Menschen & Indigene im Regenwald

In den Regenwäldern der Erde leben Millionen Menschen, darunter mehrere Hundert indigene Völker mit eigenen Sprachen und Kulturen. Sie kennen den Wald wie niemand sonst und schützen ihn oft am wirksamsten. Zugleich sind sie durch Landraub, Bergbau und Krankheiten besonders bedroht.
Der Regenwald ist nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch Heimat von Menschen. Seit vielen Tausend Jahren leben indigene Völker in den tropischen Wäldern und haben ein tiefes Wissen über ihre Umwelt entwickelt. Wer den Regenwald verstehen und schützen will, muss auch die Menschen kennen, deren Leben untrennbar mit ihm verbunden ist.
| Bewohner | Millionen Menschen weltweit leben in oder unmittelbar von tropischen Wäldern |
|---|---|
| Vielfalt | allein im Amazonasgebiet mehrere Hundert indigene Völker mit eigenen Sprachen |
| Unkontaktierte Völker | weltweit über 100, die meisten im brasilianischen und peruanischen Amazonas |
| Rolle | wirksamer Schutz: auf indigenen Gebieten ist die Entwaldung meist deutlich geringer |
| Hauptbedrohungen | Landraub, Bergbau, Straßenbau, Krankheiten, Vertreibung |
Wer lebt im Regenwald?
Die Bewohner des Regenwaldes sind so vielfältig wie der Wald selbst. Allein im Amazonasbecken leben mehrere Hundert indigene Völker, jedes mit eigener Sprache, Geschichte und Lebensweise – von großen, gut organisierten Gemeinschaften wie den Yanomami und Kayapó bis zu kleinen Gruppen. Hinzu kommen zahllose Menschen, die als Flussanwohner, Sammler oder Kleinbauern eng mit dem Wald verbunden sind. Auch im Kongobecken und in Südostasien leben viele Völker seit Jahrtausenden in und vom Regenwald.
Warum schützen indigene Völker den Wald?
Zahlreiche Untersuchungen zeigen dasselbe Bild: Dort, wo indigene Völker über ihr Land bestimmen, bleibt der Wald am besten erhalten. Ihre Lebensweise ist auf einen dauerhaften Erhalt der Ressourcen ausgelegt, nicht auf kurzfristigen Raubbau. Sie nutzen den Wald nachhaltig, legen kleine Gärten an, jagen und fischen im Maß und kennen unzählige Pflanzen und ihre Wirkungen. Damit sind indigene Gebiete zu wichtigen Bollwerken gegen die Zerstörung des Regenwaldes geworden.
Was bedroht die Menschen des Regenwaldes?
Mit dem Wald verschwindet auch die Lebensgrundlage seiner Bewohner. Illegale Goldgräber, Holzfäller und Viehzüchter dringen in indigene Gebiete ein, vergiften Flüsse mit Quecksilber und bringen Krankheiten mit, gegen die viele Gemeinschaften kaum Abwehrkräfte haben. Staudämme und Straßen zerschneiden angestammtes Land. Besonders verletzlich sind die sogenannten unkontaktierten Völker, die freiwillig in Isolation leben und schon durch einen einzigen Kontakt einer eingeschleppten Grippe erliegen können.
Was sind unkontaktierte Völker?
Als unkontaktiert bezeichnet man Gruppen, die keinen dauerhaften, friedlichen Kontakt zur übrigen Gesellschaft haben und diesen bewusst meiden. Weltweit gibt es über hundert solcher Gruppen, die meisten im brasilianischen und peruanischen Amazonasgebiet. Für ihr Überleben ist entscheidend, dass ihr Land unangetastet bleibt. Der Schutz ihrer Gebiete ist damit zugleich Menschenrechts- und Naturschutz.
Wusstest du das über die Menschen im Regenwald?
Ein großer Teil des heutigen Wissens über Heilpflanzen stammt ursprünglich von indigenen Völkern. Viele in der modernen Medizin genutzte Wirkstoffe wurden entdeckt, weil Forscher auf traditionelles Wissen zurückgriffen. Der Regenwald ist so nicht nur eine Schatzkammer der Natur, sondern auch der Kulturen, die in ihm leben.
Wie viele Menschen leben im Regenwald?
Weltweit sind es viele Millionen, wenn man alle mitzählt, die unmittelbar vom Wald leben. Allein indigene Völker im Amazonasgebiet umfassen mehrere Hunderttausend Menschen.
Leben noch Völker völlig ohne Kontakt zur Außenwelt?
Ja. Über hundert Gruppen meiden bewusst jeden dauerhaften Kontakt. Der Schutz ihres Landes ist überlebenswichtig, da sie gegen eingeschleppte Krankheiten kaum immun sind.
Schadet Tourismus den indigenen Völkern?
Das hängt stark von der Form ab. Respektvoller, von den Gemeinschaften selbst gesteuerter Tourismus kann Einkommen bringen; aufdringlicher Massentourismus dagegen stört und gefährdet.
Wie kann man indigene Völker unterstützen?
Vor allem durch die Anerkennung und den Schutz ihrer Landrechte sowie durch seriöse Organisationen. Mehr dazu auf der Seite zum Regenwaldschutz.
Lerne einzelne Völker näher kennen: die Yanomami und die Kayapó. Wie der Alltag im Wald aussieht, zeigt der Beitrag Leben im Regenwald.