Die Yanomami

Großes ringförmiges Gemeinschaftshaus (Shabono) in einer Waldlichtung

Die Yanomami sind eines der größten noch relativ eigenständig lebenden indigenen Völker im Amazonas-Regenwald, beheimatet im Grenzgebiet von Brasilien und Venezuela. Sie leben in großen Gemeinschaftshäusern, von Gartenbau, Jagd und Sammeln. Illegaler Goldbergbau bedroht ihr Land und ihre Gesundheit massiv.

Die Yanomami bewohnen ein riesiges, schwer zugängliches Waldgebiet beiderseits der Grenze zwischen Brasilien und Venezuela. Mit mehreren Zehntausend Angehörigen zählen sie zu den größten Völkern des Amazonas, die noch weitgehend nach eigenen Traditionen leben. Ihre Kultur, ihre Sprache und ihr Wissen über den Wald sind eng mit einem intakten Lebensraum verbunden.

WoGrenzgebiet Brasilien–Venezuela, nördliches Amazonasbecken
Bevölkerungschätzungsweise mehrere Zehntausend Menschen
Wohnformgroße, ringförmige Gemeinschaftshäuser (Shabono) mit offenem Innenhof
LebensweiseGartenbau (u. a. Maniok, Kochbananen), Jagd, Fischfang und Sammeln
Größte Bedrohungillegaler Goldbergbau mit Quecksilber, eingeschleppte Krankheiten, Malaria

Wie leben die Yanomami?

Viele Yanomami-Gemeinschaften wohnen in einem Shabono – einem großen, ringförmigen Gemeinschaftshaus aus Holz und Palmblättern, das einen offenen Platz in der Mitte umschließt. Dort lebt eine ganze Dorfgemeinschaft zusammen. Ihre Nahrung gewinnen die Yanomami aus kleinen Waldgärten, in denen sie Maniok, Kochbananen und andere Pflanzen anbauen, ergänzt durch Jagd, Fischfang und das Sammeln von Früchten und Honig. Nach einigen Jahren verlegen sie Gärten und Wohnplätze, damit sich der Wald erholen kann – eine nachhaltige Nutzung, die den Boden schont.

Welche Rolle spielt der Wald in ihrer Kultur?

Für die Yanomami ist der Wald nicht bloß Umgebung, sondern durchdrungen von geistiger Bedeutung. Ihre Schamanen stehen nach ihrer Vorstellung mit Naturgeistern in Verbindung und wachen über das Gleichgewicht der Welt. Der bekannte Yanomami-Sprecher und Schamane Davi Kopenawa hat dieses Weltbild und die Bedrohung seines Volkes international bekannt gemacht. Aus Sicht der Yanomami hält ihr Handeln buchstäblich den Himmel davon ab, herabzustürzen – ein eindrückliches Bild für die Verantwortung gegenüber der Natur.

Warum sind die Yanomami bedroht?

Die größte Gefahr geht vom illegalen Goldbergbau aus. Tausende Goldgräber dringen in das Yanomami-Gebiet ein, roden Wald, verseuchen Flüsse mit Quecksilber und schleppen Krankheiten wie Malaria und Grippe ein. Für ein Volk mit geringer Immunität gegen solche Erreger sind die Folgen verheerend: Unterernährung und Seuchen haben ganze Gemeinschaften an den Rand gebracht. Obwohl das brasilianische Yanomami-Gebiet 1992 offiziell anerkannt wurde, bleibt sein Schutz eine ständige Herausforderung.

Wusstest du das über die Yanomami?

Das anerkannte Yanomami-Gebiet in Brasilien ist größer als manches europäische Land und eines der größten indigenen Territorien der Welt. Trotzdem ist es immer wieder Ziel von Eindringlingen. Die Yanomami gelten heute als Symbol für den weltweiten Kampf indigener Völker um ihr Land und ihre Zukunft.

Was ist ein Shabono?

Ein Shabono ist das ringförmige Gemeinschaftshaus der Yanomami. Es besteht aus einem Dach aus Palmblättern rund um einen offenen zentralen Platz und beherbergt eine ganze Dorfgemeinschaft.

Wie viele Yanomami gibt es?

Genaue Zahlen sind schwierig, doch man geht von mehreren Zehntausend Menschen aus, verteilt auf zahlreiche Gemeinschaften in Brasilien und Venezuela.

Warum ist Goldbergbau so gefährlich für sie?

Er zerstört den Wald, vergiftet Flüsse und Fische mit Quecksilber und bringt Krankheiten. Zusammen führt das zu Hunger, Vergiftungen und Epidemien.

Sind alle Yanomami unkontaktiert?

Nein. Viele Gemeinschaften haben Kontakt zur Außenwelt, einige leben jedoch weiterhin sehr abgeschieden.

Mehr über die Menschen des Waldes erfährst du in der Übersicht Menschen & Indigene im Regenwald. Womit ihr Land bedroht wird, beschreibt der Beitrag zur Bedrohung des Regenwaldes.