Bergbau & Goldsuche

Für Gold, Eisenerz und andere Rohstoffe wird Regenwald abgeholzt und der Boden aufgerissen. Besonders gefährlich ist die Goldsuche: Sie vergiftet mit Quecksilber Flüsse, Fische und Menschen. Illegale Goldgräber dringen tief in indigene Gebiete ein.
Unter dem Regenwald lagern wertvolle Bodenschätze – Gold, Eisen, Bauxit und viele weitere. Ihre Gewinnung hinterlässt tiefe Wunden: kahle Flächen, aufgerissene Erde und vergiftete Gewässer. Vor allem die oft illegale Goldsuche gehört zu den zerstörerischsten und gefährlichsten Eingriffen in den Wald.
| Rohstoffe | Gold, Eisenerz, Bauxit, Kupfer, seltene Metalle |
|---|---|
| Größte Gefahr | Quecksilber aus der Goldwäsche vergiftet Flüsse, Fische und Menschen |
| Illegalität | ein großer Teil der Goldsuche im Amazonas ist illegal (Garimpo) |
| Betroffene | indigene Völker wie die Yanomami, deren Land überrannt wird |
| Zusatzschaden | Straßen, Rodung und Zuwanderung öffnen weitere Waldgebiete |
Warum ist Goldbergbau so gefährlich?
Um winzige Goldflitter aus dem Flusssand zu lösen, verwenden viele Goldgräber Quecksilber. Dieses hochgiftige Schwermetall gelangt in die Flüsse, reichert sich in Fischen an und wandert so über die Nahrung in den Körper von Tieren und Menschen. Quecksilber schädigt vor allem das Nervensystem und kann bei Ungeborenen bleibende Schäden verursachen. Ganze Flusssysteme und die von ihnen lebenden Gemeinschaften werden auf diese Weise vergiftet.
Was bedeutet der Bergbau für indigene Völker?
Bodenschätze liegen oft unter dem Land indigener Völker. Illegale Goldgräber dringen zu Tausenden in geschützte Gebiete ein, roden Wald, verseuchen Flüsse und bringen Krankheiten mit. Besonders betroffen sind die Yanomami, deren Gebiet immer wieder von Goldsuchern überrannt wird. Für Völker mit geringer Immunität gegen eingeschleppte Krankheiten sind die Folgen oft verheerend.
Warum bleibt der Schaden auch nach dem Bergbau?
Eine Bergbaufläche erholt sich nur sehr langsam. Der abgetragene Boden, die vergifteten Sedimente und die kahlen, mondlandschaftsartigen Gruben verhindern über Jahre, dass Wald zurückkehrt. Hinzu kommt, dass die für den Bergbau angelegten Straßen – ähnlich wie beim Holzeinschlag – neue Gebiete erschließen und weitere Rodung, Jagd und Landnahme nach sich ziehen.
Wusstest du das über die Goldsuche?
Für die Gewinnung von nur wenigen Gramm Gold können mehrere Tonnen Erde bewegt und beträchtliche Mengen Quecksilber freigesetzt werden. Ein Großteil des so gewonnenen Goldes verschwindet anschließend anonym im Welthandel – in Schmuck und Elektronik –, ohne dass die Herkunft sichtbar wäre.
Ist der gesamte Goldbergbau im Amazonas illegal?
Nein, es gibt auch genehmigten Bergbau. Ein großer Teil der Goldsuche im Amazonas findet jedoch illegal und unkontrolliert statt.
Warum wird Quecksilber verwendet?
Weil es sich mit Gold verbindet und dieses so leicht vom Sand trennt. Beim anschließenden Erhitzen entweicht das Quecksilber – hochgiftig für Umwelt und Mensch.
Was kann man gegen zerstörerischen Bergbau tun?
Herkunft und Menge des eigenen Goldkonsums hinterfragen, Elektrogeräte lange nutzen und recyceln sowie politische Initiativen für saubere Lieferketten unterstützen.
Erholt sich der Wald nach dem Bergbau wieder?
Nur sehr langsam und oft nicht vollständig, weil Boden und Wasser dauerhaft geschädigt sind.
Weitere Ursachen der Zerstörung zeigt die Übersicht zur Bedrohung des Regenwaldes. Wie stark der Wald insgesamt schrumpft, zeigt die Statistik zur Regenwaldzerstörung.