Regenwald einfach erklärt

Dreifingerfaultier hängt an einem Ast im Regenwald

Ein Regenwald ist ein sehr dichter Wald, in dem es das ganze Jahr warm ist und fast täglich regnet. Deshalb wachsen dort riesige Bäume, und es leben mehr Tiere und Pflanzen als irgendwo sonst. Der Regenwald ist wichtig für das Klima – und leider ist er in Gefahr.

6 %der Landfläche der Erdebedeckt Regenwald> 50 %aller Tier- und Pflanzenartenleben hierbis 60 mhoch werden die größtenUrwaldbäume> 2.000 mmRegen fallen im Schnitt proJahr5,5 Mio km²misst der größte: derAmazonasjede Minutegehen mehrere FußballfelderWald verloren
Der Regenwald in Zahlen. Sechs Fakten, die sich gut für ein Referat merken lassen. Rundungen; Quellen u. a. WWF und Global Forest Watch. Grafik: regenwald.info.

Vielleicht hast du schon einmal von den großen grünen Wäldern am Äquator gehört. Sie heißen Regenwälder, weil es dort so oft regnet. Hier erklären wir dir Schritt für Schritt, was einen Regenwald ausmacht.

Was ist ein Regenwald?

Ein tropischer Regenwald ist ein Wald in den warmen Gebieten der Erde, rund um den Äquator. Dort ist es immer warm – etwa 25 Grad, das ganze Jahr über. Und es regnet sehr viel. Wärme und Wasser sind genau das, was Pflanzen zum Wachsen brauchen. Deshalb ist der Regenwald so dicht und grün, dass man an manchen Stellen kaum hindurchgehen kann.

Wo gibt es Regenwälder?

Die größten Regenwälder liegen in Südamerika (der Amazonas-Regenwald ist der größte der Welt), in Afrika (rund um den Kongo-Fluss) und in Südostasien (zum Beispiel auf den Inseln Borneo und Sumatra). Alle liegen in der Nähe des Äquators, wo die Sonne besonders stark scheint.

Warum ist der Regenwald in Stockwerke aufgeteilt?

Der Regenwald ist wie ein großes Haus mit mehreren Stockwerken. Ganz oben, im Kronendach, scheint die Sonne – dort leben Vögel, Affen und Schmetterlinge. In der Mitte ist es schattig und feucht. Ganz unten, am Waldboden, ist es fast dunkel, weil die Blätter oben das Licht wegnehmen. Jedes Stockwerk hat andere Bewohner. Mehr dazu liest du auf der Seite über die Stockwerke des Regenwaldes.

60 m 45 m 30 m 15 m 0 m Überstandsbäume 45–60 m · einzeln, viel Licht & Wind · Harpyie, Aras Kronendach 30–45 m · dichtes Blätterdach · Affen, Faultiere, Tukane Unterwuchs 5–30 m · schattig, feucht · Jaguar, Frösche, Schlangen Waldboden 0–5 m · dunkel · Insekten, Pilze, Zersetzer
Die vier Stockwerke des Regenwaldes. Vom lichtdurchfluteten Überstand bis zum dunklen Waldboden herrschen auf wenigen Metern Höhenunterschied völlig verschiedene Lebensbedingungen – Grundlage für die enorme Artenvielfalt. Grafik: regenwald.info.

Warum leben so viele Tiere im Regenwald?

Weil es dort immer warm ist und viel zu fressen gibt, fühlen sich unglaublich viele Tiere wohl. Mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Welt lebt im Regenwald – und viele davon gibt es nur dort. Bunte Frösche, riesige Schmetterlinge, Papageien, Affen und Raubkatzen wie der Jaguar teilen sich diesen Lebensraum.

Warum ist der Regenwald so wichtig?

Der Regenwald macht viel für uns alle. Seine Bäume nehmen das Gas Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff ab – die Luft zum Atmen. Deshalb nennt man ihn manchmal die „grüne Lunge“ der Erde. Außerdem stammen aus dem Regenwald viele Medikamente und Dinge, die wir jeden Tag nutzen, zum Beispiel Schokolade, Kaffee und Gummi.

Warum ist der Regenwald in Gefahr?

Jeden Tag werden Teile des Regenwaldes abgeholzt. Menschen fällen die Bäume, um Holz zu verkaufen, Felder anzulegen oder Rinder zu halten. Dabei verlieren viele Tiere ihr Zuhause. Wenn der Wald verschwindet, gerät auch das Klima durcheinander. Was man dagegen tun kann, steht auf der Seite zum Regenwaldschutz.

Was kannst du selbst tun?

Auch als Kind kannst du helfen. Achte mit deiner Familie darauf, nicht zu viel wegzuwerfen, iss nicht zu viel Fleisch und achtet beim Einkaufen auf Siegel für Holz und Schokolade. Und ganz wichtig: Erzähl anderen vom Regenwald – je mehr Menschen ihn kennen, desto besser wird er geschützt.

Warum regnet es im Regenwald so viel?

Weil die warme Sonne viel Wasser verdunsten lässt. Das steigt hoch, bildet Wolken und fällt als Regen wieder herunter – fast jeden Tag.

Ist es im Regenwald immer heiß?

Es ist das ganze Jahr über warm und feucht, meist um die 25 Grad. Richtig kalt wird es nie, und es gibt keinen Winter wie bei uns.

Wie hoch werden die Bäume im Regenwald?

Manche Bäume werden über 50 Meter hoch – so hoch wie ein Hochhaus mit vielen Stockwerken.

Können Menschen im Regenwald leben?

Ja. Viele Völker leben seit Tausenden von Jahren im Regenwald. Mehr dazu auf der Seite Menschen & Indigene im Regenwald.

Jetzt weißt du das Wichtigste! Teste dein Wissen im Regenwald-Quiz oder bereite mit den Referat-Bausteinen deinen Vortrag vor.

Wie recycelt der Regenwald? Der Nährstoffkreislauf

Im Regenwald geht fast nichts verloren. Fällt ein Blatt zu Boden, wird es von Pilzen, Termiten und winzigen Lebewesen ganz schnell zersetzt. Die Nährstoffe wandern sofort zurück in die Wurzeln der Bäume. Deshalb ist der Waldboden viel dünner und ärmer, als man denkt – und wenn man den Wald abholzt, ist die Erde bald ausgelaugt. Das Schaubild zeigt den Kreislauf Schritt für Schritt.

Der Regenwald recycelt fast alles Die Nährstoffe stecken in den Pflanzen – kaum im Boden. 1 Baum& Blätter Bäume bilden Blätter und Früchte. 2 Allesfällt herab Laub & totes fällt zu Boden. 3 Zer-setzer . Pilze & Termiten zersetzen alles. 4 zurückzum Baum Nährstoffe gehen in die Wurzeln.
Der Nährstoffkreislauf im Regenwald. Anders als bei uns bleiben die Nährstoffe kaum im Boden: Herabgefallenes Laub wird von Pilzen, Termiten und Bakterien blitzschnell zersetzt, und die Nährstoffe wandern sofort zurück in die Wurzeln. Deshalb ist der Waldboden überraschend nährstoffarm – und nach dem Abholzen schnell ausgelaugt. Grafik: regenwald.info.

Wer frisst wen? Das Nahrungsnetz

Im Regenwald ist jedes Lebewesen ein Teil einer großen Kette. Die Pflanzen sammeln Energie aus dem Sonnenlicht. Sie werden von Pflanzenfressern gefressen, und diese wieder von Räubern. Zum Schluss sorgen Pilze und Termiten dafür, dass aus toten Tieren und Blättern wieder Nahrung für die Pflanzen wird. Das Schaubild zeigt, wie das zusammenhängt.

PflanzenBlätter & FrüchteInsektenPapageiAffeSchlangeHarpyieJaguarRäuberPflanzenfresserProduzentenPfeil bedeutet: „wird gefressen von"
Ein einfaches Nahrungsnetz im Regenwald. Die Sonne liefert die Energie für die Pflanzen (Produzenten). Diese fressen die Pflanzenfresser, und die wiederum die Räuber an der Spitze. Stirbt ein Lebewesen, zersetzen es Pilze und Termiten – so gelangen die Nährstoffe zurück zu den Pflanzen. Stark vereinfacht. Grafik: regenwald.info.