Soja: Futter für die Fleischindustrie

Große Sojafelder treffen auf den Rand des Regenwaldes

Riesige Sojafelder verdrängen in Südamerika Regenwald und Savanne. Der größte Teil der Ernte wird nicht zu Tofu, sondern zu Tierfutter für Schweine, Hühner und Rinder. So hängt der weltweite Fleischkonsum indirekt mit der Rodung des Regenwaldes zusammen.

Soja gilt vielen als gesundes pflanzliches Lebensmittel – doch nur ein kleiner Teil der Welternte landet direkt auf unseren Tellern. Der weitaus größte Teil wird verfüttert. Damit ist der Sojaanbau eng mit der Fleischproduktion verknüpft und zählt zu den bedeutendsten Treibern der Entwaldung in Südamerika.

Hauptverwendungüberwiegend Tierfutter (Schweine, Geflügel, Rinder), nicht Tofu oder Sojamilch
Betroffene GebieteAmazonas-Randzonen und vor allem die Cerrado-Savanne Brasiliens
Wichtige AnbauländerBrasilien, Argentinien, Paraguay, Bolivien
Soja-Moratoriumseit 2006 kaum noch direkte Amazonas-Rodung für Soja – dafür Druck auf den Cerrado
Verbindungimportiertes Soja-Futter steckt indirekt in Fleisch, Eiern und Milch

Wofür wird das ganze Soja verwendet?

Anders als oft angenommen, wird nur ein kleiner Teil der Sojabohnen direkt vom Menschen gegessen. Der große Rest wird zu Schrot verarbeitet und an Nutztiere verfüttert, weil Soja ein besonders eiweißreiches und billiges Kraftfutter ist. Fleisch, Eier und Milch aus vielen Ländern – auch aus Europa – beruhen deshalb zu einem Teil auf importiertem Soja. Wer tierische Produkte konsumiert, ist damit indirekt am Sojaanbau beteiligt.

Warum bedroht Soja den Regenwald und die Savanne?

Für die riesigen, maschinell bewirtschafteten Sojafelder braucht es große, ebene Flächen. Diese entstehen durch Rodung von Wald und Savanne. Im Amazonasgebiet konnte ein freiwilliges Abkommen der Händler, das sogenannte Soja-Moratorium, die direkte Rodung für Soja seit 2006 stark eindämmen. Der Druck verlagerte sich jedoch auf die benachbarte Cerrado-Savanne – einen artenreichen Lebensraum, der weit weniger geschützt ist und rasant schrumpft.

Wie hängt Soja mit Rindfleisch zusammen?

Soja und Rinder verstärken sich gegenseitig. Oft werden zuerst Wälder für Rinderweiden gerodet; später wird das Weideland in Sojafelder umgewandelt, und die Rinderzucht zieht tiefer in den Wald. So schieben sich Viehzucht und Ackerbau gemeinsam immer weiter in unberührte Gebiete vor – ein Kreislauf, der den Wald von zwei Seiten bedrängt.

Wusstest du das über Soja?

Ein großer Teil des in Europa verfütterten Sojas wird importiert – ohne dass es die Verbraucher direkt sehen. Es steckt versteckt im Futtertrog und damit in tierischen Produkten. Wer weniger tierische Lebensmittel isst oder auf entwaldungsfreie Herkunft achtet, senkt damit auch den Soja-Druck auf Südamerikas Ökosysteme.

Ist Tofu schuld an der Regenwaldrodung?

Kaum. Nur ein kleiner Teil der Sojaernte wird zu Tofu, Sojamilch und Co. Der große Rest ist Tierfutter. Speisesoja stammt zudem oft aus anderen Anbaugebieten.

Was ist das Soja-Moratorium?

Eine freiwillige Selbstverpflichtung großer Händler von 2006, kein Soja von frisch gerodeten Amazonasflächen zu kaufen. Es hat die direkte Amazonas-Rodung für Soja stark reduziert.

Was ist der Cerrado?

Eine artenreiche Savannenlandschaft in Brasilien, die als Ausweichfläche für den Sojaanbau dient und deshalb stark unter Druck steht – oft weniger beachtet als der Amazonas.

Wie kann ich Soja-bedingte Rodung vermeiden?

Vor allem durch weniger tierische Produkte und den Griff zu Ware mit glaubwürdigen Nachhaltigkeitssiegeln.

Weitere Treiber zeigt die Übersicht zur Bedrohung des Regenwaldes. Wie du selbst gegensteuern kannst, liest du unter Was kann ich tun.