Die Kayapó

Hölzerner Einbaum am Ufer eines Amazonas-Regenwaldflusses

Die Kayapó sind ein indigenes Volk im brasilianischen Amazonasgebiet, bekannt für ihre kunstvolle Körperbemalung, ihren Federschmuck und ihren entschlossenen Einsatz für ihr Land. Sie verteidigen eines der größten geschützten Waldgebiete Amazoniens gegen Staudämme, Holzfäller und Goldgräber.

Die Kayapó, die sich selbst Mebêngôkre nennen, leben im Süden des brasilianischen Bundesstaates Pará entlang des Xingu und seiner Nebenflüsse. Sie sind bekannt für ihre reiche Zeremonialkultur – und dafür, dass sie ihr Territorium mit bemerkenswertem politischem Geschick verteidigen. Ihr Land bildet zusammen mit angrenzenden Schutzgebieten eine gewaltige grüne Barriere gegen die vordringende Rodung.

Wobrasilianisches Amazonasgebiet, Region Xingu (Bundesstaat Pará und Mato Grosso)
EigenbezeichnungMebêngôkre
Bekannt fürKörperbemalung, Federkronen, politische Organisation
Territoriumeines der größten geschützten indigenen Waldgebiete Amazoniens
ErfolgeWiderstand gegen Großstaudämme und illegalen Holzeinschlag

Wofür sind die Kayapó bekannt?

Auffälligstes Merkmal der Kayapó-Kultur ist die kunstvolle Körperbemalung mit schwarzen und roten Pflanzenfarben, deren geometrische Muster Alter, Rang und Anlass ausdrücken. Bei Zeremonien tragen sie zudem prächtige Kopfschmuckstücke aus Federn, die die Strahlen des Universums symbolisieren. Diese sichtbare Kultur ist zugleich Ausdruck ihres Selbstbewusstseins – die Kayapó treten in der Öffentlichkeit stolz und geschlossen auf.

Wie verteidigen die Kayapó ihren Wald?

Die Kayapó gehören zu den politisch aktivsten indigenen Völkern Brasiliens. Immer wieder haben sie mit spektakulären Aktionen auf Bedrohungen aufmerksam gemacht – etwa mit großen Versammlungen gegen den Bau von Staudämmen am Xingu, die weite Teile ihres Landes überflutet hätten. Sie überwachen ihr riesiges Territorium, vertreiben illegale Eindringlinge und arbeiten mit Wissenschaftlern und Organisationen zusammen. Ihr Gebiet ist aus der Luft klar zu erkennen: eine geschlossene grüne Fläche inmitten gerodeter Umgebung.

Wie leben die Kayapó?

Traditionell wohnen die Kayapó in Dörfern, die oft kreisförmig um einen zentralen Platz mit einem Männerhaus angeordnet sind. Sie leben von Wanderfeldbau mit Maniok und anderen Nutzpflanzen, von Jagd und Fischfang sowie vom Sammeln von Früchten, Nüssen und Heilpflanzen. Ihr umfangreiches Wissen über den Wald – etwa über Paranüsse und Naturarzneien – sichert nicht nur ihre Ernährung, sondern auch ein Einkommen aus nachhaltig geernteten Waldprodukten.

Wusstest du das über die Kayapó?

Der Widerstand der Kayapó gegen Großprojekte hat internationale Aufmerksamkeit erregt und ihnen Verbündete in aller Welt verschafft. Ihr entschlossenes Auftreten hat gezeigt, dass gut organisierte indigene Völker den Verlauf großer Entwicklungsvorhaben tatsächlich beeinflussen können – und dass der Schutz ihres Landes zugleich einer der wirksamsten Beiträge zum Erhalt des Regenwaldes ist.

Was bedeutet die Körperbemalung der Kayapó?

Die geometrischen Muster haben soziale Bedeutung: Sie zeigen unter anderem Alter, Familienzugehörigkeit und den Anlass einer Zeremonie an und gelten als Ausdruck von Schönheit und Identität.

Gegen welche Projekte haben die Kayapó gekämpft?

Am bekanntesten ist ihr jahrzehntelanger Widerstand gegen große Staudammprojekte am Xingu, die ihr Land bedroht hätten.

Wie groß ist das Gebiet der Kayapó?

Es umfasst zusammen mit angrenzenden Schutzgebieten mehrere Millionen Hektar und zählt zu den größten geschützten indigenen Territorien Amazoniens.

Wovon leben die Kayapó heute?

Von traditionellem Feldbau, Jagd und Fischfang sowie zunehmend vom Verkauf nachhaltig geernteter Waldprodukte wie Paranüssen und Naturölen.

Mehr über die Menschen des Waldes zeigt die Übersicht Menschen & Indigene im Regenwald. Ein weiteres großes Volk des Amazonas sind die Yanomami.