neue Pflanze. Genau so wird Ingwer auch angebaut – nicht über Samen, sondern über Teilstücke des Rhizoms.

Woher kommt die Schärfe des Ingwers?

Für den brennend-würzigen Geschmack sorgen die Scharfstoffe Gingerol und, in getrocknetem Ingwer, das noch schärfere Shogaol. Sie reizen dieselben Nervenenden, die auch auf Hitze reagieren – deshalb empfinden wir Ingwer als „scharf“ und wärmend. Frischer Ingwer schmeckt zitronig-frisch, getrockneter und gemahlener dagegen intensiver und schärfer. In der Küche würzt Ingwer von asiatischen Currys bis zu Keksen und Tee unzählige Gerichte.

Warum gilt Ingwer als Heilpflanze?

In der traditionellen Medizin Asiens wird Ingwer seit Jahrtausenden verwendet – etwa gegen Übelkeit, Erkältungen und Verdauungsbeschwerden. Auch die moderne Forschung untersucht seine entzündungshemmenden Eigenschaften. Damit steht Ingwer beispielhaft für den Reichtum des Regenwaldes an Heilpflanzen. Weitere Beispiele zeigt der Beitrag über Heilpflanzen des Regenwaldes. Wichtig bleibt: Ingwer ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Wusstest du das über Ingwer?

Ingwer gehört zu einer Pflanzenfamilie voller Küchenschätze: Auch Kurkuma, Kardamom und Galgant sind nahe Verwandte und liefern ebenfalls würzige Rhizome. Manche Ingwergewächse bilden zudem auffällige, leuchtend rote oder rosa Blütenstände und werden allein als Zierpflanzen kultiviert.

Wächst Ingwer über oder unter der Erde?

Der genutzte Teil, das Rhizom, wächst unter der Erde. Oberirdisch bildet die Pflanze schilfartige Blattstängel.

Kann man aus einem Stück Ingwer eine Pflanze ziehen?

Ja. Ein Rhizomstück mit einem „Auge“ (Knospe) treibt in feuchtwarmer Erde neu aus – so wird Ingwer üblicherweise vermehrt, auch auf der Fensterbank.

Ist Ingwer mit Kurkuma verwandt?

Ja, beide gehören zur Familie der Ingwergewächse. Kurkuma liefert das leuchtend gelbe Gewürz, Ingwer das scharfe.

Wo wird Ingwer heute angebaut?

Vor allem in den feuchttropischen Regionen Asiens – Indien und China sind die größten Erzeuger –, daneben in Afrika und Lateinamerika.

Weitere Gewürz- und Heilpflanzen der Tropen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie Menschen den Wald als Apotheke nutzen, beschreibt der Beitrag über Heilpflanzen.