Regenwaldzerstörung in Zahlen

Luftbild mit Fischgräten-Rodungsmuster im Regenwald

Jedes Jahr verschwinden Millionen Hektar tropischer Wald – das entspricht mehreren Fußballfeldern pro Minute. Diese Seite bündelt die wichtigsten Zahlen zur Regenwaldzerstörung, ihren Ursachen und Folgen fürs Klima, nach Daten von Global Forest Watch und anderen Quellen.

012345Mio. Hektar pro Jahr4,920164,520173,620183,820194,220203,820214,120223,72023
Jährlicher Verlust an tropischem Primärwald. Jedes Jahr verschwinden rund 3,6 bis 4,9 Millionen Hektar unberührter tropischer Regenwald – eine Fläche größer als die Schweiz. Werte gerundet. Quelle: Global Forest Watch / World Resources Institute.

Zahlen machen das Ausmaß der Zerstörung greifbar. Sie zeigen, wie schnell der Regenwald schrumpft, welche Ursachen dahinterstecken und was auf dem Spiel steht. Die folgenden Werte sind Größenordnungen aus anerkannten Quellen; die genauen Jahreswerte schwanken und werden regelmäßig aktualisiert.

Jährlicher Verlustmehrere Millionen Hektar tropischer Urwald pro Jahr
Anschaulichrechnerisch mehrere Fußballfelder Wald pro Minute
Größter RegenwaldAmazonas, rund 5,5 Millionen km²
Artenanteilüber die Hälfte aller Land-Tier- und -Pflanzenarten leben in Regenwäldern
KlimaEntwaldung verursacht einen erheblichen Teil der weltweiten CO₂-Emissionen
QuellenGlobal Forest Watch, FAO, IPCC (Stand jeweils beachten)

Wie viel Regenwald verschwindet pro Jahr?

Weltweit gehen jedes Jahr mehrere Millionen Hektar tropischer Urwald verloren. Rechnet man diesen Verlust auf kleine Zeiteinheiten herunter, verschwindet in jeder Minute Wald in der Größe mehrerer Fußballfelder. Die genauen Werte schwanken von Jahr zu Jahr – abhängig von Politik, Wetter und Wirtschaftslage –, doch der langfristige Trend zeigt seit Jahrzehnten nach unten. Aktuelle Zahlen veröffentlicht unter anderem die Beobachtungsplattform Global Forest Watch.

Was sind die wichtigsten Ursachen?

Die Zerstörung hat wenige große Treiber. An erster Stelle steht die Umwandlung in Rinderweiden, gefolgt vom Anbau von Soja und Palmöl, dem Holzeinschlag sowie Bergbau und Straßenbau. Fast immer geht es um die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen für den Weltmarkt. Der Konsum in fernen Ländern ist damit eng mit der Rodung verknüpft.

Welche Folgen hat das für das Klima?

Regenwälder speichern gewaltige Mengen Kohlenstoff. Wird der Wald gerodet und verbrannt, gelangt dieser als CO₂ in die Atmosphäre – die Entwaldung verursacht dadurch einen erheblichen Teil der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. Gleichzeitig geht die Fähigkeit des Waldes verloren, künftig CO₂ aufzunehmen. Mehr dazu im Beitrag zur Bedeutung des Regenwaldes fürs Klima.

Warum sind genaue Zahlen so schwierig?

Wald lässt sich nicht mit dem Lineal messen. Fachleute unterscheiden zwischen dem Verlust von unberührtem Primärwald, dem Rückgang aller Baumflächen und vorübergehenden Verlusten durch Brände. Je nach Definition, Messmethode und Satellitendaten ergeben sich unterschiedliche Werte. Deshalb sollte man immer auf die Quelle und das Jahr achten – und Größenordnungen wichtiger nehmen als die letzte Nachkommastelle.

Wusstest du das über die Zahlen?

Der Amazonas allein ist mit rund 5,5 Millionen Quadratkilometern größer als die Europäische Union. Fachleute warnen vor einem Kipppunkt: Wird zu viel Wald zerstört, könnte sich das Klima im Amazonasbecken so verändern, dass große Teile des verbleibenden Waldes von selbst austrocknen – ein Grund mehr, die Rodung zu stoppen, bevor diese Grenze erreicht ist.

Wie viele Fußballfelder Wald verschwinden pro Minute?

Je nach Jahr und Zählweise mehrere pro Minute. Die Zahl schwankt, macht aber das Tempo der Zerstörung anschaulich.

Woher stammen die Daten?

Vor allem aus Satellitenauswertungen, etwa von Global Forest Watch, sowie aus Berichten der FAO und des Weltklimarats IPCC.

Nimmt die Entwaldung ab oder zu?

Das schwankt von Jahr zu Jahr und von Land zu Land. Manche Jahre bringen Rückgänge, andere neue Höchstwerte – ein stabiler, dauerhafter Abwärtstrend ist bislang nicht gesichert.

Warum ist der Amazonas-Kipppunkt so gefährlich?

Weil der Wald sein eigenes feuchtes Klima erzeugt. Fällt zu viel Wald weg, könnte die Region austrocknen und großflächig in Savanne übergehen.

Die einzelnen Ursachen erklärt die Übersicht zur Bedrohung des Regenwaldes. Was dem entgegensteht, zeigt der Bereich Regenwaldschutz.

Wie viel Regenwald verschwindet jedes Jahr?

Jahr für Jahr geht tropischer Primärwald in einer Größenordnung von 3,6 bis knapp 5 Millionen Hektar verloren – das entspricht einer Fläche größer als die Schweiz, jedes Jahr aufs Neue. Rechnet man das um, verschwindet rund um die Uhr Regenwald in der Größe mehrerer Fußballfelder pro Minute. Besonders schwer wiegt der Verlust von ungestörtem Urwald: Diese alten, artenreichen Wälder lassen sich nicht einfach nachpflanzen, weil mit ihnen ganze über Jahrmillionen gewachsene Lebensgemeinschaften und gewaltige Kohlenstoffspeicher verschwinden.

Wo die Zerstörung am größten ist

Den mit Abstand größten absoluten Verlust verzeichnet seit Jahren Brasilien, vor allem am „Amazonasbogen“, wo Rinderweiden und Sojafelder in den Wald vordringen. Es folgen die Demokratische Republik Kongo, wo vor allem Brandrodung für Kleinbauern und Holzkohle den Wald zurückdrängt, sowie Indonesien und Bolivien. Die Treiber unterscheiden sich je nach Region: in Südamerika dominieren Viehzucht und Sojaanbau, in Südostasien Palmöl- und Zellstoffplantagen, im Kongobecken die kleinbäuerliche Landwirtschaft.

Gibt es auch gute Nachrichten?

Ja. Nach Jahren steigender Verluste ging die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet zuletzt deutlich zurück, nachdem die Umweltpolitik wieder verschärft und die Überwachung ausgeweitet wurde. Das zeigt: Politischer Wille, Satellitenüberwachung und wirtschaftlicher Druck – etwa durch die neue EU-Verordnung gegen Entwaldung (EUDR) – können den Trend brechen. Zugleich bleibt der weltweite Verlust auf hohem Niveau, und Waldbrände infolge des Klimawandels drohen, die Fortschritte wieder zunichtezumachen.

Häufige Fragen zur Abholzung

Wie schnell wird der Regenwald abgeholzt?

Weltweit gehen jährlich mehrere Millionen Hektar tropischer Primärwald verloren – umgerechnet mehrere Fußballfelder pro Minute. Die genauen Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr, liegen aber seit Jahren auf besorgniserregend hohem Niveau.

Was ist der Hauptgrund für die Abholzung?

Der größte Treiber ist die Landwirtschaft: Rinderweiden und Sojaanbau in Südamerika, Palmöl- und Zellstoffplantagen in Südostasien sowie Brandrodung für Kleinbauern im Kongobecken. Hinzu kommen Holzeinschlag, Bergbau und der Bau von Straßen und Staudämmen.