Die Ananas (Ananas comosus) stammt aus den Tropen Südamerikas und gehört wie viele Aufsitzerpflanzen des Regenwaldes zu den Bromeliengewächsen. Ihre Frucht ist eigentlich ein Fruchtstand aus vielen verwachsenen Einzelfrüchten. Heute wird sie weltweit in den Tropen angebaut.
Kaum jemand vermutet hinter der saftigen Ananas eine enge Verwandte der luftbewohnenden Bromelien des Regenwaldes. Die niedrige, rosettenförmige Pflanze mit ihren steifen, am Rand oft gezähnten Blättern bildet in der Mitte einen einzigen Blütenstand, aus dem die bekannte Frucht heranwächst. Ursprünglich in den Trockenwäldern und Savannen des nördlichen Südamerika beheimatet, trat die Ananas von dort ihren Siegeszug um die ganze Welt an.
| Herkunft | Tropisches Südamerika (Amazonas- und Orinoco-Region) |
|---|---|
| Familie | Bromeliengewächse (Bromeliaceae) |
| Wuchshöhe | etwa 1–1,5 m |
| Frucht | Fruchtstand aus vielen verwachsenen Beeren |
| Reifezeit | etwa 15–24 Monate von der Pflanzung bis zur Ernte |
| Nutzung | Obst, Saft, Konserven; Blattfasern als Textil |
Ist die Ananas eine einzelne Frucht?
Nein. Was wir als Ananas essen, ist streng genommen ein ganzer Fruchtstand: Aus jeder der bis zu 200 kleinen Blüten am Kolben entsteht eine Beere, und alle verwachsen mit der fleischigen Blütenstandsachse zu einem einzigen „Sammelfruchtstand“. Die schuppenförmigen „Augen“ auf der Schale sind die Reste der einzelnen Blüten. Oben trägt die Frucht einen Schopf aus Blättern, den man abtrennen und wieder einpflanzen kann – daraus wächst eine neue Ananaspflanze.
Was verbindet die Ananas mit dem Regenwald?
Die Ananas gehört zur Familie der Bromelien – jener Pflanzengruppe, die im Regenwald als Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) auf Ästen wächst und in ihren Blatttrichtern kleine Wasserwelten bildet. Anders als ihre baumbewohnenden Verwandten wurzelt die Ananas jedoch im Boden. Wie viele Bromelien nutzt sie einen besonderen Stoffwechsel (CAM), bei dem sie ihre Blattporen nur nachts öffnet – so verliert sie in trockenen, heißen Zeiten weniger Wasser.
Warum ist die Ananas wirtschaftlich so wichtig?
Die Ananas ist nach Banane und Zitrusfrüchten eine der bedeutendsten Tropenfrüchte im Welthandel. Große Anbaugebiete liegen heute in Costa Rica, den Philippinen, Thailand und Brasilien. Der großflächige Plantagenanbau schafft Arbeitsplätze, steht aber auch in der Kritik: Für neue Felder werden mancherorts Wälder gerodet, und der intensive Einsatz von Pestiziden belastet Böden und Gewässer. Wer auf Bio- oder fair gehandelte Ananas achtet, unterstützt umwelt- und sozialverträglicheren Anbau.
Wusstest du das über die Ananas?
Die Ananas enthält das Enzym Bromelain, das Eiweiß spaltet – deshalb „brennt“ der Mund manchmal beim Essen roher Ananas, und Gelatine wird mit frischer Ananas nicht fest. Aus den festen Blättern einer verwandten Art gewinnt man auf den Philippinen zudem die edle Textilfaser Piña, aus der traditionelle Festgewänder gewebt werden.
Wächst Ananas auf Bäumen?
Nein. Anders als oft angenommen wächst die Ananas als niedrige, bodennahe Rosette – jede Pflanze trägt nur eine einzige Frucht in der Mitte.
Woher stammt die Ananas ursprünglich?
Aus dem tropischen Südamerika. Indigene Völker kultivierten sie schon lange vor der Ankunft der Europäer, die sie ab dem 15. Jahrhundert in die ganze Welt brachten.
Kann man aus dem Schopf eine neue Pflanze ziehen?
Ja. Der Blätterschopf lässt sich abdrehen, antrocknen und einpflanzen. Unter warmen, feuchten Bedingungen bildet er Wurzeln und wächst zu einer neuen Ananaspflanze heran.
Ist die Ananas mit den Bromelien im Regenwald verwandt?
Ja, sie gehört zur selben Pflanzenfamilie. Die meisten Bromelien wachsen jedoch als Aufsitzer auf Bäumen, während die Ananas im Boden wurzelt.
Weitere Nutz- und Zierpflanzen der Tropen zeigt die Übersicht zur Pflanzenwelt des Regenwaldes. Wie Pflanzen als Aufsitzer im Kronendach leben, erklärt der Beitrag zu den Stockwerken des Regenwaldes.
