Bromelien (Bromeliaceae)

Bromelien (Bromeliaceae)

Bromelien (Bromeliaceae) sind farbenprächtige Pflanzen der amerikanischen Tropen. Viele Arten wachsen als Aufsitzer auf Bäumen und bilden mit ihren Blattrosetten kleine Wassertanks. Diese Miniteiche sind Lebensraum für Frösche und Insekten. Auch die Ananas gehört zu den Bromelien.

Bromelien (Bromeliaceae) sind farbenprächtige Pflanzen der amerikanischen Tropen. Viele Arten wachsen als Aufsitzer auf Bäumen und bilden mit ihren Blattrosetten kleine Wassertanks. Diese Miniteiche sind Lebensraum für Frösche und Insekten. Auch die Ananas gehört zu den Bromelien.

Bromelien gehören zu den auffälligsten Pflanzen des Regenwaldes. Ihre oft leuchtend gefärbten Blattrosetten sitzen wie Schmuckstücke auf Ästen und Stämmen. Mit rund 3.000 Arten sind sie eine der artenreichsten Pflanzenfamilien Amerikas – und ein Paradebeispiel dafür, wie das Leben im Regenwald jede noch so kleine Nische nutzt.

FamilieAnanasgewächse (Bromeliaceae), rund 3.000 Arten
Wuchsformmeist Aufsitzer (Epiphyten) auf Bäumen, manche am Boden oder auf Felsen
Verbreitungfast ausschließlich Amerika, von den USA bis Argentinien
Bekanntester Vertreterdie Ananas (Ananas comosus)
BesonderheitBlattrosetten speichern Regenwasser als „Tank“ – eigene Kleinstlebensräume

Wie überleben Bromelien ohne Wurzeln im Boden?

Als Aufsitzer wachsen viele Bromelien hoch oben auf Ästen, ohne Kontakt zur Erde. Wasser und Nährstoffe ziehen sie nicht über klassische Wurzeln, sondern über feine Saugschuppen auf ihren Blättern, die Trichome. Damit nehmen sie Feuchtigkeit direkt aus der Luft und aus Regen und Staub auf. Ihre Wurzeln dienen vor allem als Halteanker am Ast. So erobern sie das lichtreiche Kronendach, ohne mit den Bäumen um Bodennährstoffe zu konkurrieren.

Warum sind die Wassertanks der Bromelien so wichtig?

Bei vielen Arten überlappen sich die Blätter so dicht, dass in der Mitte ein kleiner Behälter entsteht, der Regenwasser sammelt – ein sogenannter Tank. In diesen Miniteichen hoch über dem Boden lebt eine eigene Welt: Mückenlarven, Wasserkäfer und Kleinstlebewesen tummeln sich darin, und manche Pfeilgiftfrösche tragen ihre Kaulquappen gezielt in solche Tanks, wo sie geschützt heranwachsen. Eine einzige große Bromelie kann so ein komplettes kleines Ökosystem beherbergen.

Sind Bromelien und Ananas wirklich verwandt?

Ja. Die Ananas ist die bekannteste und wirtschaftlich bedeutendste Bromelie überhaupt. Anders als die meisten Verwandten wächst sie am Boden statt auf Bäumen. An ihr lässt sich gut erkennen, wie eine Bromelienblüte aufgebaut ist: Aus vielen einzelnen Blüten entsteht ein gemeinsamer, fleischiger Fruchtstand – die Ananasfrucht.

Wusstest du das über Bromelien?

Viele Bromelien blühen nur ein einziges Mal in ihrem Leben. Nach der oft spektakulären Blüte stirbt die Mutterrosette langsam ab, bildet zuvor aber Seitentriebe, sogenannte Kindel, aus denen neue Pflanzen entstehen. Manche Arten leuchten kurz vor der Blüte in kräftigem Rot, um Kolibris und andere Bestäuber anzulocken.

Schaden Bromelien den Bäumen, auf denen sie wachsen?

In der Regel nicht. Als Aufsitzer nutzen sie den Baum nur als Standort und entziehen ihm keine Nährstoffe. Erst sehr viele große Bromelien können einen Ast durch ihr Gewicht belasten.

Fressen Bromelien Insekten?

Die meisten nicht. Einige wenige Arten nutzen ihren Wassertank jedoch, um Nährstoffe aus ertrunkenen Insekten aufzunehmen, und gelten damit als schwach fleischfressend.

Kann man Bromelien zu Hause halten?

Ja, viele Zierbromelien sind beliebte Zimmerpflanzen. Sie mögen es warm, hell und luftfeucht – ähnlich wie in ihrer tropischen Heimat.

Wo wachsen Bromelien in der Natur?

Fast nur auf dem amerikanischen Kontinent, von den südlichen USA bis nach Argentinien und Chile; nur eine einzige Art kommt in Westafrika vor.

Weitere Aufsitzer und Blütenpflanzen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie eng Pflanzen und Tiere im Wald zusammenwirken, beschreibt der Beitrag zum Ökosystem und Nährstoffkreislauf.